Musikwissenschaftler Daniel Hensel schreibt Kinderlieder nach James Krüss

17.05.2018 von Anne Meckling in Varia
Wenn sich ein Komponist für Neue Musik an ein anderes Genre wagt, dann entstehen zum Beispiel Kinderlieder nach den Geschichten von James Krüss. Der Musikwissenschaftler und Privatdozent Dr. Daniel Hensel, der bis zum letzten Semester an der Uni Halle in der Abteilung Musikwissenschaft lehrte, schreibt normalerweise Werke für Streichquartette oder Orchester. Für seine Kinder fing er aber an, die Geschichten des bekannten Kinderbuchautors, der unter anderem „Timm Thaler“ schrieb, zu vertonen.
Der Liederband "Henriette Bimmelbahn" mit Liedern für Gesang und Gitarre.
Der Liederband "Henriette Bimmelbahn" mit Liedern für Gesang und Gitarre. (Foto: Doblinger-Verlag)
Der Musikwissenschaftler und Komponist Daniel Hensel.
Der Musikwissenschaftler und Komponist Daniel Hensel.
(Foto: Eric Mörschel)

Jeden Abend las Daniel Hensel seinen Kindern die Erzählungen von Henriette Bimmelbahn oder dem blauen Autobus vor. Sie hörten den Abenteuern der kleinen grauen Dampflok mit dem eigensinnigen Abfahrtsplan zu, die besonders gerne und lange an Blumenwiesen anhält, damit alle Kinder Blumen pflücken können. „Henriette heißt die nette, alte kleine Bimmelbahn. Henriette, Henriette fuhr noch nie nach einem Plan.“ Da das abendliche Vorlese-Ritual aber mit der Zeit langweilig wurde, kam er auf die Idee, die rhythmischen, heiter klingenden Texte einfach zu singen. „Ich war oft einfach zu müde, um zu lesen. Außerdem schlummert in mir der Komponist – da steckt mein Herzblut drin.“ Nachdem seine Kinder die Taktwechsel schnell innehatten, die Lieder sangen oder spielten, schrieb er seine Ideen auf.

Alle Geschichten von James Krüss handeln von abenteuerlustigen Individuen, die gerne aus dem Alltag ausbrechen. Dass dabei in jedem Text ein besonderer erzieherischer Aspekt enthalten ist, wollte Daniel Hensel in musikalischer Form zum Ausdruck bringen: „Die einfachen Lieder können von den Kindern selber gesungen oder gespielt werden. So sehen und lernen sie, dass man durchaus auch mal vom Weg abkommen darf, sich dabei aber an Regeln halten muss.“

Für Daniel Hensel war der Blick in ein anderes Feld eine neue Erfahrung. „Ich möchte meine anderen Werke nicht missen, aber hier war der Spaßfaktor besonders hoch. Das war das Schönste, was ich in den letzten Jahren gemacht habe.“ Und es wird für ihn keine einmalige Erfahrung bleiben, denn ein zweiter Band mit weiteren Liedern ist bereits in Planung.

Der Liederband mit dem Titel „Henriette Bimmelbahn“ für Gesang und Gitarre erscheint im Doblinger Verlag und ist seit dem 2. Mai 2018 im Handel erhältlich. Enthalten sind die Lieder von Henriette Bimmelbahn, dem blauen Autobus und der ganz besonders netten Straßenbahn mit Bildern von Lisl Stich.

Kategorien

Varia

Schlagwörter

Musikwissenschaft

Kommentar schreiben

Auf unserer Webseite werden Cookies gemäß unserer Datenschutzerklärung verwendet. Wenn Sie weiter auf diesen Seiten surfen, erklären Sie sich damit einverstanden. Einverstanden