Halle sucht den Super-Mitbewohner

22.02.2012 von Corinna Bertz in Studium und Lehre, Campus
„Kamera? Ton? Und bitte!“ hieß es Anfang Februar wieder im Filmstudio des Multimediazentrums in Halle. Dort wurde die zweite Folge der Soap „WG-geeignet?“ gedreht. Dieses Mal mit einem neuen Team und teilweise neuen Schauspielern.
Alban Geweniger ("Arne") bespricht mit den Regisseuren den Bildaufbau.
Alban Geweniger ("Arne") bespricht mit den Regisseuren den Bildaufbau. (Foto: Tom Leonhardt)

„Ich spiele Arne, den Unsichtbaren“, sagt Alban Geweniger. Er ist seit dem ersten Dreh von „WG-geeignet?“ mit dabei und spielt einen der festen Mitbewohner. Das Besondere: In der ersten Folge erkennt man zu keiner Zeit sein komplettes Gesicht. „Das ist inspiriert von der Serie Hör‘ mal, wer da hämmert – da sieht man auch nie das Gesicht des Nachbarn Wilson.“ In der zweiten Folge der Studenten-Soap soll sich das aber ändern: Arne (oder: Alban) zeigt sein Gesicht.

Neu in der Soap: Maria Preußmann als schwedische Mitbewohnerin Alva.
Neu in der Soap: Maria Preußmann als schwedische Mitbewohnerin Alva.
(Foto: Tom Leonhardt)

Nach einem Jahr werden die Dreharbeiten für die Soap aus dem Department für Medien und Kommunikation fortgesetzt. Wieder versuchen sich die Studierenden des dritten Semester im Rahmen des Moduls „Medienpraxis: Audiovisionen“ an Schnitt, Licht, Ton, Regie, Produktion und und und.

Eine der Regisseurinnen ist Sarah Schmidt. Sie ist für die Inszensierung, die Umsetzung des Drehbuchs in Bilder, verantwortlich. Der erste Drehtag war für die Medienstudentin aufregend, obwohl sie schon Erfahrungen im Filmbereich hatte: „Ich habe das erste Mal mit zwei Kameras und in einem recht professionellen Umfeld gearbeitet.“ Die Arbeit mit ihren Kommilitonen mache ihr viel Spaß, auch wenn das Drehteam häufig in Zeitverzug gerate. Im vorigen Jahr bestand das Team aus circa 30 Leuten – diesmal sind es knapp zehn Personen weniger. Trotzdem ist Sarah mit der Arbeit am Set zufrieden: „Es ist zwar alles ein wenig unkoordiniert, aber es funktioniert soweit gut.“

Die Grundgeschichte für „WG-geeignet?“ haben die vorherigen Studenten entwickelt: „Lena“ zieht aus ihrer WG aus und ein neuer Mitbewohner muss gefunden werden. Ohne sich abzusprechen, finden die restlichen WG-Mitglieder je einen idealen, neuen Mitbewohner bzw. eine ideale, neue Mitbewohnerin. Erst nach der Abschiedsfeier von Lena kommt das aber ans Licht. Um die Sache zu lösen, soll es ein WG-Casting geben.

In der zweiten Folge bereiten die WG-Mitglieder ihren Schützling auf das anstehende Casting vor. Die Story für die zweite Folge haben die Studierenden selbst entworfen. Unterstützt hat sie dabei Prof. Dr. Gerhard Lampe. Er selbst hat keinen Lieblingscharakter in der Soap, wie er sagt: „Das Interessante ist für mich die Konstellation der Charaktere.“

Verdiente Mittagspause nach fünf Stunden Dreh.
Verdiente Mittagspause nach fünf Stunden Dreh.
(Foto: Tom Leonhardt)

In „WG-geeignet?“ treffen extrem unterschiedliche Charaktere aufeinander – das birgt eine Menge Konfliktpotential. Mit der Arbeit der Studierenden ist Lampe sehr zufrieden: Er lobt ihre Selbständigkeit und Konzentration am Set. Schmunzelnd fügt er hinzu: „Die vornehmste Aufgabe des Lehrers ist es, sich selbst überflüssig zu machen.“

Fortsetzung mit Schwierigkeiten?

Weil die Soap nach einem Jahr fortgesetzt wird, hat es einige kleine Veränderungen im Personal gegeben. Die Gesichter der Schauspieler haben sich geändert und eine Schauspielerin ist derzeit in Schweden. Für dieses Problem haben sich die Drehbuchschreiber eine elegante Lösung einfallen lassen: „Miriam“ ist auch in der Serie in Schweden, ihr Zimmer wird an die schwedische Austauschstudentin „Alva“ vergeben.

Eine weitere Neuerung ist, dass es in der zweiten Folge mehr Orte gibt, an denen die Handlung spielt: Die WG-Küche aus der ersten Folge, der Flur und ein Zimmer. Das mag wenig spektakulär klingen, allerdings haben die Studierenden für jeden Ort eine eigene Bühne aufgebaut. Die musste häufig nachts für den folgenden Drehtag umgebaut werden. „Dann war es so, dass wir teilweise von 8 bis 20 Uhr gedreht und dann noch umgebaut haben“, berichtet Sarah.

Insgesamt haben die Studierenden sechs Tage lang gedreht. Jetzt sind sie daran, das ganze Material zu sichten und in Rohschnitt-Fassung zu kommen. Am Ende der ganzen „Postproduktion“ soll eine Folge von etwa 20-30 Minuten herauskommen. Dafür haben die Studiereden mehrere Stunden Material gesammelt.

Die zweite Folge soll bei den nächsten „Drehmomenten“ im LightCinema zu sehen sein. Für Sarah hat sich die Arbeit im Team aber schon jetzt gelohnt, weil sie später auch beim Film arbeiten will: „Deshalb ist das wahrscheinlich eines der wichtigsten Module, die ich belegt habe.“ Text: Tom Leonhardt

Beim Dreh stand auch scientia halensis-Autorin Maria Preußmann zum ersten Mal vor der Kamera. Wie sie ihr Schauspieler-Debüt erlebt hat,beschreibt sie im Onlinemagazin.

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