Wie hängen Klimawandel und Migration zusammen?

08.09.2026 von Tom Leonhardt in Personalia, Neu berufen
Prof. Dr. Kathleen Hermans untersucht, warum Menschen ihre Heimat verlassen, wenn sich das Klima verändert und Böden unfruchtbar werden. Die Ergebnisse, die die Forscherin in Zentralasien gewinnt, könnten künftig auch für Europa relevant sein. Seit September ist Hermans gemeinsame Professorin für „Globalen Wandel, Landnutzung und Migration“ an der MLU und dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO). Die Berufung erfolgte im Rahmen des Leibniz-Professorinnenprogramms.
Kathleen Hermans
Kathleen Hermans (Foto: Markus Scholz)

Zentralasien ist aus mehreren Gründen von besonderer geopolitischer Bedeutung. Die Region verbindet Europa mit Asien, verfügt über große Rohstoffvorkommen und ist besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen: Langanhaltende Dürreperioden lassen Steppen- und Landflächen austrocknen, Böden erodieren, Wüsten breiten sich immer weiter aus. All das macht die ländlichen Regionen immer unwirtlicher und stellt die Bevölkerung auf dem Land vor große Herausforderungen. Hier setzt die Forschung von Prof. Dr. Kathleen Hermans an: „Als Geografin habe ich mich auf Mensch-Umweltbeziehungen spezialisiert.“ Sie will verstehen, wie Landdegradation, Klimawandel und weitere Faktoren mit sozialen Verwundbarkeiten interagieren und warum manche Menschen ihre Heimat verlassen, während andere bleiben.

Hermans studierte bis 2003 an den Universitäten Dresden und Salzburg Geografie. Anschließend war sie am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung, an der Universität Jena sowie der Universität Wageningen und der Netherlands Environmental Assessment Agency in den Niederlanden als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. An der Uni Wageningen wurde Hermans 2010 auch promoviert. Nach einer Anstellung als Postdoc in den Niederlanden wechselte Hermans 2016 an das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ, wo sie eine Forschungsgruppe leitete. Seitdem übernahm sie auch regelmäßig Lehraufträge an der MLU. 2018 war sie zudem Leitautorin für das Kapitel „Land Degradation“ eines Sonderberichts des Weltklimarats IPCC. Seit 2022 forscht die Wissenschaftlerin nun am IAMO. 

An ihrer neuen Stelle als Professorin reizt die Forscherin die Möglichkeit, ihr eigenes Forschungsprofil weiterzuentwickeln und Forschung und Lehre eng miteinander zu verbinden. „Die MLU bietet ein starkes und fachlich breites wissenschaftliches Umfeld mit sehr guten Anknüpfungspunkten für meine Forschung“, so Hermans. 

Prof. Dr. Kathleen Hermans 
Globaler Wandel, Landnutzung und Migration
Tel.: +49 345 2928-142
E-Mail: khermans@iamo.de

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Geographie

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