Musikalisches Großprojekt: „Joram“ erstmals in Halle zu hören

07.07.2022 von Katrin Löwe in Varia
Für das Akademische Orchester ist es ein ganz besonderer Auftritt: Am Montag, 11. Juli, wird in Halle zum ersten Mal das Oratorium „Joram“ des deutsch-israelischen Komponisten Paul Ben-Haim aufgeführt. An dem Großprojekt für Chöre, Solisten und Orchester sind mehr als 200 Künstlerinnen und Künstler beteiligt. Orchesterleiter Daniel Spogis erklärt im Interview die Hintergründe.
Daniel Spogis - hier beim Frühjahrskonzert - leitet die Aufführung des Oratoriums am 11. Juli.
Daniel Spogis - hier beim Frühjahrskonzert - leitet die Aufführung des Oratoriums am 11. Juli. (Foto: Maike Glöckner)

Herr Spogis, wie ist es zu den Konzertplänen und der Kooperation gekommen?
Daniel Spogis: Die Initiative ging vom Leipziger Synagogalchor aus, der sich jüdischer Musik verschrieben hat. Dessen Leiter Ludwig Böhme ist an uns herangetreten. Ursprünglich war das Oratorium zum Abschluss der Leipziger Jüdischen Woche 2021 geplant, die Aufführung musste dann aber pandemiebedingt verschoben werden. Jetzt wird es am 10. Juli das Konzert im Leipziger Gewandhaus und am 11. Juli die Aufführung hier in der Händelhalle geben. Insgesamt sind daran mehr als 200 überwiegend junge Künstlerinnen und Künstler beteiligt, neben Chören aus Leipzig und Halle, Solistinnen und Solisten auch ein Sängerensemble aus der Ukraine.

Mit wie vielen Akteurinnen und Akteuren ist das Akademische Orchester dabei und wie haben Sie sich vorbereitet?
Wir treten mit unserer vollen Besetzung von 70 Musizierenden auf. Das ist auch absolut notwendig. Es ist eine tolle Herausforderung, die viele von uns so sicher noch nicht erlebt haben. Seit dem Beginn des Sommersemesters proben wir sehr intensiv und freuen uns, jetzt auf der Zielgeraden zu sein. Die erste gemeinsame Probe aller Mitwirkenden wird in der Woche vor der Aufführung stattfinden.

Und worum geht es in dem Werk?
Paul Ben-Haim hat das heute fast unbekannte Oratorium 1933 kurz vor seiner Emigration nach Palästina komponiert. Es erzählt das Schicksal des Juden Joram, der unverschuldet großes Unrecht erleidet, Gott anklagt, sich aber am Ende mit ihm versöhnt. In dem Stück werden viele biblische Motive aufgegriffen, es erinnert an die Geschichte des Hiob. Musikalisch ist es eine Mischung aus einer Bach-Passion und einer spätromantischen Oper von Richard Strauss. Faszinierend ist, wie Paul Ben-Haim in dem Werk Einflüsse jüdischer und orientalischer Musik verarbeitet.

Zur Veranstaltung

Paul Ben-Haim: Oratorium „Joram“

  • Montag, 11.07.22, 19.30 Uhr, Georg-Friedrich-Händel-Halle; 18 Uhr Abendkasse / Einlass; 18:30 Uhr Konzerteinführung von Prof. Dr. Jascha Nemtsov (Weimar)
  • Mitwirkende: Yasmine Levi-Ellentuck – Sopran,  André Khamasmie – Tenor, Daniel Ochoa – Bariton, Assaf Levitin – Bass, Leipziger Synagogalchor, Kammerchor Josquin des Préz, Ensemble Consart, Collegium Thomanum, Ensemble Sequenz, Solistenensemble Vinica Municipal Academic Chamber Choir (Ukraine), Akademisches Orchester der MLU; Daniel Spogis – musikalische Leitung
  • Tickets zu 11 / 5,50 Euro in der Tourist-Information im Marktschlösschen, an allen bekannten Vorverkaufsstellen, auf eventim.de sowie an der Abendkasse

Kategorien

Varia

Kommentar schreiben

Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Auf unserer Webseite werden Cookies gemäß unserer Datenschutzerklärung verwendet. Wenn Sie weiter auf diesen Seiten surfen, erklären Sie sich damit einverstanden. Einverstanden