Ausstellung zeigt Spuren der ersten Germanistik-Professorin

02.06.2026 von Katrin Löwe in Varia, Campus, Studium und Lehre
Eine neue Vitrinenausstellung im Foyer der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt widmet sich Agathe Lasch (1879-1942), Deutschlands erster Germanistik-Professorin. Die Schau führt von den Anfängen ihrer wissenschaftlichen Karriere in Halle bis zu ihrer Ermordung durch die Nationalsozialisten.
Ausstellungseröffnung im Foyer der ULB: Vier Vitrinen widmen sich Leben und Werk der Germanistik Agathe Lasch.
Ausstellungseröffnung im Foyer der ULB: Vier Vitrinen widmen sich Leben und Werk der Germanistik Agathe Lasch. (Foto: Markus Scholz)

Agathe Lasch schrieb sich im Sommersemester 1906 und Wintersemester 1906/1907 als Gasthörerin an der halleschen Universität ein. In dieser Zeit wohnte sie in der Sternstraße 11. Eine reguläre Zulassung zum Studium war Frauen in Preußen zu dieser Zeit jedoch noch verwehrt. Lasch wechselte nach Heidelberg, wo sie promoviert wurde, und ging anschließend in die USA. 1917 kehrte sie zurück nach Deutschland, später habilitierte sie sich in Hamburg, wo sie 1923 als erste Frau in der Germanistik einen Professorentitel erhielt. Zu ihren wichtigsten Werken gehört neben dem Hamburgischen das Mittelniederdeutsche Wörterbuch.

Die anhaltenden Verbindungen Laschs nach Halle werden in der Ausstellung unter anderem mit Dokumenten belegt, nach denen sich die Germanistin für ihre Forschung Bände der „Hallischen Schöffenbücher“ nach Hamburg schicken ließ. Auch Kontakte zu Professoren an der Universität Halle werden beleuchtet. Nicht zuletzt zeigt die Ausstellung das tragische Schicksal der Germanistin: Als Jüdin wurde sie 1934 aus dem Dienst entlassen und 1942 im Zuge eines der „Osttransporte“ der Nationalsozialisten in den Wäldern bei Riga ermordet.

Die Vitrinenschau wurde am Rande einer Tagung des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung eröffnet, die rund 60 Mitglieder an der MLU zusammenführte. Kuratiert wurde sie von Dr. Julia Knödler (ULB) sowie Dr. Timo Bülters, Dr. Andrea Seidel und Prof. Dr. Simone Schultz-Balluff vom Germanistischen Institut. Vorausgegangen war ein Semesterprojekt, in dem sich Studierende mit Agathe Lasch befasst haben.

 

Agathe Lasch (1879-1942) in Halle neu entdeckt
29. Mai bis 30. Oktober 2026
Montag bis Freitag, 8 bis 20 Uhr

Foyer des ULB-Verwaltungsgebäudes
August-Bebel-Straße 13
06108 Halle (Saale)

Schlagwörter

Germanistik

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