Personalentwicklung: In der Wissenschaft auf Erfolgsspur

11.06.2018 von Katrin Löwe in Varia, Campus, Studium und Lehre
Die Uni Halle arbeitet an einem systematischen Personalentwicklungskonzept für den Wissenschaftsbereich, das sowohl den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beim Karriereaufbau und ihren alltäglichen beruflichen Aufgaben als auch der Universität selbst helfen soll. Teil des Projektes ist eine gerade gestartete Befragung. Was es damit auf sich hat, erklären die Referatsleiterin Personalentwicklung Dr. Sandra Maihöfner und Projekt-Koordinatorin Judith Portius im Interview.
Dr. Sandra Maihöfner (li.) und Judith Portius im Interview
Dr. Sandra Maihöfner (li.) und Judith Portius im Interview (Foto: Markus Scholz)

An wen richtet sich Ihre Befragung?
Judith Portius: An alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der MLU, das heißt Professorinnen und Professoren, Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren, Lehrende, aber auch an Promovierende oder Habilitierende. Das sind mehr als 2000 Personen. Die Befragung soll dazu dienen, die Karriereentwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses noch besser unterstützen zu können. Außerdem möchten wir erfahren, welchen Beitrag wir leisten können, um auch Betreuende und Führungskräfte in ihrer Aufgabenerfüllung noch besser zu fördern. Die Befragung wird online durchgeführt und der Link dazu per E-Mail versendet. Das Ausfüllen wird etwa eine halbe Stunde dauern.

Warum ist das Konzept überhaupt nötig?
Portius: Personalentwicklung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnt immer mehr an Bedeutung. Dafür braucht es eine Systematik von der Einstellung über die karrierebegleitende Qualifizierung bis zur leichteren Gestaltung von fließenden Übergängen zwischen Karrierestufen - im individuellen Interesse, aber auch im Interesse der Universität. Wir wollen ja die besten Köpfe gewinnen und halten. In der Wissenschaft sind dafür andere Wege nötig als in der Wirtschaft, denn es gibt hier ganz andere Herausforderungen. Personalentwicklung kann da viel tun und tut es auch schon an der MLU. Es existieren zwar bereits viele Angebote, allerdings sind diese derzeit noch zu wenig aufeinander abgestimmt.

Dr. Sandra Maihöfner: Es gibt wirklich ganz viele tolle Angebote. Das hochschuldidaktische Zertifikatsprogramm mit Workshop-Formaten zu Projektmanagement, zum Umgang mit schwierigen Lehrsituationen oder zu didaktischen Methoden wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern richtig gut genutzt. Es gibt das Zertifikatsprogramm „Multimediale Lehre“, das Mentoring-Programm, Beratungen zur Einwerbung von Drittmitteln, Einzelcoachings oder das Familienbüro. Ein Anliegen des Projektes ist auch, die verschiedenen Angebote mehr als bisher zu bündeln, systematisch zu erfassen und untereinander zu vernetzen. Daher wurde eine Arbeitsgruppe zusammengestellt, um allen Fakultäten die Möglichkeit zu geben, das Personalentwicklungskonzept mitzugestalten und sie von Anfang an zu beteiligen. Die Gruppe besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Fakultäten und der verschiedenen Statusgruppen sowie des International Office und der Internationalen Graduiertenakademie.

Wie lange läuft das Projekt?
Portius: Es läuft seit Ende August 2017 und ist auf drei Jahre angelegt. Im Moment sind wir in einer umfassenden Bedarfsermittlung, wozu auch die Befragung zählt. Dabei wird analysiert, in welcher Ausprägung welche Kompetenzen zum Start der Karriere und auf den einzelnen Karrierestufen erforderlich sind, welche Hindernisse es im Karriereverlauf gibt. Wir fragen auch, wie sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuell gefördert fühlen und welche Maßnahmen ihnen fehlen, um die Karriereentwicklung zu unterstützen.

Maihöfner: Die Befragung selbst wird vier Wochen laufen, gegebenenfalls verlängern wir noch um zwei Wochen. Uns ist auch wichtig, dass sich aus allen Stufen, angefangen von Promovierenden über PostDocs bis hin zu (Junior-)Professorinnen und (Junior-)Professoren möglichst viele an ihr beteiligen, um Einfluss zu nehmen.

 

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