Exzellenzstrategie: „Die Enttäuschung ist groß, aber es geht weiter“

04.10.2017 von Tom Leonhardt in Wissenschaft, Forschung
Es hat nicht sollen sein: In der Vorrunde der Exzellenzstrategie hat das internationale Gutachtergremium der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) keine der drei Antragsskizzen der Universität Halle zur Vollantragsstellung aufgefordert. Prof. Dr. Michael Bron, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, spricht im Interview über das Abschneiden der Universität und die Pläne für die Zukunft.
Die Universität Halle hatte sich mit drei Antragsskizzen bei der Exzellenzstrategie beworben.
Die Universität Halle hatte sich mit drei Antragsskizzen bei der Exzellenzstrategie beworben. (Foto: Markus Scholz)

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Kommentare

  • Constanze Pinske am 09.10.2017 08:50

    Sehr schöner Beitrag Herr Leonhardt und sehr diplomatisch ausgedrückt Herr Bron! Ich sehe nicht, dass unsere Uni je eine Chance hat exzellent zu werden, da zentrale Infrastruktur fehlt und Regularien vom Forschen abhalten. Wieso muss ich auf ein PC Angebot 6 Wochen warten und es ist dann noch zu teuer aber ich darf kein anderes Gerät kaufen? Wieso muss ich für jede Ausgabe über 500€ drei Angebote einholen obwohl bei uns oft die Verbrauchsmittel teurer sind? Trotzdem wünsche ich viel Erfolg bei weiteren Anträgen!

  • Anonymous am 09.10.2017 08:51

    Ein sehr schöner Bericht und leider eine traurige sich wiederholende Gewohnheit, dass die Universität an Exzellenzanträgen scheitert. Ich kann mich nur meiner Vorrednerin anschließen und möchte aus meiner persönlichen Sicht etwas beisteuern. Exzellenz sollte eine Auszeichnung für vorbildliche Arbeit sein, welche an der Basis - den Wissenschaftlern (Promotionsstudenten & Postdocs) beginnt, sich bei der Entwicklung und Etablierung der von Strukturen im akademischen Umfeld fortsetzt und letzendlich erst dann in bestätigte Exzellenz mündet. Leider ist es jedoch (noch) so an der Universität Halle, dass eben jene Basis, welche Impulsgeber für exzellente Ideen ist und sein sollte, sich im universitären Alltag häufig mit Problemen konfrontiert sieht. So sind 50 Stundenwochen (bei Bezahlung von 20 oder 27 Stunden) für viele Wissenschaftler Alltag. Gleiches gilt für Betreuungslasten von nicht selten mehr als 3 Monaten im Jahr verursacht durch Praktika, Vorlesungen und Seminare - welche zwar notwendig für Exzellenz sind aber nicht selten ausschließlich von Promotionsstudenten getragen werden müssen, weil Postdocs und Professoren sich den Mühlen der bürokratischen Zwänge und dem Einwerben von Drittmitteln gegenübergestellt sehen. Ähnliche Hürden wurden an Fallbeispielen auch im Post zuvor geäußert. Ich möchte es aus meiner Sicht noch um den erschwerenden Punkt erweitern, nämlich das es Halle eine schlecht aufgestellte bis nicht vorhandene Postdoc-Kultur existiert. Hierdurch werden in letzter Instanz Promotionszeiten bis zum Maximum ausgereizt um Wissen, Techniken und Ideen im akadamischen Umfeld der Arbeitsgruppen zu wahren. Dies führt dazu, dass lediglich Idealisten der akademischen Sparte in ihrem späterem Karriereweg folgen und Reihe kluger Köpfe über kurz oder lang in die Wirtschaft abwandert und damit die Grundlage für Exzellenz schwindet bzw. nicht entstehen kann. Frei nach Aristoteles der einst folgende Worte äußerte: "Wir sind, was wir wiederholt tun. Exzellenz ist also nicht eine Handlung,sondern eine Gewohnheit.", sollte die Universität vielleicht darüber nachdenemken zunächst ihre Gewohnheiten zu ändern, um aus diesem Ansatz heraus wahre Exzellenz gewinnen. In diesem Sinne wünsche ich dennoch viel Glück bei folgenden Anträgen, da die MLU von ihrer akademischen Geschichte und den Beschäftigten, welche hier ein zu Hause gefunden haben und herrausragenden Forschung betreiben, sich irgendwann Exzellenz verdienen sollte.

  • Stephan Feller am 09.10.2017 08:51

    Frau Pinskes Punkt ist wichtig. In Oxford war mein neuer Laptop nach max. 7-10 Tagen da, in Halle hab ich über 4 Monate gewartet. Das nervt unglaublich und verhindert effektives Arbeiten.

    Viele Bestellungen sind extrem bürokratisch. Erst dürfen wir Drittmittel einwerben und dann müssen wir umfangreich rechtfertigen wie/warum wir sie ausgeben.

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