Dank „Brave“: Erfolgreicher Forscher-Nachwuchs aus Indien

16.04.2019 von Katrin Löwe in Wissenschaft, Forschung
Rund 100 indische Studierende und Wissenschaftler haben sich in den vergangenen Jahren an sechs europäischen Universitäten mit pflanzenbiochemischen Projekten befasst. Als deutscher Partner des Erasmus-Projekts „Brave“ war die MLU mit im Boot – Biochemiker Prof. Dr. Sven-Erik Behrens hat jetzt gemeinsam mit Teilnehmern Bilanz gezogen.
Sven Erik Behrens (3. von rechts) mit den indischen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern.
Sven Erik Behrens (3. von rechts) mit den indischen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern. (Foto: Vitantonio Pantaleo)

Es war ein besonderes Treffen, das im März im neuen Charles-Tanford-Proteinzentrum der MLU stattfand. Acht indische Doktoranden und ein Post-Doc diskutierten dort mit Prof. Dr. Sven-Erik Behrens vom Institut für Biochemie und Biotechnologie und Dr. Vitantonio Pantaleo aus dem italienischen CNR „Consiglio Nazionale delle Ricerche“ (Nationaler Forschungsrat) in Bari über die vergangenen vier Jahre. In denen hat sich viel getan: Insgesamt kamen vierzehn Doktoranden, Post-Docs und Professoren seit dem Herbst 2014 von fünf verschiedenen indischen Universitäten nach Halle, um an der MLU und am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) zu forschen. „Alle haben in den vergangenen Jahren hervorragende Fortschritte in ihren Arbeiten gemacht: Neben einer Reihe bereits erschienener oder derzeit vorbereiteter Publikationen werden neun Doktoranden in den nächsten Monaten ihre Promotionsarbeiten einreichen“, sagt Behrens. Dazu komme ein Doktorand, der seine Arbeit zum Teil in Indien und zum anderen in Deutschland verfasst.

Genau das sei das Ziel des Projektes „Breeding for plant resistance to viruses“ (Brave) gewesen, das im Rahmen des europäischen Kooperations- und Mobilitätsprogramms Erasmus Mundus lief. Es wurde von Prof. Dr. Andreas Voloudakis aus der Agricultural University of Athens in Griechenland ins Leben gerufen. Nach dem erfolgreichen Antrag bei der EU wurden 2014 und in den Folgejahren insgesamt rund 100 indische Studierende und Wissenschaftler in Projekte an sechs europäischen Universitäten in Großbritannien (East Anglia), Spanien (Madrid), Italien (Mailand und Bari), Finnland (Helsinki), Griechenland (Athen) und an die MLU in Deutschland vermittelt. Rund drei Millionen Euro Förderung standen hierfür zur Verfügung.

Insbesondere in Indien sind aufgrund der Bevölkerungszahl im Vergleich zur Fläche die Herausforderungen für die Agrarwirtschaft immens, hatte Behrens – Projektkoordinator in Halle – bereits zum Auftakt von „Brave“ erklärt. Ein Lösungsansatz seien zum Beispiel Nutzpflanzen, die über innovative Methoden resistenter gegen Viren gemacht werden. Aber auch mit vielen anderen pflanzenbiochemischen Themen haben sich die Forscherinnen und Forscher aus Indien in Halle befasst. Das Interesse der von ihm angefragten Betreuer an Universität und IPB sei groß gewesen, so Behrens. „Das war ein goldener Griff.“

„Zählt man allein die neun Promotionsarbeiten, war Brave bereits als ‚internationales Graduiertenkolleg‘ ein großer Erfolg“, sagt der MLU-Wissenschaftler heute. Dazu kämen auch die Arbeiten der Post-Docs und Gastprofessoren sowie ein Riesennetzwerk, das zwischen den europäischen und indischen Kooperationspartnern und nicht zuletzt zwischen den vielen Studierenden entstanden sei. Ein Wermutstropfen sei gewesen, dass die Unterstützung durch das Erasmus-Programm nur bis Anfang 2018 andauerte. Ihre Promotionsarbeiten konnten die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler deshalb nur mit Unterstützung der jeweiligen Betreuer aus der MLU und dem IPB abschließen, die dafür jeweils weitere Finanzierungsquellen erschlossen haben. „Neben Professor Voloudakis gilt ihnen und dem International Office, das die Studierenden administrativ betreut hat, mein großer Dank“, sagt Behrens. „Ich freue mich darüber hinaus berichten zu können, dass sich alle Studierenden in Halle, an der MLU und bei ihren Betreuern sehr wohl gefühlt haben und nun diesen guten Eindruck mitnehmen. Wo auch immer sie ihre Karrieren letztlich hintragen werden – Deutschland steht bei vielen ganz oben auf der Wunschliste. Kann es besser laufen?“ 

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