Auge in Auge mit einem Schwein

04.09.2020 von Ronja Münch in Wissenstransfer, Forschung, Varia
Im Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen (ZNS) wird aktuell die Entwicklung der Schweinezucht gezeigt. Der Sonderausstellung „SUS100 – Mensch verändert Schwein“ ging ein umfangreiches Forschungsprojekt in der Haustierkundlichen Sammlung der Uni voraus.
Ashleigh Haruda (links) und Renate Schafberg schauen den Schweinen beim Aufbau der Ausstellung in die Augen.
Ashleigh Haruda (links) und Renate Schafberg schauen den Schweinen beim Aufbau der Ausstellung in die Augen. (Foto: Markus Scholz)

Im Zentrum der neuen Sonderausstellung stehen zwei sogenannte Dermoplastiken moderner Hausschweine. „Die beeindrucken bereits durch ihre Größe“, sagt Dr. Renate Schafberg, Kustodin der Haustierkundlichen Sammlung und Kuratorin der Ausstellung. Bei deren Aufbau ist sie den Tieren ganz nah gekommen. Solche Präparate seien einzigartig in der Museumslandschaft, da sie schwierig herzustellen seien, erklärt Schafberg.

Die Ausstellung basiert auf dem Forschungsprojekt „SUS100 – Das Hausschwein: Gerichtete Selektion und Zeitgeschmack. Morphologie und Genetik über 100 Generationen“, das dreieinhalb Jahre über das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wurde. In ihm ist das historische Sammlungsmaterial, also bis zu 100 Jahre alte Schweineskelette, untersucht worden. Die Ergebnisse wurden anschließend mit denen von modernen, frisch präparierten Schweineskeletten verglichen. Renate Schafberg hat dafür zwei Hausschweinerassen ausgewählt, die bis heute für die Fleischerzeugung verwendet werden: das Deutsche Edelschwein und das Deutsche Landschwein. Um zu verstehen, ob und wie sich die Tiere generell in dieser Zeit gewandelt haben, wurden sie zusätzlich mit historischen und modernen Wildschweinen verglichen.

Die Finanzierung des Projektes ist seit Ende Juli abgeschlossen. Obwohl noch nicht alle Daten bis ins Detail wissenschaftlich ausgewertet sind, können nun bereits erste Ergebnisse zum historischen Hintergrund, zur Morphologie und zur Genetik vorgestellt werden. „In der Sonderausstellung können sich Interessierte der Geschichte der Schweinezucht nähern und sich anhand von Ferkeln und ausgewachsenen Schweinen von den großen Veränderungen überzeugen, die wir Menschen mit unseren Haustieren durchlebt haben“, so Schafberg.

Die Ausstellung solle auch zum Nachdenken anregen, wohin die Reise zukünftig gehen wird. „Tierzucht ist keinesfalls starr und wir alle können mitbestimmen“, sagt Schafberg. Dafür gibt es auch einen interaktiven Teil: In einem Computerspiel können die Besucherinnen und Besucher selbst Schweine züchten. Außerdem können sie in einer Umfrage ihren eigenen Fleischkonsum angeben.

Sonderausstellung „SUS100 – Mensch verändert Schwein“
4. September bis 30. November 2020
Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr
Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen
Domplatz 4, 06108 Halle (Saale)

Eintritt frei.

Die Besucheranzahl ist aufgrund der Verordnungen zur Eindämmung von SARS-CoV-2 begrenzt, ein Mund-Nasen-Schutz ist verpflichtend. Namen und Kontaktdaten werden zur Nachverfolgung von Infektionsketten erfasst.

Weitere Informationen unter: https://www.naturkundemuseum.uni-halle.de/

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