Viele Studierende, wenig Platz

14.11.2018 von Katrin Löwe in Campus
Die Herausforderungen der Lehrerbildung, fehlende räumliche Voraussetzungen, personelle Sorgen, aber auch Barrierefreiheit und Perspektiven für die Fakultät: Das Themenspektrum beim Auftakt des neuen Gesprächsformats „Rektorat im Dialog“ ist breit gewesen. Gestartet ist die Reihe am Dienstag in der Philosophischen Fakultät III in einem gut gefüllten Hörsaal.
Auf dem Podium standen Torsten Fritzlar, Markus Leber, Christian Tietje, Wolf Zimmermann und Wolfgang Paul (v.l.).
Auf dem Podium standen Torsten Fritzlar, Markus Leber, Christian Tietje, Wolf Zimmermann und Wolfgang Paul (v.l.). (Foto: Friederike Stecklum)

Nach ziemlich exakt zwei Stunden war die Premiere vorbei, Rektor Prof. Dr. Christian Tietje sprach von einem „guten Auftakt“. Zum ersten Mal hatte das neue Rektorat zu dem Gesprächsformat geladen, das in diesem Semester wöchentlich in einer anderen Fakultät stattfinden soll. Auf dem Podium standen dafür der Rektor, der Prorektor für Studium und Lehre Prof. Dr. Wolf Zimmermann, der Prorektor für Forschung Prof. Dr. Wolfgang Paul und Kanzler Markus Leber bereit. Neben Professoren und Mitarbeitern der Fakultät waren der Einladung auch viele Studierende gefolgt. Es gehe um den Dialog mit der Basis, betonte Tietje noch einmal.

Was die umtreibt, schilderte Dekan Prof. Dr. Torsten Fritzlar ausführlich: Die hohen Studierendenzahlen gehören dazu. Die beträfen nicht nur die Lehramts-Ausbildung – 800 Studierende haben sich im Wintersemester wie vom Land Sachsen-Anhalt gewünscht neu eingeschrieben –, sondern auch die Erziehungswissenschaften, so der Dekan. Als dringlich bezeichnete Fritzlar vor allem die räumliche Situation. Spätestens im April 2019 sei die Fakultät in dem Sinne nicht mehr arbeitsfähig, dass nicht mehr allen Kolleginnen und Kollegen ein Arbeitsplatz angeboten werden könne. Allein die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter habe sich verdoppelt. „Die Philosophische Fakultät III gibt es zweimal, aber es ist nur Platz für eine da“, sagte Fritzlar. Die Universität arbeite mit Hochdruck daran, zusätzliche Flächen anzumieten, der Bedarf der Fakultät sei der dringlichste, versicherte Kanzler Markus Leber. Im – noch nicht beschlossenen – Haushaltsplan des Landes für 2019 seien im Übrigen 60 zusätzliche Stellen für die Lehrerbildung vorgesehen, darunter zwei neue Professuren.

Auch Studierende haben das neue Gesprächsformat genutzt.
Auch Studierende haben das neue Gesprächsformat genutzt.
(Foto: Friederike Stecklum)

Zuversichtlich äußerte sich der Rektor bei einem anderen vom Dekan angesprochenen Problem: dass es viele befristet angestellte Mitarbeiter und Lehrkräfte für besondere Aufgaben gibt. „Wir können nicht selbst Dauerstellen einrichten“, sagte Tietje – die Verantwortung für den Stellenplan liege beim Land. Der Rektor setzt darauf, dass sich das perspektivisch ändert – das gebe der Uni die Flexibilität, Stellen so auszuschreiben, wie sie sie intern für sinnvoll halte und finanzieren kann. In Verbindung mit einer Fortschreibung des Hochschulpaktes sei er zuversichtlich, „dass wir das Dauerstellenproblem besser in den Griff bekommen als gegenwärtig“.

Angesprochen wurden in der Runde zudem Fragen der notwendigen Stärkung der fakultätsinternen Verwaltung, der Nachwuchsförderung, der WLAN-Verfügbarkeit sowie der Barrierefreiheit. Nicht die Häuser in den Franckeschen Stiftungen seien das größte Problem für Rollstuhlfahrer, sagte ein Student, sondern die Wege dazwischen – die gehören allerdings ebenso wenig der Uni. Sorgen bereitet den Studierenden zudem die Frage, was passiert, wenn sie aufgrund überfüllter Seminare die Regelstudienzeit nicht einhalten können. Aber auch die weitere Zukunft spielte eine Rolle: Großes Interesse signalisierte Dekan Fritzlar zum Beispiel an einer Debatte über einen möglichen neuen Forschungsschwerpunkt an der Uni: die interdisziplinäre Bildungsforschung.

Begonnen hatte die Veranstaltung mit den grundsätzlichen Vorstellungen, die das Rektorat für die Entwicklung der Uni hat – wobei Tietje insbesondere auf die Schwerpunkte Exzellenz in Forschung und Lehre, Internationalisierung und Kommunikation verwies. Im Vorfeld des Termins hatte das Rektorat bereits die Lernwerkstatt der Erziehungswissenschaftler besucht.

Das nächste Mal findet „Rektorat im Dialog“ am 20. November ab 12 Uhr in der Theologischen Fakultät (Haus 30, Hörsaal 2) statt.

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