IQ Innovationspreis Halle geht an Wissenschaftler vom Weinberg-Campus

03.07.2014 von Corinna Bertz in Forschung, Wissenstransfer, Wissenschaft
Der IQ Innovationspreis Halle geht in diesem Jahr an die BioSolutions Halle GmbH und die beiden MLU-Wissenschaftler Dr. Eckart Stolle und Prof. Dr. Dr. Robin F. A. Moritz. Gestern wurden sie für die Entwicklung eines effizienteren Verfahrens zur Analyse von Erbgut ausgezeichnet. Den mit 6.000 Euro dotierten Preis übergab Dr.Ulf-Marten Schmieder, Vorstandsmitglied des weinberg campus e.V,an Prof. Dr. Reinhard Paschke, Geschäftsführer der BioSolutions Halle GmbH, im Rahmen der feierlichen Preisverleihung im Asisi Panometer Leipzig. Der IQ Innovationspreis Halle wird als Wissenschaftspreis von der Stadt Halle, der Martin-Luther-Universitätund dem weinberg campus e.V. vergeben.
Bei der Preisverleihung in Leipzig - von links: Bürgermeister Egbert Geier, Prof. Dr. Reinhard Paschke, Prof. Dr. Robin Moritz ,
Dr. Ulf-Marten Schmieder
Bei der Preisverleihung in Leipzig - von links: Bürgermeister Egbert Geier, Prof. Dr. Reinhard Paschke, Prof. Dr. Robin Moritz , Dr. Ulf-Marten Schmieder (Foto: Guido Werner)

Die auf dem Weinberg Campus ansässige BioSolutions Halle GmbH entwickelte gemeinsam mit den beiden Wissenschaftlern Dr. Eckart Stolle und Prof. Dr. Dr. Robin F. A. Moritz, aus dem Fachbereich Molekulare Ökologie an der MLU, ein neues Verfahren, das den Zeitaufwand und die Kosten für umfangreiche Genom-Analysen senkt.Das Entschlüsseln der komplexen Erbinformation (DNA) von Organismen hat durch die Entwicklung neuer Apparate in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht.

So genannte Benchtop-Sequenzierer – kleinere Geräte, die sich Wissenschaftler auf die Laborbank stellen können – ermöglichen es bislang jedoch nur, relativ kleine Ausschnitte aus Genomen auszulesen.Hier setzt die neue Methode, die Restriktions-Fragment-Sequenzierung (RESTseq), der halleschen Wissenschaftler an: Die komplexe DNA wird in zwei Schritten mit bestimmten Enzymen, auch Gen-Scheren genannt, in kleinere Teile zerschnitten und anschließend nach Größe gefiltert, wodurch die ursprüngliche Komplexität auf weniger als zehn Prozent der Ausgangsgröße reduziert wird.

Die DNA-Probe bleibt aber nach wie vor auswertbar und kann dann in einem Benchtop-Sequenzierer analysiert werden. Die Zeit für die Sequenzierung verringert sich so von Wochen auf wenige Stunden. Auch die anschließende Auswertung der Sequenz-Informationen reduziert sich aufgrund der kleineren Datenmenge radikal. Im Ergebnis sinken die Investitions- und Wartungskosten. Dabei ist RESTseq flexibel an die Aufgabenstellung anpassbar, von der klinischen Forschung über die Forensik bis zur Tier- und Pflanzenzucht.

Die BioSolutions Halle GmbH wurde 1998 mit dem Ziel gegründet, innovative Ideen und Verfahren aus dem universitären Alltag möglichst schnell in Produkte und Verfahren umzuwandeln, um sie am Markt zu etablieren. Anwendungsorientierten Forschern, wie Eckart Stolle und Robin Moritz, wird damit eine Plattform geboten, ihre Ideen in Kooperation mit BioSolutions umzusetzen. Das Profil der Firma hat sich neben der Forschung vor allem in Richtung Dienstleistungen für die Gesundheitswirtschaft entwickelt. Annekatrin Lacroix

Mehr zum Preis: www.iq-mitteldeutschland.de/lokalpreise/iq-halle.html

Schlagwörter

Kommentar schreiben