Jahrhunderte verschmelzen in Fotos

24.10.2019 von Sarah Huke in Varia
Warum steht ein Oldtimer vor dem Audimax? Und was ist das für ein Tor neben dem Leipziger Turm? Torsten Milarg kombiniert in seinen Arbeiten historische Architekturfotografien mit zeitgenössischen digitalen Aufnahmen und zeigt damit nicht nur bauliche Veränderungen an der Universität und in der Stadt in den letzten 100 Jahren, sondern bringt auch kleine historische Details zum Vorschein. Seine Fotokompositionen sind bis zum 27. Januar an der Uni zu sehen.
Torsten Milarg stellt seine Fotokompositionen an der Uni aus.
Torsten Milarg stellt seine Fotokompositionen an der Uni aus. (Foto: Markus Scholz)

Wo Fritz Möller und Gottfried Riehm ihre Plattenkameras aufstellten, zückt Torsten Milarg heute seine Digitalkamera.  Rund 100 Jahre liegen zwischen ihren Aufnahmen. Doch in den Fotokompositionen Milargs scheint es, als seien die Jahrhunderte miteinander verschmolzen. Zu sehen sind sie ab morgen in der Ausstellung „Halle und seine Universität. Eine Zeitreise der besonderen Art“ in den Räumen der Zentralen Kustodie im Löwengebäude.

 „Die Idee für diese Reihe hatte ich, als mir der Fotoband ,Halle um die Jahrhundertwende‘ von Fritz Möller in die Hand fiel“, so Milarg. Bis die Ausstellung fertig war, arbeitete der Fotograf rund ein Jahr an den Kompositionen.  Denn zuerst hieß es recherchieren. Dafür suchte der Fotograf nach weiteren Motiven im Universitätsarchiv und im Stadtarchiv.

Richtig herausfordernd wurde es, als es daran ging, die Motive erneut zu fotografieren. „Ich musste erst einmal den richtigen Standort und die richtige Perspektive finden. Dann das Wetter abpassen, Lichteinfall, Schatten und Reflexionen beobachten. Meine Fotografien musste möglichst nah an den historischen Aufnahmen sein“, so Milarg. Digital fügte er dann beide Fotografien zusammen und bearbeitete sie aufwendig. „Das historische Bild wurde dabei nicht retuschiert. Störungen, Fehlstellen und Seitenverhältnisse sind erhalten geblieben.“

In Milargs Fotokompositionen wachsen so die Jahrhunderte zusammen. So steht die Frau mit Kittelschürze und geflochtenem Korb hinter einem Mountainbike, neben der Giebichensteinbrücke taucht plötzlich eine Behelfsbrücke auf und die Fotografen Milarg und Riehm stehen zusammen an einem Baum. „Die Fotokomposition mit dem Leipziger Turm finde ich auch spannend. Denn eigentlich stand das Galgtor gar nicht mehr, als das historische Foto 1903 gemacht wurde. Aber man hatte gerade eine Art Attrappe davon für den Besuch des Kaisers aufgebaut. Faszinierend. Durch die Arbeit habe ich viel dazu gelernt.“
Bei der Konzeption der Ausstellung wurde er von Wissenschaftlern Dorothea Hornemann und Dr. Jürgen Vogel unterstützt. Sie schrieben auch das Begleitheft zur Ausstellung, das viele Informationen zur Universitäts-, Architektur- und Stadtgeschichte enthält. Über einen QR-Code können diese auch in der Ausstellung abgerufen werden.

Die Ausstellung

"Halle und seine Universität -  Eine Zeitreise der besonderen Art von Torsten Milarg"
25. Oktober 2019 bis 27. Januar 2020
Löwengebäude
Universitätsplatz 11
06108 Halle (Saale)

Öffnungszeiten: jeweils Dienstag bis Freitag von 11 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr, Sonntag von 14 bis 18 Uhr; am 24. und 31. Dezember sowie an Feiertagen geschlossen, Eintritt frei

Führungen am 3. November und 1. Dezember 2019 und am 26. Januar 2020, jeweils 15 Uhr

 

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