Sein Wunsch: ein Flug zum Mars

22.11.2018 in Im Fokus, 20 Fragen
An dieser Stelle wird’s persönlich ... Den Fragebogen des Unimagazins beantwortet diesmal Prof. Dr. Wolfgang Paul. Seit September 2018 ist der Physiker Prorektor für Forschung an der halleschen Universität.
Wolfgang Paul
Wolfgang Paul (Foto: Michael Deutsch)

1 | Warum leben Sie in Halle und nicht anderswo?
Mir ist die Einheit von Arbeits- und Lebensort wichtig und in Halle passen auch das Kultur- und Naturangebot.

2 | Wenn Sie nicht Physiker geworden wären, was wären Sie dann geworden?
Reich.

3 | Was war an Ihrer Studienzeit am besten?
Die Möglichkeit, Neues zu lernen auf vielen Gebieten und darüber mit meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen zu diskutieren.

4 | Welchen Rat fürs Überleben würden Sie Studierenden heute geben?
Beim Studieren geht es nicht ums Überleben, sondern um die Freude am Leben und Lernen.

5 | Wenn Sie Rektor einer Universität wären, was würden Sie als erstes tun?
Versuchen, allen Mitgliedern der Universität die Perspektive von Frage 4 (zurück?) zu geben.
 
6 | Was ist für Sie die erste Aufgabe der Wissenschaft?
Am wichtigsten ist es, gesicherte Erkenntnisse zu generieren.

7 | Was haben Intelligenz und Menschlichkeit miteinander zu tun?
Im Tierreich besitzt der Mensch die wohl höchst entwickelte Intelligenz. Sie macht also einen wesentlichen Teil seiner Menschlichkeit aus, aber dazu muss Empathie kommen, um wahre Menschlichkeit zu entwickeln.

8 | Worüber ärgern Sie sich am meisten?
Unfairness.

9 | Was bringt Sie zum Lachen?
Loriot. Er hat einen feinen Sinn für die Komik und manchmal Lächerlichkeit in unserem Alltag, aber er blickt immer von einem Standpunkt der Menschlichkeit auf das Leben.

10 | Was schätzen Sie an Ihren Freunden?
Dass sie zu mir halten, auch wenn ich mal daneben liege mit dem, was ich tue oder denke.
 
11 | Wo sehen Sie Ihre Stärken?
Zuhören können, analytisches Denken, Geduld und Beharrlichkeit.

12 | Was erwarten Sie von der Zukunft?
Persönlich vier Jahre mit spannenden neuen Aufgaben und anregenden persönlichen Begegnungen in meinem Amt als Prorektor für Forschung. Im Großen erwarte ich eine Zeit des Umbruchs, weltpolitisch wie gesellschaftlich. Uns fehlt die Synthese aus Kapitalismus und Kommunismus.

13 | Woran glauben Sie?
An die Fähigkeit des Menschen, sich weiter zu entwickeln, zumindest meistens.

14 | Welchen bedeutenden Menschen unserer Zeit hätten Sie gern als Gesprächspartner?
Laurie Anderson. Sie bringt mich mit ihrer Kunst jetzt seit 30 Jahren zum Nachdenken, Staunen und Schmunzeln.

15 | Wer war oder ist für Sie der wichtigste Mensch in Ihrem Leben?
Meine Frau.

16 | Welchen Ort der Welt möchten Sie unbedingt kennen lernen?
Den Mars. Die bekannte Welt war lange kleiner als die Erde, heute werden Welt und Erde oft synonym gesetzt, aber unsere Welt ist längst größer.

17 | Womit verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten?
Lesen, Wandern, Fotografieren.

18 | Was wären Ihre drei Bücher für die Insel?

  • Robinson Crusoe,
  • Das große Buch vom Heimwerken und
  • die Autobiographie von Elias Canetti.

19 | Wenn Sie einen Wunsch frei hätten…?
Einen Flug zum Mars.

20 | Ihr Motto?
Immer mit der Ruhe und dann mit ‘nem Ruck.

Aus der Vita:

  • geboren 1959 in Gelsenkirchen
  • 1979-1986: Studium der Physik, Universität Essen und Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
  • Dissertation (1989) und Habilitation (1996) in Theoretischer Physik in Mainz
  • 1997-2003: Gastprofessuren an der Ohio State University und der University of Utah (USA)
  • 2003: außerplanmäßiger Professor in Mainz
  • 2004-2009: Akademischer Direktor am Institut für Physik in Mainz
  • seit 2009 Professor für Theoretische Polymerphysik in Halle

 

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