Ein Käfer namens Karla Schneider

20.02.2020 von Katrin Löwe in Varia
Er ist rund 16 Millimeter groß, braun bis schwarzbraun, lebt im Libanon. Und er hat einen ganz besonderen Namen: Haplidia karlaeschneiderae. Benannt wurde das mit den Maikäfern verwandte Tier nach Dr. Karla Schneider, die seit vielen Jahren als Wissenschaftlerin und Kustodin der Zoologischen Sammlung an der Uni tätig ist. Es ist nicht das erste Mal, dass ihr eine solche Ehre zuteilwurde.
Karla Schneider mit einem Teil der Burmeister-Sammlung - den Maikäferverwandten
Karla Schneider mit einem Teil der Burmeister-Sammlung - den Maikäferverwandten (Foto: Markus Scholz)

Die Zoologische Sammlung der Universität ist mit ihren 2,5 bis drei Millionen Präparaten bei Wissenschaftlern und Hobbyforschern weltweit gefragt. 300 bis 400 Anfragen zur Bestimmung von Tieren erreichen Kustodin Dr. Karla Schneider jährlich, rund 100 davon aus dem Ausland. Eine besondere Rolle spielt dabei auch die wertvolle Käfersammlung von Carl Hermann Conrad Burmeister (1807-1892), die von Wissenschaftlern in der Forschung häufig als Vergleich herangezogen wird. Schneider unterstützt die Kolleginnen und Kollegen dann zum Beispiel, indem sie ihnen Fotos, Daten oder gar ganze Käfer aus der halleschen Sammlung zur Verfügung stellt. Seit rund zehn Jahren arbeitet sie auch mit dem französischen Käferspezialisten Olivier Montreuil aus dem Naturkundemuseum in Paris zusammen. Gemeinsam mit Marco Uliana vom Naturkundemuseum in Venedig und Richard Sehnal von der Universität in Prag hat der Experte aus Frankreich nun die Fauna im Libanon untersucht. Dabei ist das Trio auf zwei neue Arten der Käfergattung Haplidia gestoßen, 2019 hat es diese erstmals beschrieben. Als Dank für Karla Schneiders Unterstützung wurde einer dieser Käfer nun nach ihr benannt.

Dieser Käfer heißt Haplidia karlaeschneiderae.
Dieser Käfer heißt Haplidia karlaeschneiderae.
(Foto: aus Zootaxa 4718 (4) 2020 Magnolia Press)

„Das ist schon eine besondere Ehre“, sagt die Kustodin, die seit 1994 die Entomologische Sammlung und seit 2011 die gesamte Zoologische Sammlung leitet und nun kurz vor ihrem Ruhestand steht. Dabei ist es bereits das dritte Tier, das ihren Namen trägt. Vor einigen Jahren hat mit Marc Soula ein weiterer französischer Wissenschaftler einen in Peru entdeckten Käfer der gleichen Familie nach der halleschen Wissenschaftlerin benannt: Pelidnota schneideri. Auch Nummer drei im Bunde ist ein Käfer aus der gleichen Familie: Liogenys schneiderae. Er wurde 2018 von Mariana Cherman von der Universität Curitiba in Brasilien beschrieben. Der Holotypus befindet sich in der Zoologischen Sammlung der MLU.

Die Larven der nun um zwei Arten angewachsenen Käfergattung Haplidia leben übrigens im Boden und fressen vermutlich an Wurzeln verschiedener Laubbäume. Erstmals wurde die Gattung 1837 beschrieben – zu finden sind die Käfer zum Beispiel in Ungarn, Österreich, Italien, Griechenland und Kreta. Im letzten offiziellen Katalog von 2016 waren insgesamt 39 Arten aufgeführt.

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