Auf einen Blick: Universität bekommt Forschungsdatenbank

12.06.2018 von Tom Leonhardt in Wissenschaft, Forschung
An der Martin-Luther-Universität beginnen immer wieder neue Forschungsprojekte. In deren Verlauf entstehen viele wissenschaftliche Publikationen, vom Paper in einer Fachzeitschrift bis hin zur Monographie. Außerdem erhalten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Preise, melden Patente an und vieles mehr. Bei diesen vielfältigen Aktivitäten ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Ein neues Forschungsinformationssystem soll hier künftig Abhilfe schaffen. Der Startschuss für das Großprojekt ist in dieser Woche gefallen.
Das neue System gibt künftig einen kompakten Überblick über die Forschungsaktivitäten an der Universität.
Das neue System gibt künftig einen kompakten Überblick über die Forschungsaktivitäten an der Universität. (Foto: Screenshot mit Material von Pixabay)

„Forschungsinformationen sind Metadaten, also Informationen über die Forschungsaktivitäten unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“, sagt Dr. Roswitha Csuk, Leiterin der Stabsstelle für Hochschulplanung und Informationsmanagement. „Dazu gehören Angaben zu Forschungsprojekten, zu Publikationen, Preisen, Patenten und vielem mehr.“ Bisher werden diese Daten an verschiedenen Stellen in der Universität manuell erfasst. Die neue Forschungsdatenbank, die den Namen „HALFIS“ tragen wird, soll all diese Informationen zentral zusammenführen und diese auch über die Fächergrenzen hinweg harmonisieren. „Unser Ziel ist es damit auch, die Sichtbarkeit individueller Forschungsleistungen zu verbessern und gleichzeitig die Profilierung der Universität zu stärken“, so Csuk weiter.

Im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens wurde die Software „PURE“ der Firma Elsevier B.V. ausgewählt. Finanziert werden die Anschaffung und Einführung des Systems durch Mittel des Hochschulpaktes 2020 sowie Landesmittel zur Begleitung erforderlicher Profilierungsprozesse an den Hochschulen.

Der Einsatz der Software hat einerseits das Ziel, einen Gesamtüberblick über die Forschungsaktivitäten an der Universität zu gewährleisten. Eine Aufstellung sämtlicher Förderprojekte, Strukturen und Publikationen ist aber nicht nur für die Universitätsleitung und Fachabteilungen von Interesse: Forscherinnen und Forscher können mit dem System künftig ihre sämtlichen Publikations- und Forschungsdaten zentral verwalten. Von dort aus können sie für verschiedene Zwecke genutzt werden: Die Software erstellt aus den Daten auf Abruf aktuelle Lebensläufe und Profile. Gleichzeitig haben die Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit, ihre Daten im Bedarfsfall zu exportieren und etwa Publikationsverzeichnisse zu erstellen. Diese könnten dann zum Beispiel auf einer Website eingebunden oder für neue Förderanträge verwendet werden. „Es gibt allerdings keine Verpflichtung, die Daten zu veröffentlichen. Die Entscheidung darüber, welche Daten öffentlich zugänglich sind, liegt bei den Forscherinnen und Forschern selbst“, betont Csuk.

In den kommenden Monaten geht es darum, das System an der Universität zu implementieren. Eine erste Testphase mit ausgewählten Fachbereichen ist für 2019 geplant. Anfang 2020 wird damit begonnen, „HALFIS“ in allen Bereichen der Universität einzuführen. Im Rahmen des Projekts soll zudem sichergestellt werden, dass die Software den aktuellen Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung entspricht sowie den Spezifikationen des „Kerndatensatzes Forschung“, der auf Empfehlungen des Wissenschaftsrates zurückgeht und einen deutschlandweiten Standard bereitstellt.

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