Sharing Economy und KI: Kantorowitsch-Preise vergeben

12.10.2022 von Katrin Löwe in Personalia
Dr. Sebastian Everding und Martin Böhmer sind am Dienstagabend mit den Kantorowitsch-Forschungspreisen für ihre Arbeiten im Wirtschaftswissenschaftlichen Bereich der Universität ausgezeichnet worden. Vergeben wurden sie vom Institut für Unternehmensforschung und Unternehmensführung (ifu) an der MLU auf der diesjährigen Mitgliederversammlung.
Das Büro- und Lehrgebäude des Wirtschaftswissenschaftlichen Bereiches in der Großen Steinstraße von Halle. Hier sitzt auch das Institut für Unternehmensforschung und Unternehmensführung.
Das Büro- und Lehrgebäude des Wirtschaftswissenschaftlichen Bereiches in der Großen Steinstraße von Halle. Hier sitzt auch das Institut für Unternehmensforschung und Unternehmensführung. (Foto: Katharina Nitschke)
Sebastian Everding
Sebastian Everding (Foto: privat)

Für seine Arbeit unter dem Titel „Ordnungsverantwortung in der Sharing Economy: Eine ordonomische Perspektive“ wurde Dr. Sebastian Everding mit dem mit 1.500 Euro dotierten Preis in der Kategorie Dissertation gewürdigt. Der 32-Jährige hat dabei in einem Rahmentext und vier wissenschaftlichen Aufsätzen sowohl Theoriebeiträge als auch Anleitungen für die Praxis geliefert. Sharing Economy habe dafür gesorgt, dass das Teilen von nicht ausgelasteten Produkten oder Flächen möglich wird, so Everding. Bekanntes Beispiel ist das Vermietungs-Portal Airbnb. Beobachter würden große Nachhaltigkeitshoffnungen in die Sharing Economy setzen und in ihr die Zukunft der Arbeit sehen. Allerdings bestünden auch Widerstände, die sich unter anderem in strikten Reglementierungen niederschlagen. Seine Arbeit solle dazu beitragen, Sharing Economy in die Lage zu versetzen, den bestmöglichen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Wohlfahrtssteigerung zu leisten.

Everding hat Betriebswirtschaftslehre im Bachelor und Volkswirtschaftslehre im Master an der Uni Halle studiert. Seine am Lehrstuhl für Wirtschaftsethik der MLU verfasste und 2021 eingereichte Dissertation wurde mit der Bestnote Summa cum laude bewertet.

Martin Böhmer
Martin Böhmer (Foto: Tobias Seyffarth)

Mit seiner Arbeit über eine Künstliche Intelligenz zur Rechnungsverarbeitung in Unternehmen und der Vorstellung eines potentiellen Software-Prototypen hat Martin Böhmer in der Kategorie Masterarbeit überzeugt. Händisches Extrahieren von Rechnungsdaten sei ein enorm zeitaufwendiger, monotoner und fehleranfälliger Prozess in vielen Unternehmen, so Böhmer. Eine Verarbeitung mit KI-Unterstützung sei im Vergleich dazu signifikant schneller und präziser. Profitieren würden davon vor allem diejenigen, die wenig Erfahrung mit der Rechnungsverarbeitung haben. Der Preis ist mit 750 Euro dotiert.

Der 26-Jährige hat Business Administration an der North Carolina State University Raleigh sowie Wirtschaftswissenschaften an der Universität Leipzig studiert, bevor er für sein Masterstudium der Wirtschaftsinformatik an die MLU kam. Seine Masterarbeit hat er am Lehrstuhl für Operations Research geschrieben. Inzwischen ist er Doktorand am Lehrstuhl für Betriebliches Informationsmanagement.

Das ifu vergibt seit 2000 jährlich den Kantorowitsch-Forschungspreis im Gedenken an den russischen Nobelpreisträger und Ehrendoktor der Universität Leonid Witaljewitsch Kantorowitsch. Die Preisgelder stammen aus Erträgen der Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Lassmann-Stiftung und von Sponsoren.

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