Bildung im Vorübergehen: Schilder informieren über Anton Wilhelm Amo

Im Rahmen der Veranstaltung am Mittwoch sprach Claus Gienke, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Juristischen Bereich, über das Leben und Wirken von Amo. Gienke ist einer der drei Herausgeber des Buchs „Anton Wilhelm Amo. Werke in deutscher Übersetzung“, das 2023 erschien und die drei überlieferten Schriften Amos als Faksimiles der deutschen Übersetzung enthält.
Amo gelangte im Kindesalter an den Hof Anton Ulrichs von Braunschweig-Wolfenbüttel. Dort erhielt er zunächst Privatunterricht, später studierte, forschte und lehrte er an den Universitäten Halle, Wittenberg und Jena. Der MLU ist es seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen, an ihren bedeutenden Alumnus zu erinnern: Seit 1994 verleiht die Universität den Amo-Preis für herausragende Abschlussarbeiten, zudem findet an der Universität jährlich eine Anton-Wilhelm-Amo-Lecture statt. Eine Rektoratskommission setzt sich seit 2020 mit dem Gedenken an Amo auseinander, um dieses differenzierter zu gestalten.
Im Rahmen des Projekts „Bildung im Vorübergehen“ stattet die Bürgerstiftung Halle seit 2008 monatlich eine Straße mit zusätzlichen Informationsschildern aus. Verbunden damit ist die Idee, Einwohnern und Besuchern der Stadt diese historischen Persönlichkeiten und ein Stück hallescher Stadtgeschichte näher zu bringen.
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