Sanierungen im Botanischen Garten: Tropenhaus ist fertiggestellt

Nötig war die Sanierung des Dachs des Tropenhauses aus energetischen Gründen, sagt der Kustos des Gartens PD Dr. Matthias Hoffmann: „Wir müssen auch im Winter um die 20, 21 Grad halten, damit die Pflanzen überleben“, so Hoffmann. Um das abzusichern, sei in den vergangenen Wintern in mehreren Metern Höhe jeweils zusätzlich eine Isolierfolie eingezogen worden – ein immenser Aufwand.
Ganz einfach war die Komplettsanierung des Dachs freilich auch nicht: Für das neue Dach mit deutlich stärkerer Dämmung mussten an der Fassade und ebenso im Innenraum des Gebäudes zwischen den Pflanzen Gerüste aufgestellt werden. Rund 190.000 Euro flossen seit dem Frühsommer dieses Jahres in das Projekt.

Für Kustos Hoffmann ist der Abschluss der Bauarbeiten ein besonderer Meilenstein: Mit ihm enden vorläufig die Sanierungen, die in den Jahren 2003 und 2004 am Wasserpflanzenhaus und dem Teich davor begonnen haben. 2006 folgte die Sanierung der Fassade des Großen Tropenhauses. Die tropischen Bedingungen in dem 1872/1873 errichteten und bereits zwei Mal rekonstruierten Haus hatten der einstigen Holz-Glas-Konstruktion schwer zugesetzt.
In den Jahren nach der Tropenhaus-Sanierung erhielt das Mongoleihaus mit den zentralasiatischen Pflanzen ein neues Dach, das Versuchsgewächshaus wurde einer Grundsanierung unterzogen, das Immergrünenhaus wurde rekonstruiert, das Erdhaus neben der Sternwarte ebenso. Die Waschküche wurde komplett saniert, Arbeiten gab es auch im Alpinhaus und dem Anzuchthaus. Schließlich wurde im Mai dieses Jahres die abgeschlossene Sanierung des Sammlungsgewächshauses für Sukkulenten und Bromelien gefeiert.
Mehr als 2,8 Millionen Euro wurden damit insgesamt in die Gewächshäuser des Botanischen Gartens investiert – maßgeblich aus Bauunterhaltsmitteln der Universität. Finanzielle Unterstützung in Höhe von 175.000 Euro kam über Lotteriefördermittel von der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, rund 82.000 Euro trug der Freundeskreis des Botanischen Gartens bei.

Organisiert und begleitet wurden die Arbeiten von der Abteilung 4 – Bau, Liegenschaften und Gebäudemanagement der Universität. Hoffmann ist dankbar, wenn er heute durch den Botanischen Garten geht. Die Wachstumsbedingungen für die Pflanzen seien deutlich besser, die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten auch. „Ich bin hochzufrieden, wie hier jetzt alles aussieht“, sagt er. „Ich denke, dass alle Besucherinnen und Besucher sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Botanischen Gartens und des Institutsbereiches Geobotanik sich an diesem wunderschönen Ort erholen, bilden und arbeiten können“, sagt er.
Dazu tragen maßgeblich auch die parallel zu den Sanierungsarbeiten an den Gewächshäusern im Zeitraum von 2020 bis 2025 realisierten großen Baumaßnahmen bei. Mit der Sanierung des Institutsgebäudes sowie den Neubauten „Herbarium“ und „Laborgebäude“ wurden insgesamt weitere 27 Millionen Euro aus EFRE- und Landesmitteln im Botanischen Garten der Universität investiert.
Öffnungszeiten
Der Botanische Garten der Universität ist wochentags von 14 bis 18 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Saisonende ist in diesem Jahr am 25. Oktober.
Die Website des Botanischen Gartens: https://www.botanik.uni-halle.de/botanischer_garten/