Angekommen im Lehramtsstudium: Johanna Kippe blickt auf ihr erstes Jahr

07.11.2018 von Anne Meckling in Campus, Studium und Lehre
Johanna Kippe aus Schwanebeck studiert Lehramt an Förderschulen in den Fachrichtungen Körperbehindertenpädagogik und Geistigbehindertenpädagogik. Im vergangenen Jahr wurde sie als 700. Lehramtsstudierende an der Uni Halle begrüßt. „campus halensis“ begleitet sie seitdem. Im Gespräch berichtet sie nun unter anderem über ihre ersten praktischen Erfahrungen innerhalb des Studiums.
Johanna Kippe studiert seit einem Jahr in Halle.
Johanna Kippe studiert seit einem Jahr in Halle. (Foto: Anne Meckling)

Das erste Jahr an der Uni ist vorüber – wie ist es gelaufen und belegst du auch immer noch den gleichen Studiengang?
Johanna Kippe: Ich bin erfolgreich durch die ersten beiden Semester gekommen. Allerdings warte ich noch auf das Ergebnis von einem Portfolio, was ich vor Kurzem abgegeben habe. Sollte ich das aber wider Erwarten nicht bestehen, gibt es ja zum Glück noch einen Zweitversuch.

Konntest du schon praktische Erfahrungen sammeln?
Ich habe zum Ende des ersten Semesters mein Orientierungspraktikum gemacht und mir dafür die Waldorfschule in Thale ausgesucht. Das war nicht weit entfernt von meiner Heimatstadt Schwanebeck. Dort hatte ich zwar leider noch keinen direkten Kontakt mit körperlich oder geistig behinderten Kindern, aber das wird sich in diesem Semester ändern. Für das Modul „Erkundungen in rehabilitationspädagogischen Praxisfeldern“ werde ich zum ersten Mal innerhalb des Studiums mit behinderten Kindern zusammenarbeiten, wofür ich mir einen inklusiven Kindergarten ausgesucht habe. Ziel des Ganzen ist es, außerhalb des schulischen Kontexts über insgesamt zwei Semester Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln. Für zwei bis drei Stunden pro Woche werde ich dann in der Kita mitarbeiten.

Passt das denn alles in deinen Stundenplan für dieses Semester? Und läuft das Kita-Praktikum auch in der vorlesungsfreien Zeit weiter?
Das Gute ist, dass wir das Praktikum ganz individuell an unseren Stundenplan anpassen können und wir da keinen Druck von den Dozenten oder Professoren haben. In manchen Wochen werde ich deswegen fünf Stunden praktisch arbeiten können, in anderen Wochen, in denen viel zu tun ist, schaffe ich es vielleicht nur für eine Stunde in die Kita. Wichtig ist nur, dass das mit der Institution abgesprochen ist und wir trotzdem an allen wichtigen Seminaren und Vorlesungen teilnehmen. Für die Semesterferien wurde uns empfohlen, das Praktikum weiterzuführen, um nicht aus dem Rhythmus zu kommen. Außerdem wäre es auch schwierig für die Kinder, wenn man plötzlich für mehrere Wochen nicht da ist, obwohl sie sich gerade an einen gewöhnt haben.

Was hat dir das Orientierungspraktikum in der Schule gebracht?
Ich hatte einen guten Einblick in den Schulalltag an sich und konnte schon viel darüber lernen, wie man diesen am besten organisiert und strukturiert. Auch im Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern habe ich dort die ersten Erfahrungen gemacht und fand es wirklich schwierig, zusammen mit der Lehrerin Ruhe in die Klassen reinzubringen. In diesem Moment  konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich das auch mal alleine machen soll. Aber zum Glück habe ich noch Zeit und kann die nötigen Erfahrungen dafür sammeln. Das Praktikum hat mich auf keinen Fall abgeschreckt, sondern eher motiviert.

Du hattest in deinem ersten Semester davon berichtet, dass es manchmal zeitlich ziemlich knapp werden kann, von Hörsaal zu Hörsaal zu fahren. Hat sich das mit dem neuen Stundenplan gebessert?
Es war auch in diesem Semester wirklich schwierig, einen guten Stundenplan zusammenzustellen. Mittwochs zum Beispiel bin ich zuerst im Hohen Weg, fahre anschließend zum Zentrum für Lehrerbildung in die Dachritzstraße und dann weiter zum Steintor. Da bleibt kaum Zeit für eine kurze Pause, aber ich hatte keine andere Wahl und musste mir die Seminare so legen. Durch die begrenzte Teilnehmeranzahl bin ich froh, dass ich überhaupt in meine gewünschten Seminare reingekommen bin. Dafür nehme ich auch die langen Wege in Kauf. Im Allgemeinen hat sich die Situation aber im Vergleich zum Semester davor ziemlich entspannt.

Gibt es etwas, das du rückblickend an deinem Studium anders gestalten würdest?
Ich würde mich wahrscheinlich nicht noch einmal für die beiden Hauptfächer  Deutsch und Mathe eintragen, da ich das Pensum in Verbindung mit Körper- bzw. Geistigbehindertenpädagogik kaum schaffe. Hinzu kommt, dass sich sehr viele Veranstaltungen überschneiden und ich manche Prüfungen auf den zweiten oder dritten Termin schieben musste. Deshalb möchte ich von Deutsch zu Sachunterricht wechseln und hoffe, dass das noch klappt.

Bleibt bei dem vollen Stundenplan noch Zeit für Hobbys? Was machst du in deiner Freizeit?
Ich würde gerne wieder „Aerobic X-Bo“ beim Unisport machen. Das habe ich schon im letzten Semester belegt und es hat richtig viel Spaß gemacht. Ansonsten spiele ich gerne Gitarre, wenn ich Zeit dafür finde. Die restliche Freizeit übers Wochenende nutze ich dann, um nach Hause zu fahren. Ich bin fast jedes Wochenende dort und verbringe die Zeit mit meinem Freund und meinen Freunden. Zum Glück ist die Anreise nicht ganz so weit. Ich werde aber versuchen, öfter hier in Halle zu bleiben und meine Familie hierher einzuladen. Es gibt so viele schöne Ecken, die man sich gemeinsam anschauen kann.

Welche Tipps kannst du Erstis deines Studiengangs für einen gelungenen Start mitgeben?
Ich würde auf jeden Fall die Einführungsvorlesungen besuchen. Die haben mir einen guten Überblick gegeben und meine Freunde habe ich dort auch kennengelernt. Das ist also die beste Möglichkeit, überhaupt erstmal Anschluss zu finden. Und auch die eine oder andere Ersti-Party sollte man besuchen. Ich habe auch direkt einen Kurs beim Unisport belegt und sehr viel die Stadt erkundet. Das hat es mir erleichtert, mich hier einzuleben.

Zum Abschluss noch eine Frage in Anlehnung an unser erstes Interview im Februar: Welche Mensa ist mittlerweile dein Favorit?
Ich habe um ehrlich zu sein kaum Zeit gefunden, um mich mal durchzutesten. In der Mensa an den Franckeschen Stiftungen bin ich sehr oft und dort schmeckt es auch ziemlich gut.

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Lehrerbildung

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