Feierliche Eröffnung: Schlüsselübergabe am neuen Campus

14.10.2015 von Corinna Bertz in Studium und Lehre, Campus
Es ist ein Stück Universitätsgeschichte: Nach fünf Jahren Bauzeit wurde der Steintor-Campus heute feierlich eröffnet. Aus den Händen der beiden Staatssekretäre Marco Tullner und Jörg Felgner nahm Rektor Udo Sträter den symbolischen Schlüssel für den modernsten Standort der Uni Halle in Empfang. Mehr als 150 Menschen waren zu diesem Anlass in die neue Bibliothek gekommen.
Von links: Der ehemalige Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz und die beiden Staatssekretäre Jörg Fellner und Marco Tullner überreichten Rektor Udo Sträter den symbolischen Schlüssel für den neuen Campus.
Von links: Der ehemalige Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz und die beiden Staatssekretäre Jörg Fellner und Marco Tullner überreichten Rektor Udo Sträter den symbolischen Schlüssel für den neuen Campus. (Foto: Maike Glöckner)

Zahlreiche Wegbereiter des Großprojekts nutzten die Gelegenheit, zum ersten Mal einen Blick in den fertiggestellten Bibliothekskubus zu werfen. Einer von ihnen war Dr. Martin Hecht, der das Bauvorhaben bis 2013 als Uni-Kanzler begleitet hatte. „Toll!“, findet er das Ergebnis am Tag der feierlichen Eröffnung. „Dieser Campus ist ein Schatz. Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Universität mitten in der Stadt in dieser Form vertreten ist.“

Eröffnung mit Türblockade

Mehr als 150 Gäste kamen zur feierlichen Eröffnung in der Bibliothek.
Mehr als 150 Gäste kamen zur feierlichen Eröffnung in der Bibliothek.
(Foto: Maike Glöckner)

Auch Scott Riedmann, Generalkonsul der USA in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, der ehemalige Kultusminister des Landes und heutige Rektor der Humboldt-Universität zu Berlin, sowie Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand und seine Amtsvorgängerinnen Ingrid Häußler und Dagmar Szabados nutzten die Einladung, um den Campus zu besichtigen. Am Eingang der Bibliothek wurden die Gäste jedoch zunächst von Studierenden des „Aktionsbündnis MLU – Perspektiven gestalten“ mit einer Türblockade empfangen. Sie demonstrierten mit Plakaten gegen zu wenig Platz, zu wenig Bücher und Sparmaßnahmen an der Universität.

Dennoch begann die feierliche Eröffnung mit den Grußworten und der sich anschließenden Aufführung der Sprechbühne im eindrucksvollen Lichthof der Bibliothek pünktlich. In seiner Begrüßung warf Prof. Dr. Udo Sträter zunächst einen Blick zurück. Im Jahr 1999 habe man die Idee eines Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Zentrums zum ersten Mal diskutiert. Sträter dankte allen, die bei der Entstehung des Campus mitgewirkt haben. „Ich freue mich, dass mit diesem Campus ein Standort geschaffen worden ist, der internationalen Vergleichen standhalten kann und auch das Stadtbild prägen wird.“ Den Nutzern wünschte er: „dass Sie sich hier wohl fühlen und die Chancen einer besseren Vernetzung nutzen.“

Mit Blick in die Zukunft sagte er: „Ich erwarte dass Impulse von diesem Campus ausgehen und in die Gesellschaft hinein wirken. Denn die Probleme der Gegenwart lassen sich nicht ohne die Geistes- und Sozialwissenschaften lösen.“ Wissenschafts-Staatssekretär Marco Tullner überbrachte das Grußwort der Landesregierung und des Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff, der es sehr bedauert habe, nicht selbst anwesend sein zu können.

Eindrücke von der Eröffnung:
Ein Bauprojekt ist abgeschlossen - viele weitere sind geplant

Auch Tullner warf einen Blick zurück und dankte Jan-Hendrik Olbertz dafür, „dass wir dieses nicht immer einfache Bauprojekt durchgefochten haben.“ Es sei eines der meist diskutierten Projekte des Landes gewesen. „Nichts ist perfekt“, sagteTullner in Anspielung auf die Demonstranten vor der Bibliothek. Aber er sei überzeugt davon, dass die Geistes- und Sozialwissenschaften hier ein gutes Zuhause fänden.

Der Meinung war auch Finanz-Staatssekretär Jörg Felgner. „Hier ist ein Komplex entstanden, der für Studierenden und Uni-Mitarbeiter Top-Bedingungen bietet.“ Auch für die Unternehmen im Land sei das Bauprojekt ein Motor gewesen. Rund die Hälfte der über 400 Aufträge haben man an Unternehmen in Sachsen-Anhalt vergeben können. „Das Land hat geliefert. Jetzt erwarten wir, dass Sie mit hervorragenden Arbeiten wissenschaftlich von sich reden machen.“

Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand kam in seinem Grußwort insbesondere auf die Bedeutung des Campus für das Stadtviertel zu sprechen. In knapp einem Jahr soll der große Umbau der Steintor-Kreuzung abgeschlossen sein. „Diese Bauten werden das gesamte Viertel prägen. Hier wird ein eigenständiges Zentrum entstehen“, sagte er.

Schließlich konnte Udo Sträter den symbolischen Schlüssel für den Campus aus den Händen der beiden Staatssekretäre und des ehemaligen Kultusministers in Empfang nehmen. Der Rektor reichte ihn gleich weiter an die Nutzer: Die beiden Dekane Prof. Dr. Suzanne Schüttemeier und Prof. Dr. Georg Maas sowie den amtierenden Leiter der Universitäts- und Landesbibliothek Halle (ULB), Dr. Karl-Ernst Wehnert. Zum anschließenden Empfang lud Sträter in die neuen Cafebar des Studentenwerks. Interessierte konnten sich am Abend zudem fachkundig über den Campus führen lassen.

Ein Bauprojekt ist mit dem heutigen Tag abgeschlossen. Unzählige weitere neue Wissenschaftsbauten sind indes bereits in Sichtweite: Unter anderem ein Proteinzentrum am Weinberg-Campus und eine Zahnklinik sollen bis 2020 noch entstehen. Corinna Bertz

Tag der offenen Tür am 17. Oktober

Am Samstag, haben Anwohner, Studierende und alle Interessierten ab 10 Uhr die Gelegenheit den neuen Steintor-Campus kennenzulernen. Auf dem Programm stehen unter anderem Führungen durch die neuen Gebäude und die Bibliothek, vielfältige Angebote der einzelnen Fachbereiche und ein buntes Rahmenprogramm. Von 15 bis 23 Uhr bietet der Studierendenrat ein abwechslungsreiches Programm mit Poetry Slam, Schauspiel, Live-Musik und DJ.

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