Datenserver an ULB: „Share_it“ ist online

15.10.2018 von Katrin Löwe in Wissenschaft, Forschung
Es geht um den freien und uneingeschränkten Zugang zu den Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung: Mit einem neuen Datenservice stärkt die Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt (ULB) weiter ihre Open-Access-Angebote. Das Publikations- und Forschungsdaten-Repositorium unter dem Titel „Share_it“ ist jetzt online. Es steht den Angehörigen von acht beteiligten Hochschulen Sachsen-Anhalts offen.
"Share_it" heißt das neue Repositorium an der ULB.
"Share_it" heißt das neue Repositorium an der ULB. (Foto: Screenshot mit Material von Pixabay)

ULB-Direktorin Anke Berghaus-Sprengel spricht von einem „niedrigschwelligen Zugang für die Wissenschaftler zur Ablage von Forschungsdaten“. Ob Open-Access-Publikationen, Zweitveröffentlichungen, Qualifikationsarbeiten oder Forschungsergebnisse: Sie alle können künftig über den neuen Datenservice „Share_it“ gespeichert, langzeitarchiviert und verbreitet werden. Das Repositorium wird von der ULB in Halle betrieben. Ziel ist es, wissenschaftliche Dokumente und Daten aller beteiligten Hochschulen Sachsen-Anhalts im Internet in normierter Form bereitzustellen und so auch ihre dauerhafte Auffindbarkeit und Zitierbarkeit zu sichern.

Seit einigen Jahren gebe es die Forderung, wissenschaftliche Publikationen, die mit öffentlichen Geldern gefördert worden sind, möglichst auch im Open-Access-Verfahren zugänglich zu machen, so Berghaus-Sprengel. Dazu sei das Veröffentlichungsrecht verändert worden, so dass zum Beispiel Zweitveröffentlichungen von Publikationen aus deutschen Verlagen nach relativ kurzer Frist möglich sind. „Das Ganze dient dazu, Forschung sichtbarer zu machen.“ Die Inhalte des Repositoriums werden in regionalen und überregionalen Bibliothekskatalogen, Suchmaschinen, verschiedenen Open-Access-Verzeichnissen und Datenbanken recherchierbar. Darüber hinaus wird „Share_it“ mit der neuen Literatur-Suchmaschine „Ha:Lit“ verbunden, so dass die Inhalte auch über sie auffindbar sind. Das Discovery-System „Ha:Lit“ – der Name geht auf die Wörter „Halle“ und „Literatur“ zurück – war erst im Mai an der ULB zur Verfügung gestellt worden.

Das Urheberrecht der hinterlegten Materialien bleibt bei den Autoren, die die Arbeiten selbst hochladen können – nach formaler Prüfung werden sie dann freigeschaltet. Die Wissenschaftler definieren im Publikationsprozess die Zugriffsrechte (CC-BY) selbstständig.  Bei sensiblen Forschungsdaten können diese auch durchaus restriktiv vergeben werden. „Wir werben natürlich dafür, dass da möglichst viele hochkarätige Publikationen erscheinen“, so Berghaus-Sprengel. Ziel sei, den Anteil an Open-Access-Veröffentlichungen an der MLU in den nächsten Jahren von knapp 15 auf deutlich über 20 Prozent zu steigern. Seit einem Jahr gibt es in Halle auch einen Fonds zur Unterstützung von Open-Access-Publikationen. In Vorbereitung sei an der ULB nun zudem ein Workflow, bei dem Wissenschaftler bereits nach einer „Share_it“-Freigabe gefragt werden, sobald sie eine Veröffentlichung für die Uni-Bibliographie melden, in der alle Publikationen der MLU verzeichnet sind. Nach dem Ablauf eventueller Fristen könnten sie dann automatisch online gestellt werden.

 Zu "Share_it": opendata.uni-halle.de

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