Filme in der Kuppel: Der „Fulldome“ im Ideen-Inkubator

09.05.2018 von Laura Krauel in Wissenschaft, Wissenstransfer
Vom 360-Grad-Film bis zur Virtual-Reality-App: Der „Fulldome“ der Gründerhochschule an der Universität Halle bietet Studierenden sowie Forscherinnen und Forschern zahlreiche Möglichkeiten, die eigenen Ideen zu verwirklichen. Wie man in der Kuppel Filme entwickelt und produziert, wissen Anja Richter und Maren Kießling. Seit dem Wintersemester unterstützen sie Projektteams im Ideen-Inkubator „IT & Medien“.
Die Studentinnen Pia Mozet und Jenny Kleine (v.l.) entwickelten im Fulldome-Zelt den 360-Grad-Film "Dreamsymbiosis".
Die Studentinnen Pia Mozet und Jenny Kleine (v.l.) entwickelten im Fulldome-Zelt den 360-Grad-Film "Dreamsymbiosis". (Foto: Maike Glöckner)

Film – ein Medium nur für die Kinoleinwand oder den Bildschirm? Dass sich das in Zukunft ändern könnte, beweist ein halbkugelförmiges Zelt in der IT- und Medienwerkstatt, die sich im Technologie- und Gründerzentrum I am Weinberg Campus befindet. Vier Rundringe spannen eine Plane von Stativ zu Stativ, während ein Beamer Bilder in das Innere des Zeltes projiziert. Die Rede ist vom „Fulldome“, einer Kuppel, in der 360-Grad-Projektionen abgespielt werden können.

„An der Uni haben wir viele Wissenschaften, die bei uns auf ihre Art und Weise visualisieren können“, sagt Maren Kießling, Lehrbeauftragte am Institut für Musik-, Medien- und Sprechwissenschaften, die Projekte im „Fulldome“ betreut. „Der ‚Fulldome‘ ist dazu da, aus einer Idee einen Prototyp zu entwickeln – wie zum Beispiel einen Pilotfilm“, erklärt Projektmanagerin Anja Richter. Doch nicht nur 360-Grad-Filme sind mit dem „Fulldome“ möglich. Auch Anwendungen für Smartphones oder Tablets, die virtuelle Umgebungen abbilden oder die Realität digital erweitern, können damit produziert werden.

Maren Kießling und Anja Richter (v.l.) vor dem "Fulldome" in der IT- und Medienwerkstatt
Maren Kießling und Anja Richter (v.l.) vor dem "Fulldome" in der IT- und Medienwerkstatt
(Foto: Laura Krauel)

Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Sachsen-Anhalts können die Ausstattung kostenfrei nutzen. Was dafür nötig ist? „Eine innovative Idee“, verrät Anja Richter. Kreative Unterstützung bekommen die Teams auch dazu: Im Ideen-Inkubator werden regelmäßig Workshops zur Ideenfindung durchgeführt. Die halleschen Studentinnen Jenny Kleine und Pia Mozet haben im „Fulldome“ bereits einen Film umgesetzt. In „Dreamsymbiosis“ stellten sie unterschiedliche Arten des Traums dar – vom Tag- über den Nacht- bis zum Albtraum. „In der Regel unterstützt die Akustik im Film das Bild. Das Besondere an ihrer Idee war aber, dass der Schwerpunkt viel stärker auf dem Ton lag“, erklärt die Projektmanagerin.

Mit ihren Filmen und Anwendungen können die Teams anschließend Akzeptanzstudien durchführen. Gelingt ein Projekt besonders gut, finden sie vor Ort Beratung und Begleitung, um Ihr Vorhaben zu einem Start-up zu entwickeln, ein Patent anzumelden oder ihre Idee auf dem Markt zu verkaufen. In der Transferstelle und dem Gründerservice der MLU – beides am Weinberg Campus –  kann ein Rund-um-Service geboten werden.

„Das Schöne ist, beim ,Fulldome‘ ist man in der Umsetzung noch ziemlich frei, auf dem Gebiet gibt es noch nicht so viel“, erzählt Maren Kießling, die das Thema auch in ihrer Doktorarbeit über die Zukunft des Kinos behandelt. Vor dem Beginn eines Projekts ergeben sich dadurch jedoch auch viele Fragen: Was ist mit dem „Fulldome“ alles möglich? Und wie können Forschungsergebnisse zu innovativen Produkten weiterentwickelt werden? Geplant sind deshalb öffentliche Inkubator-Abende, bei denen sich Interessierte zu verschiedenen Themen wie Virtual Reality informieren und selbst ausprobieren können.

Sich darauf einzulassen, nicht nur auf der frontalen Leinwand, sondern im Raum zu erzählen, und dabei experimentierfreudig zu sein, findet Anja Richter besonders wichtig: „Wir befinden uns gerade an einer Schwelle, an der neue Medien wie Virtual Reality oder 360-Grad-Filme unsere Filmwahrnehmung nachhaltig verändern. Da gibt es im Moment sehr viel Spielraum für neue Erzähltechniken – und die gilt es zu entwickeln.“

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