20 Fragen an … Lilit Flöther

05.02.2026 in Personalia, 20 Fragen
An dieser Stelle wird’s persönlich ... Den Fragebogen des Unimagazins beantwortet diesmal Dr. Lilit Flöther. Als Leiterin des Zentrums für Schmerz- und Palliativmedizin des Universitätsklinikums Halle vertieft sie ihre klinische Expertise durch interdisziplinäre Forschung im Schmerzmanagement. Ein Schwerpunkt liegt auf der bislang unzureichend erforschten Schmerztherapie kritisch kranker septischer Patienten und deren Lebensqualität. Ein weiterer Fokus ist die Schmerz- und Palliativversorgung älterer Menschen unter Berücksichtigung biographischer Belastungsfaktoren. Ziel ist die evidenzbasierte Verbesserung von Symptomkontrolle und Lebensqualität.
Lilit Flöther
Lilit Flöther (Foto: Universitätsmedizin Halle)

1 | Warum leben Sie in der Region und nicht anderswo?
Als Armenierin hatte ich vor 22 Jahren nach meinem DAAD Stipendium die großartige Möglichkeit in Halle als Assistenzärztin an der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin zu starten. In all den Jahren habe ich hier meine beruflichen Ziele umsetzen dürfen. Mein Traumjob als Ärztin und meine hier verwurzelte Familie, aber natürlich auch mein Freundeskreis haben mich fest an die Saalestadt gebunden. 

2 | Wenn nicht Medizinerin, was wären Sie dann geworden?
Ganz ehrlich: Ärztin zu werden, war für mich - wie die Altkanzlerin sagen würde - alternativlos.

3 | Was war an Ihrer Ausbildungs- bzw. Studienzeit am besten?
Meine Zeit als Gastärztin in Göttingen - eine unbeschwerte Zeit, in der ich Deutschland kennen und lieben lernen durfte. 

4 | Welchen Rat fürs Überleben würden Sie Studierenden heute geben?
Täglich kämpfen – interessiert, leidenschaftlich, fokussiert, aber dabei nicht verbissen. 

5 | Wenn Sie Wissenschaftsministerin wären, was würden Sie als erstes tun?
Ich würde gezielt zusätzliche Mittel in Forschung und Lehre investieren – insbesondere an den Universitätsklinika. Gleichzeitig würde ich Frauenförderprogramme konsequent ausbauen und Frauen in Klinik und Forschung nachhaltig und wirksam unterstützen.

6 | Was ist für Sie die erste Aufgabe der Wissenschaft?
Die erste Aufgabe der Wissenschaft ist es, medizinisches Handeln sicherer, wirksamer und nachvollziehbarer zu machen.

7 | Was haben Intelligenz und Menschlichkeit miteinander zu tun?
Nur die Kombination macht‘s! 

8 | Worüber ärgern Sie sich am meisten?
Über Arroganz und Ungerechtigkeit im Umgang miteinander.

9 | Was bringt Sie zum Lachen?
Ich lache viel und gerne. Selbst Mr. Bean bringt mich noch beim tausendsten Mal zum Lachen.

10 | Was schätzen Sie an Ihren Freundinnen und Freunden?
Dass Nähe auch über große Distanzen spürbar bleibt und Verlässlichkeit nicht an Orte gebunden ist – selbst wenn uns viele Kilometer trennen.

11 | Wo sehen Sie Ihre Stärken?
In Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit, Zielstrebigkeit, Kreativität sowie in meiner Begeisterungsfähigkeit und Neugier.

12 | Was erwarten Sie von der Zukunft? 
Ich möchte gern sehen, wie meine beiden Kinder ihre eigenen Wege gehen. 

13 | Woran glauben Sie? 
Daran, dass Interesse, Leidenschaft und Fokus vieles möglich machen.

14 | Welchen bedeutenden Menschen unserer Zeit hätten Sie gern als Gesprächspartner?
Cicely Saunders – weil sie mit der Entwicklung der modernen Palliativmedizin gezeigt hat, wie medizinische Kompetenz, ethische Haltung und tiefes Mitgefühl untrennbar zusammengehören und bis heute unser Verständnis von Menschenwürde am Lebensende prägen.

15 | Wer war oder ist für Sie der wichtigste Mensch in Ihrem Leben?
Meine Familie – mein Ehemann an meiner Seite seit 21 Jahren und meine wundervollen Kinder.

16 | Welchen Ort der Welt möchten Sie unbedingt kennen lernen?
Ich habe viele Orte der Welt kennenlernen dürfen. Als Armenierin würde ich gern den Berg Ararat besteigen. 

17 | Womit verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten?
Ich verbringe jede freie Stunde möglichst auf dem Tennisplatz. Am liebsten verbinde ich das mit Zeit auf meiner Lieblingsinsel Mallorca – gemeinsam mit meiner Familie.

18 | Was wären Ihre drei Bücher für die Insel?
Ganz ohne medizinische Fachliteratur könnte ich mir das Leben auf einer Insel kaum vorstellen – die würde ich auf jeden Fall mitnehmen. Dazu Michelle Obama: Becoming und Atul Gawande: Sterblich sein. 

19 | Wenn Sie einen Wunsch frei hätten…?
Meinen Sehnsuchtsort, meine Heimat Berg-Karabach, wieder besuchen zu dürfen – und Frieden auf der Welt.

20 | Ihr Motto?
Es gibt immer einen nächsten Schritt.

Aus der Vita

  • 1974 geboren in Mardakert, Armenien, verheiratet, 2 Kinder 
  • 1991 bis 1998 Medizinstudium in Eriwan, Armenien
  • 2000 DAAD-Stipendium (Universitätsklinikum Göttingen)
  • 2003-2007 Facharztausbildung in der Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Universitätsmedizin Halle
  • 2003 Promotion, 2005 Diplom European Society of Anaesthesiology (D.E.S.A.), 2007 Facharzt für Anästhesiologie, 2015 Master of Science (MSc) Medizinische Universität Wien
  • Seit 2012 Oberärztin in der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Universitätsmedizin Halle, Leiterin des Zentrums für Schmerz- und Palliativmedizin 
  • 2024 Stipendiatin des Gisela-Schützmannsky-Programms der Medizinischen Fakultät der MLU
  • Seit 2024 Leitende Oberärztin 
     

Schlagwörter

Medizin

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