40 Jahre Zentrale Kustodie: Von Kunstpiraterie und vielen Schätzen

18.10.2019 von Manuela Bank-Zillmann in Varia, Personalia
Am 18. Oktober 1979 wurde die Zentrale Kustodie offiziell eröffnet – am 477. Gründungstag der Universität Wittenberg. 40 Jahre später ein Grund, um mit einer Festveranstaltung und einer Kabinettausstellung auf die ereignisreiche Zeit zurückzublicken sowie den neuen Kustos Dr. Dirk Schaal offiziell einzuführen.
Heutiger und früherer Kustos: Dirk Schaal (li.) und Ralf-Torsten Speler
Heutiger und früherer Kustos: Dirk Schaal (li.) und Ralf-Torsten Speler (Foto: Markus Scholz)

Rektor Prof. Dr. Christian Tietje sagte es gleich zu Beginn seiner Rede: „Wir sind sehr stolz auf diesen Bestand.“ – Und meinte damit eine große Kunstsammlung, eine Medaillensammlung, den Bestand des Kupferstich-Kabinetts und natürlich das Universitätsmuseum, das in diesen Reichtum Einblicke gewährt. Dass unter anderem auch die historischen Talare in der Kustodie verwahrt und gepflegt werden, dass ein Kustos in Halle auch ein Zeremonienmeister ist – etwa beim jährlichen Zug des Senats vom Wittenberger Rathaus bis zur Leucorea am Reformationstag – und dass für Staatsgäste kundige Führungen zur jahrhundertelangen Universitätsgeschichte angeboten werden, kommt dazu: „Die Kustodie war immer ein guter Partner des Rektorats“, so Tietje.  

Der am längsten amtierende Kustos Dr. Ralf-Torsten Speler (1983 bis 2013) hielt in seiner launigen Festrede Rückschau, erinnerte an den ersten Kustos Prof. Dr. Dr.-Ing. Hans-Joachim Mrusek (1979 bis 1982), der die Kustodie im damaligen Tschernyhaus – heute Gebäude der Leopoldina – begründen konnte. Er erinnerte an das jahrelange Zusammentragen der Kunstschätze, die über die Universität verteilt waren und nun zentral betreut und erschlossen werden sollten: Im Archiv der Universität galt er damals daher, so Speler, als der Kunstpirat – bevor er selbst zusätzlich zum Archivleiter berufen wurde, versteht sich. Auch sein Nachfolger Dr. Michael Ruprecht (bis 2018) war ab 2014 Leiter der Zentralen Kustodie und des Archivs, das er bereits seit 2011 führte. Neben dem Tagesgeschäft seien immer wieder zahlreiche Veranstaltungen geplant und durchgeführt worden – 112 Ausstellungen allein in 40 Jahren, so Speler.

Anlass war der Abend aber auch für die Einführung des neuen Leiters von Archiv und Kustodie: Honorar-Professor Dr. Dirk Schaal, der seit seinem Geschichtsstudium an der Universität in Halle kein Unbekannter ist. Der Rektor stellte ihn und seine Vita vor und Ralf-Torsten Speler wünschte ihm herzlich „Fortune und Freude“. Auch Michael Ruprecht war eigens gekommen, um seinem Nachfolger alles Gute zu wünschen.

Zum Ende der Festveranstaltung gab es noch einen Rundgang mit Ralf-Torsten Speler durch die kleine Ausstellung im Kupferstichkabinett, gestaltet in bekannt hervorragender Weise von Künstler Lutz Grumbach und erarbeitet von Speler gemeinsam mit seinen langjährigen Mitarbeitern Volker Müller und Constanze Hertel.

Blick in dier Ausstellung
Blick in dier Ausstellung
(Foto: Markus Scholz)

Die Ausstellung ist im Kupferstichkabinett im Löwengebäude bis 26. Januar 2020 zu sehen. Geöffnet ist: Dienstag bis Freitag, 11 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr; Sonntag 14 bis18 Uhr; an Weihnachtsfeiertagen und Silvester/Neujahr ist geschlossen. Zur Finissage am 24. Januar 2020, 17 Uhr, wird auch die Publikation „Vom Kaulenberg zum Löwengebäude am Universitätsplatz. Zur Geschichte der zentralen Kustodie 1979-2019“ vorgestellt.

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