Neu erschienen: Wie gelingt Citizen Science?

14.07.2026 von Susanne Hufe, Katrin Löwe in Wissenschaft
In regelmäßigen Abständen wirft „campus halensis“ einen Blick auf die in den vergangenen Monaten neu erschienenen Publikationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität und stellt eine davon ausführlicher vor. Diesmal geht es um Citizen Science und die Frage, wie Bürgerinnen und Bürger in die Forschung eingebunden werden können.
Ein Stapel neu erschienener Bücher
Ein Stapel neu erschienener Bücher (Foto: Leka / stock.adobe.com)

Aktuell gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz mehr als 300 Citizen-Science-Projekte, Tendenz steigend. Soziale Medien, Apps oder mobile Sensorik eröffnen neue Möglichkeiten, interessierte Bürgerinnen und Bürger aktiv an Forschung zu beteiligen. Allerdings fehlte bislang ein praxistauglicher Überblick über Strategien, Strukturen, Arbeitsprozesse, Potenziale und Grenzen von Citizen-Science-Projekten. Diese Lücke schließt das Open-Access-Handbuch „Citizen Science – Gemeinsam forschen!“. 

Mehr als 90 Autorinnen und Autoren aus dem deutschsprachigen Forschungsraum haben ihre Erfahrungen aus Citizen-Science-Projekten zusammengetragen, kuratiert durch sieben Herausgeberinnen und Herausgeber verschiedener wissenschaftlicher Einrichtungen – aus dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, der Universität Zürich, der Universität für Bodenkultur Wien, der Universität Oulu (Finnland), der Geschäftsstelle der Helmholtz-Gemeinschaft,  dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)  sowie dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Das iDiv wird gemeinsam von den Universitäten Halle, Jena und Leipzig, den drei Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie dem UFZ getragen.

Das Handbuch stellt aktuelle Fallbeispiele und Forschungsansätze vor und beantwortet zentrale Fragen der Praxis: Wie beteiligt und organisiert man Freiwillige in einem Citizen-Science-Projekt? Wie lassen sich die Daten sichern und managen? Welche rechtlichen und ethischen Aspekte sollten beachtet werden? Welche neuen Technologien und KI-Anwendungen können genutzt werden? Wie kann Citizen Science in Wissenschaft, Bildung und politische Entscheidungsprozesse integriert werden? 

Unter den Autorinnen und Autoren des Handbuchs sind mit Dr. Claudia Göbel und Dr. Justus Henke auch zwei Wissenschaftler*innen des Instituts für Hochschulforschung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (HoF). In ihrem Beitrag befassen sie sich mit Anwendungsfeldern für Citizen Science in Geistes-, Kultur-, und Sozialwissenschaften, der Kunst sowie kunstbasierter Forschung. Als Fallbeispiel aus der Geschichtswissenschaft wird unter anderem das an der MLU angesiedelte Citizen-Science-Projekt „Hallische Heiratsgeschichten“ aufgeführt.

Thora Herrmann, Miriam Brandt, Daniel Dörler, Florian Heigl, Christin Liedtke, Mike Martin, Aletta Bonn (Hrsg): „Citizen Science – Gemeinsam forschen! Ein Handbuch für Wissenschaft und Gesellschaft“, Berlin, Heidelberg 2026, 285 Seiten, Print: 42,79 Euro, ISBN 978-3-662-69702-3, e-Book: Open Access, ISBN 978-3-662-69703-0, https://doi.org/10.1007/978-3-662-69703-0

Weitere Neuerscheinungen

  • Sonja Asal: Sitten zwischen Moralphilosophie und Politischer Ökonomie am Ende des 18. Jahrhunderts. Mit einer zweisprachigen Edition von Ludwig Heinrich Jakobs Preisschrift Quelles sont les institutions les pluspropres à fonder la morale d’un peuple. Basel 2026, 223 Seiten, Print: 48 Euro, ISBN: 978-3-7965-5474-2, eBook: 48 Euro, ISBN: 978-3-7965-5475-9
     
  • Markus Brodthage: Religion und ihre Kritik in YouTube-Videos deutscher Top-Influencer:innen. Berlin 2026, 291 Seiten, 46 Euro, ISBN: 978-3-8325-6022-5 
     
  • Robert Fajen: Romanistik – ein unmögliches Fach. Zum 150-jährigen Jubiläum des Instituts für Romanistik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Halle 2026, 26 Seiten, 7,80 Euro, ISBN: 978-3-86977-287-5 
     
  • Stefanie Freyer, Christiane Holm, Julia Schmidt-Funke: Grüner Wohnen. Pflanzenkulturen um 1800 und um 1900. Göttingen 2026, 341 Seiten, 58 Euro, ISBN: 978-3-8353-5790-7 
     
  • Doris Günther-Kriegel: Fairer Handel, Viktigenisierung und globale Ordnung. Eine Kritik intersektionaler Kategorien in der Entwicklungsarbeit. Bielefeld 2026, 336 Seiten, 49 Euro, ISBN: 978-3-8376-8167-3, eBook: Open Access, ISBN: 978-3-8394-7751-9 
     
  • Thomas Grunewald, Andreas Pečar, Michael Rocher, Holger Zaunstöck (Hg.): Das Königliche Pädagogium. Elitenbildung im 18. Jahrhundert. Halle 2026, 136 Seiten, 14,50 Euro, ISBN: 978-3-939922-80-3
     
  • Heiko Kastner, Hannes König, Rolf-Torsten Kramer (Hg.): 30 Jahre ZSB. Grußworte und Festvorträge zum dreißigjährigen Jubiläum des Zentrums für Schul- und Bildungsforschung. Halle 2025, 61 Seiten, 9,80 Euro, ISBN: 978-3-86977-294-3 
     
  • Matthias Kaufmann: Freiheit? Frag doch einfach! Klare Antworten aus erster Hand. Tübingen 2026, 186 Seiten, 24,90 Euro, ISBN: 978-3-8252-6385-0, eBook: 23,99 Euro, ISBN: 978-3-8385-6385-5
     
  • Peer Pasternack / Michael Hölscher / Philipp Pohlenz (Hg.): Theoretisierte Praxis und praxisirritierte Forschung. Die Ergebnisse des Graduiertenkollegs „Wissenschaftsmanagement und Wissenschaftskommunikation“ (WiMaKo) Magdeburg-Speyer-Wittenberg. Wittenberg 2026, 332 Seiten, eBook: Open Access, ISBN: 978-3-69059-010-5 
     
  • Joachim Renzikowski & Fernando Guanarteme Sánchez Lázaro (Hg.): Reflexionen über Normentheorie. Baden-Baden 2026, 158 Seiten, 54 Euro, ISBN: 978-3-7560-3732-2, eBook: 54 Euro, ISBN: 978-3-7489-6744-6 
     
  • Henning Rosenau, Karen Klein und Özden Özkaya-Ferendeci (Hg.): Rechtsstaatliche Anforderungen im Zivilprozess. Tübingen 2026, 192 Seiten, 79 Euro, ISBN: 978-3-16-164454-2, eBook: 79 Euro, ISBN: 978-3-16-164455-9

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