Den Vögeln zuliebe: Burg-Studierende werden kreativ

23.01.2019 von Laura Krauel in Varia
Vor über 100 Jahren fanden Vögel noch viele Nahrungs-, Schutz- und Nistplätze. Durch Landwirtschaft, Umweltverschmutzung und den Mangel an Insekten ist die Erhaltung der Arten vor allem in städtischen Gebieten wieder zu einem wichtigen Thema geworden. Studierende der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle haben Ideen für Vogelhäuser und die Fütterung der Tiere entwickelt. Ihre Ergebnisse präsentierten sie im Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Uni Halle.
Schlicht, aber wirkungsvoll: Ein Team präsentierte nachhaltige Spender, mit denen man möglichst viele Futterstellen in der Stadt schaffen könnte.
Schlicht, aber wirkungsvoll: Ein Team präsentierte nachhaltige Spender, mit denen man möglichst viele Futterstellen in der Stadt schaffen könnte. (Foto: Laura Krauel)

Dienstagabend, 18 Uhr. Der Hörsaal im Gebäude des Zentralmagazins Naturwissenschaftlicher Sammlungen (ZNS) ist gut gefüllt. Diesmal sind es keine Biologie-Studierenden der halleschen Universität, die die Bänke einnehmen, sondern Design-Studierende der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Warum sie gekommen sind, lässt ein im Raum stehender Zweig vermuten, an dem mehrere verschiedenfarbige Vogelfutterspender hängen. An diesem Abend präsentieren die Studierenden neue Ideen für sinnvolle Fütterung oder Vogelhäuser.

„Den Vögeln geht es schlecht, was vor allem am Menschen und seinen Wirtschaftsweisen liegt. Ihr Verlust wäre nicht nur ein ästhetischer, sondern auch ein ökologischer“, sagt Dr. Frank Steinheimer, Leiter des ZNS der Uni Halle. Wie man die Situation der Vögel vor allem in der Stadt verbessern könnte, haben sich Bachelor-Studierende der Studienrichtung Industriedesign in einem zweiwöchigen Workshop unter Leitung von Prof. Vincenz Warnke überlegt. Im Voraus haben die neun Teams aus jeweils zwei bis drei Studierenden an einer Führung durch die Vogelsammlung des ZNS teilgenommen. „Ich habe mich sehr über das große Interesse der Studierenden gefreut und glaube, dass Künstler und Designer bei solchen Themen wichtige Multiplikatoren sein können“, so Steinheimer.

„Wir wollten etwas Modulartiges, Veränderbares schaffen, mit dem jeder selbst aktiv werden kann“, sagt der Student Robert Walther, der mit seinem Kommilitonen Jonas Heimann zusammengearbeitet hat. „Deshalb haben wir den ‚Spießvogel‘ entwickelt, ein aufhängbares Stecksystem, auf das man Früchte spießen kann und auf das sich die Vögel setzen können. Wir wollten uns mit der Idee vom langweiligen Vogelhaus lösen und hoffen, dass sich dadurch auch Kinder und Jugendliche wieder mehr mit dem Thema beschäftigen.“

Bei den Werken handelt es sich vorerst nur um Prototypen. Schon jetzt hat das Projekt vor allem eines hervorgebracht: neue, kreative Zugänge zu einem für den Menschen und die Natur wichtigen Thema.
 

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