„Action!“ für Alva

28.02.2012 von Corinna Bertz in Studium und Lehre, Campus
Aufregung? Angst? Oder doch nur ewiges Warten zwischen den Drehs? Für die Studenten-Soap „WG-geeignet?“ stand scientia-halensis-Autorin Maria Preußmann zum ersten Mal vor der Filmkamera. Wie ihr Alltag als Schauspielerin aussah, beschreibt sie an dieser Stelle.
"Und bitte!": Maria Preußmann in ihrer Rolle als schwedische Austauschstudentin Alva.
"Und bitte!": Maria Preußmann in ihrer Rolle als schwedische Austauschstudentin Alva. (Foto: Tom Leonhardt)

Ich bin nicht gerade kamerascheu, trotzdem ergibt sich selten die Gelegenheit vor einer Filmkamera zu stehen. Zweimal war ich als Komparse an einem Filmset. Als ich mich dann für eine Nebenrolle in der Soap "Wg-geeignet?" beworben habe, habe ich mir keine großen Chancen ausgerechnet.

Dennoch stehe ich eine Woche später im Studio des Multimediazentrums. Ich habe eine vage Vorstellung davon, was mich erwartet. Aber ich bin mir nicht sicher, wie ich mich als Schauspieler behaupten werde. Etwas orientierungslos warte ich also am Studioeingang und beobachtete die Medienstudierenden dabei, wie sie letzte Vorbereitungen treffen. Dann nimmt sich Tutorin Dora Osinde meiner an, zeigt mir, wo es zur Maske geht und bringt mir Kaffee. Und schon bin ich mittendrin. Das Schöne: Ich muss mich um nieemanden kümmern, sondern man kümmert sich um mich. Katharina Weske schminkt und stylt mich von Maria zu Alva - der schwedischen Austauschstudentin, die für einige Wochen das Leben der Soap-WG aufmischt.

Ein Blick vor und hinter die Kulissen. Für jeden Drehort haben die Studierenden eine eigene Bühne aufgebaut. Für den folgenden Drehtag musste sie manchmal nachts wieder umgebaut werden.
Ein Blick vor und hinter die Kulissen. Für jeden Drehort haben die Studierenden eine eigene Bühne aufgebaut. Für den folgenden Drehtag musste sie manchmal nachts wieder umgebaut werden.
(Foto: Tom Leonhardt)

Typisch für Schauspieler ist, dass sie warten müssen. Bis die Szene fertig eingerichtet, das Licht gesetzt, der Ton eingestellt ist und die Kamera ihre Position hat. Auch wenn viele des Teams noch nie an einer Filmproduktion beteiligt waren, arbeiten alle so professionell wie möglich. Deshalb halten sich die Wartezeiten in Grenzen - auch wenn sie mir bisweilen ewig vorkommen, wenn ich in einer Sitzhaltung bin, die ich nicht ändern darf. Oder wenn es warm wird. Denn nicht nur meine Aufregung, sondern auch die vielen Scheinwerfer lassen mein Gesicht glühen. Zum Glück gibt es ja die Maske - fängt das Gesicht an zu glänzen, wird es gepudert. Auch die männlichen Schauspieler müssen dran glauben.

Hat sich die Regie fertig abgesprochen, werden alle auf Position gebeten. Vor meiner ersten Szene stehe ich außerhalb des Szenenbildes. Ich soll durch eine Tür in die Küche gehen und mich mit meinen Mitbewohnern unterhalten. Mir flattert das Herz. Ich denke an die circa zehn Leute, die nun gleich alle auf mich starren werden.

Als die Regie das obligatorische "Und bitte!" ruft, schaltet mein Kopf auf Automatik um. Reingehen, Text aufsagen, Mimik nicht vergessen, auch die Gestik nicht, mehr Text aufsagen. Und noch mal. Regieanweisung an mich: lauter sprechen! Und noch mal. Dann wird die Kameraposition gewechselt, wieder warten, wieder das gleiche spielen. Konzentration. Noch mal und noch mal. Dann das erlösende "Das war sie, die Szene ist im Kasten. Wir sind fertig!"

Nach sieben Tagen Dreh ist das Team völlig ausgelaugt. Da tut es gut, sich noch einmal im Schnittraum die Aufnahmen der Making-off-Kamera anzusehen und über den Blödsinn zu lachen. Blödsinn wurde viel am Set gemacht, inklusive Lachkrämpfe der Schauspieler. Das hat zusammengeschweißt, wir sind fast zu einer kleinen Familie geworden, mit der ich gerne noch länger gedreht hätte. Ich werde es vermissen, wenn wir zum Mittagessen gerufen wurden und brav eine Pause gemacht haben. Am liebsten hätte ich nämlich nonstop Szene für Szene drehen können. Aufregung? Angst? Ich kenne nur noch Begeisterung! Text: Maria Preußmann

Uni-TV berichtet in der aktuellen Sendung über die Soap.

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