Spektakuläres Lasersystem in der Medizinphysik eingeweiht

12.04.2019 von Manuela Bank-Zillmann in Wissenschaft, Forschung
Rund eine halbe Million Euro hat das System aus zwei Riesenimpulslasern gekostet. Es ermöglicht völlig neue Perspektiven für die photoakustische Bildgebung in der Medizinischen Physik. Wissenschafts-Staatssekretär Jürgen Ude und Rektor Christian Tietje haben den 3D-Superlaser gestern Nachmittag eingeweiht.
Jan Laufer präsentiert das neue Lasersystem Staatssekretär Jürgen Ude und Rektor Christian Tietje (von rechts).
Jan Laufer präsentiert das neue Lasersystem Staatssekretär Jürgen Ude und Rektor Christian Tietje (von rechts). (Foto: Maike Glöckner)

Vom Staunen über das neue Lasersystem, mit dem ab jetzt die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jan Laufer zum Beispiel an Tumorzellen forschen wird, wurde am Ende der Sekt fast warm. Angestoßen wurde freilich dennoch. Auch obwohl das Jahr 2019 kein allzu rosiges für die Großgeräte-Anschaffung im Land Sachsen-Anhalt ist, denn weitere Mittel gibt es im Haushalt 2019 dafür nicht.

Rektor Prof. Dr. Christian Tietje sprach das an: „Die Finanzierung solcher Geräte ist immer wieder eine Herausforderung. Wir brauchen die Kofinanzierung vom Land.“ Einen Dissens gab es trotzdem nicht. Staatssekretär Jürgen Ude aus dem Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung stellte ebenso fest, dass es im Doppelhaushalt 2020/21 wieder anders aussehen muss: „Das ist eine Grundvoraussetzung für Spitzenforschung.“

Und der Star des Nachmittags? Der strahlte das emittierte Licht in allen Farben des Spektrums – von ultraviolett bis zum Infrarotbereich –, da die Wellenlängen der Lichtimpulse exakt bestimmbar sind. Im Übrigen können diese Lichtimpulse im Lasersystem durch elektronische Steuerung exakt zeitlich verzögert werden und bieten insgesamt so hohe Ausgangsleistungen, dass nicht nur die reine Grundlagenforschung abgedeckt werden kann, sondern auch vorklinische Studien oder auch ersten klinische Versuche ermöglicht werden können.

Gebaut wurde das weltweit einmalige Gerät von einer Firma in München nach den Vorstellungen der halleschen Medizinphysiker: „Wir bauen die Geräte und liefern damit die Werkzeuge, die später zur Anwendung in den Lebenswissenschaften eingesetzt werden können“, sagte Jan Laufer, der zu den renommiertesten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Technologie der photoakustischen Bildgebung und deren Weiterentwicklung zählt. Seit Januar 2017 forscht er an der Universität Halle.

Die Anschaffungskosten in Höhe von rund 500.000 Euro wurden je zur Hälfte vom Land Sachsen-Anhalt und der Deutschen Forschungsgemeinschaft getragen.

Schlagwörter

Physik

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