ERC-Präsident besucht Proteinzentrum

06.11.2018 von Tom Leonhardt in Wissenschaft, Forschung
Der Präsident des Europäischen Forschungsrats (ERC) Prof. Dr. Jean-Pierre Bourguignon ist heute am Weinberg Campus zu Gast. Das Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt hatte den Mathematiker nach Halle eingeladen. Der ERC ist die größte und wichtigste europäische Forschungsförderungsorganisation. Bourguignon ließ sich an der Uni durch das neue Charles-Tanford-Proteinzentrum führen und aktuelle Forschungsprojekte präsentieren.
Panagiotis Kastritis (r.) präsentiert dem ERC-Präsidenten Jean-Pierre Bourguignon (2.v.r.) die Kryo-Elektronenmikroskopie.
Panagiotis Kastritis (r.) präsentiert dem ERC-Präsidenten Jean-Pierre Bourguignon (2.v.r.) die Kryo-Elektronenmikroskopie. (Foto: Maike Glöckner)

Viel Zeit nahm sich Jean-Pierre Bourguignon für den ersten Punkt auf seinem Besuchsprogramm in Halle. Dort stand: „Gespräch mit den ERC-Grantees aus Sachsen-Anhalt“. ERC-Grantees sind Empfängerinnen und Empfänger der sogenannten ERC Grants. Diese zählen zu den begehrtesten Förderstipendien für Forscherinnen und Forscher an europäischen Hochschulen. In Sachsen-Anhalt haben bisher neun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese Förderung erhalten, drei davon an der MLU. Geld, das gut angelegt ist und von dem, wenn es nach der Landespolitik und Forschungseinrichtungen im Land geht, gerne noch mehr nach Sachsen-Anhalt fließen könnte.

Eine vielversprechende Anlaufstelle für künftige Spitzenforschung hat der ERC-Präsident sich im Anschluss an den informellen Austausch angeschaut: das Charles-Tanford-Proteinzentrum der Universität Halle. Der Biotechnologe Prof. Dr. Milton Stubbs, Sprecher des Zentrums, gab zunächst einen kurzen Überblick über die Geschichte der halleschen Proteinforschung, die Entstehung des neuen Proteinzentrums und über aktuelle Forschungsvorhaben, die von der Tumorbiologie bis hin zur künstlichen Erzeugung neuer Proteine reichen. Anschließend präsentierten vor allem Nachwuchsgruppen aus der Proteinforschung ihre Arbeit: Jun.-Prof. Dr. Carla Schmidt erklärte, wie sich mit Hilfe von modernen Massenspektrometern Membranproteine untersuchen lassen. Die Kryo-Elektronenmikroskopie, mit der Proteine im Größenbereich einzelner Atome untersucht werden können, stellte Jun.-Prof. Dr. Panagiotis Kastritis vor, der den ERC-Präsident kurzerhand selbst eine Mikroskopie-Aufnahme durchführen ließ. Zum Abschluss präsentierte sich die „Core Facility Imaging“, in der den Arbeitsgruppen des Proteinzentrums zahlreiche moderne Bildaufnahmetechnologien zur Verfügung stehen. Bourguignon lobte während der Führung mehrfach die „faszinierenden Projekte“ der halleschen Forschergruppen.

Weitere Stationen auf dem Programm von Bourguignon waren die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und das Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik (MPI). Hier traf er den Spitzenphysiker und Institutsdirektor Prof. Dr. Stuart Parkin, der nicht nur ERC-Grantee ist, sondern auch Humboldt-Professor am Institut für Physik der MLU.

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