Von Halle nach New York: Studierende besuchen die Vereinten Nationen

14.02.2018 von Laura Krauel in Campus, Internationales
Mit jährlich über 5.000 teilnehmenden Studierenden ist das „National Model United Nations“ (NMUN) eines der größten Planspiele der Welt. In diesem Jahr nimmt erstmals auch eine Delegation der Uni Halle an der Simulation der Vereinten Nationen teil. Unter der Leitung des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen und europäische Politik reisen zwölf Studierende im März nach New York, um die Weltorganisation vor Ort kennenzulernen.
Im März fliegt die Delegation zu den Vereinten Nationen.
Im März fliegt die Delegation zu den Vereinten Nationen. (Foto: Markus Scholz)

Seit Oktober bereiten sich die halleschen Studierenden im Rahmen eines Seminars intensiv auf das „National Model United Nations“ bei den Vereinten Nationen in New York vor, an dem sie vom 18. bis 22. März teilnehmen werden. Auf der Konferenz diskutieren Schüler und Studierende aus mehr als 130 Ländern jährlich über weltpolitische Themen, üben sich im Verhandeln und Debattieren und knüpfen internationale Kontakte. Nach den Regeln der Vereinten Nationen suchen sie gemeinsam nach Lösungsansätzen für globale Probleme und stellen ihr diplomatisches Können unter Beweis. Jede Delegation übernimmt dabei die Rolle eines bestimmten UN-Mitgliedsstaates. Die Delegation der Uni Halle vertritt Barbados, einen Inselstaat im Atlantik.

„Wie die Weltorganisation genau funktioniert, können die Studierenden auf keine Weise besser verstehen als durch die Teilnahme an dem Planspiel“, sagt Ann-Christine Niepelt, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und europäische Politik. Sie leitet das Seminar „Model United Nations“ in Zusammenarbeit mit der Hochschulgruppe Vereinte Nationen, an dem Studierende aller Fachrichtungen teilnehmen können. Im Seminar trainiert Niepelt die Studierenden im Debattieren und Verhandeln in der Arbeitssprache Englisch und hilft ihnen bei der Recherche zu Barbados. Zusätzlich organisiert sie die Exkursion nach New York mit Unterstützung der Universität und Förderern aus Politik und der Region.

Ann-Christine Niepelt leitet das Seminar "Model United Nations" und begleitet die Studierenden nach New York.
Ann-Christine Niepelt leitet das Seminar "Model United Nations" und begleitet die Studierenden nach New York.
(Foto: Markus Scholz)

„Ich persönlich habe schon an einigen kleineren UN-Simulationen teilgenommen und interessiere mich sehr für die Vereinten Nationen. Als jetzt Plätze für die Delegation der Uni nach New York ausgeschrieben waren, war das eine tolle Chance für mich“, erzählt Pia Berkhoff, die an der Uni Halle Politikwissenschaft und Soziologie studiert. Auch Pia Jorks, Studentin der Politik- und Wirtschaftswissenschaften, freut sich auf die bevorstehende Konferenz: „Ich finde die Arbeit der Vereinten Nationen sehr wichtig. Sie sind für mich die einzige Organisation, die globale Herausforderungen in diesem Umfang momentan angehen kann. Das macht die Teilnahme an der NMUN-Konferenz für mich zu etwas ganz Besonderem.“

Um Barbados überzeugend zu vertreten, haben sich die Studierenden umfassend mit dem Land und seiner Position als UN-Mitgliedsstaat beschäftigt. „Für Inselstaaten wie Barbados spielen vor allem Themen des Klimawandels und der Umweltverschmutzung – besonders der Ozeane und des marinen Lebens – eine große Rolle“, erklärt Jorks. Auch humanitäre und soziale Herausforderungen, wie die Klimaflucht oder die verbesserungswürdige Beteiligung der Jugend an Politik und Gesellschaft, will die Gruppe bei der UN-Simulation hervorheben. Fachlich kann das Team dabei aus vielen Bereichen schöpfen: Von der Politikwissenschaft über die Psychologie bis zur Ernährungswissenschaft sind viele Studiengänge der Uni Halle in der Delegation vertreten.

Der Terminkalender der halleschen Delegation in New York ist prall gefüllt: Nicht nur Sitzungen von 8 bis 23 Uhr, sondern auch Besuche bei der Botschaft von Barbados und weiteren UN-Organisationen hält die Sitzungswoche bereit. „Das echte NMUN-Feeling kommt auf, wenn man nachts nur zu vier Stunden Schlaf kommt und am Tag trotzdem engagiert debattiert“, verrät Dozentin Niepelt. Auch die Vorfreude der Studierenden steigt: „Es ist eine tolle Erfahrung, vor so vielen Menschen zu sprechen und die Sicht anderer Länder kennenzulernen. Ich denke, man kann persönlich sehr daran wachsen und glaube, das werden wir alle tun“, so Pia Berkhoff.

Da sie zum ersten Mal dabei sind, setzt die Gruppe eigene Prioritäten: „Zu Beginn ist es weniger unser Ziel, einen der Awards für das beste Positionspapier oder für die beste Rede zu gewinnen. Vielmehr geht es uns darum, das Beste für jeden daraus zu machen und viele wertvolle Erfahrungen mit nach Hause zu bringen“, sagt Niepelt. Nach ihrer Rückkehr wollen sie die Uni, ihre Förderer und die Öffentlichkeit in Form eines Berichts auf ihrer Website an den Erfahrungen teilhaben lassen. Eine nächste Delegationsreise zu der UN-Simulation ist für das kommende Jahr in Planung.

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