Hochschulpreis für Theologie-Absolventin

01.07.2020 von Katrin Löwe in Personalia
Die MLU-Absolventin Philine Lewek hat in diesem Jahr den Werner-Krusche-Hochschulpreis der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und der Evangelischen Kirche Anhalts erhalten. Ausgezeichnet wurde ihre an der Theologischen Fakultät eingereichte Diplomarbeit zum Begriff des Abendlandes und dessen Nutzung durch die Neue Rechte. Der hallesche Regionalbischof Dr. Johann Schneider hat den Preis am Dienstag übergeben.
Preisträgerin Philine Lewek mit ihrem Betreuer Daniel Cyranka (links) und Propst Johann Schneider
Preisträgerin Philine Lewek mit ihrem Betreuer Daniel Cyranka (links) und Propst Johann Schneider (Foto: Markus Scholz)

„Abendland. Eine religionswissenschaftliche Perspektive auf die Politisierung des Religiösen“ lautet der Titel der im Herbst 2019 an der Uni Halle eingereichten Diplomarbeit von Philine Lewek. „Der Bezug auf Begriff und Konzept Abendland wird aktuell in politischen Debatten vor allem von rechter, nationalkonservativer und rechtspopulistischer Seite verwendet. Die Arbeit von Philine Lewek klärt, was die sogenannte ,Neue Rechte‘ ist, welche Akteure, Strukturen und Ideologien sie auszeichnet, wie sie sich auf das Christentum beziehen und welche Stoßrichtung jeweils der Bezug auf das Abendland hat“, heißt es laut EKM in der Begründung der Jury.

Sie sei als Theologin herausgefordert zu fragen, was es heißt, dass das Abendland als christlicher Begriff in politisch neu-rechten Debatten zur Identitätsbildung benutzt wird, sagte Lewek selbst bei der Preisvergabe, die aufgrund der Corona-Pandemie nur in sehr kleinem Kreis mit Regionalbischof Dr. Johann Schneider und Prof. Dr. Daniel Cyranka stattfand. Letzterer hat die Arbeit betreut. Theologen müssten sich mit dem Thema auseinandersetzen, so Lewek. Dazu müsse man herausfinden, wie genau die theologischen Argumentationen der Neuen Rechten funktionieren, um dann auf dieser Grundlage Strategien  zum Umgang damit zu entwickeln.

„Ich forsche weiter zu dem Thema“, kündigte die Absolventin an – ab heute als Doktorandin in einem Graduiertenkolleg an der Universität Rostock, das sich mit Fragen von Deutungsmachtkonflikten befasst. Die aus Bernburg stammende Theologin hat seit 2011 in Halle, Beirut (Libanon), Marburg und Leipzig studiert. Auf das Thema ihrer Abschlussarbeit sei sie durch ihr politisches Engagement in verschiedenen Initiativen gekommen, sagt sie. Ehrenamtlich arbeitet Lewek unter anderem bei Radio Corax.

Der Werner-Krusche-Hochschulpreis ist mit 1.000 Euro dotiert. Er wird von den beiden Kirchen jährlich für ökumenische, konfessionskundliche, interreligiöse und religionswissenschaftliche Studienarbeiten vergeben. Werner Krusche war ab 1968 Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen (Magdeburg) und wirkte von 1981 bis 1983 als Vorsitzender des Bundes der evangelischen Kirchen in der DDR und als Vorsitzender der Konferenz der Kirchenleitungen.

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Kommentare

  • Thomas Kretschmer am 01.07.2020 19:11

    Wo kann die Schrift einsehen? Wie gehen die Kernsätze ins Alltagsgeschäft?

    • Philine Lewek am 02.07.2020 11:31

      Eine Perspektive auf praktische Implikationen eröffnen am Ende die Überlegungen zur Organisation von religiöser Differenz - inwieweit die aber eins zu eins auf ein Alltagsgeschäft zu übertragen sind, wird sich zeigen. An einer Veröffentlichung wird gerade gearbeitet.

  • Christian Guth am 01.07.2020 20:16

    Wird Frau Lewek ihre Arbeit veröffentlichen?

    • Philine Lewek am 02.07.2020 11:33

      Danke für die Frage! Ich suche derzeit gemeinsam mit Anderen nach Wegen zur Veröffentlichung.

      • Thomas Pfennigsdorf am 04.07.2020 19:09

        Hallo Frau Lewek, eine Möglichkeit wäre, die Arbeit auf einem Pfarr- und Mitarbeiterkonvent vorzustellen. Würde Sie gern in den Dessauer Konvent dazu einladen.

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