Nachwuchswissenschaftlerin Stefanie Kewitz trifft Nobelpreisträger am Bodensee

15.07.2015 von Sarah Huke in Studium und Lehre, Varia, Campus
Es waren aufregende Tage, die Stefanie Kewitz vom 28. Juni bis zum 3. Juli in Lindau am Bodensee verbracht hat. Als eine von zwei Nachwuchswissenschaftlern aus Halle war die kurz vor dem Abschluss stehende Doktorandin an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums (Halle) bei der Nobelpreisträger-Tagung, die einmal im Jahr stattfindet. 65 Nobelpreisträger haben daran teilgenommen und in Vorträgen, aber auch persönlichen Gesprächen über sich und ihre Arbeit erzählt.

Vorgeschlagen dafür wurde sie von Prof. Dr. Dieter Körholz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin. „Als die Nobelpreisträger zur Eröffnung eingelaufen sind, das war schon ergreifend“, erzählt Kewitz. Neben vielen Vorträgen blieb bei gemeinsamen Essen und Unternehmungen Zeit, mit den renommierten Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen.

Der Nobelpreisträger Harold Kroto im Gespräch mit jungen Wissenschaftlern.
Der Nobelpreisträger Harold Kroto im Gespräch mit jungen Wissenschaftlern.
(Foto: Stefanie Kewitz)

Besonders beeindruckt habe sie der Chemiker Harold Kroto, der 1996 mit zwei weiteren Wissenschaftlern den Nobelpreis für Chemie erhalten hatte. „Er hat aus dem Nähkästchen geplaudert, wie er sein Leben geführt hat“, sagt die 28-Jährige, die an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Biologie studiert und im Forschungslabor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin ihre Diplom- und Doktorarbeit über Therapieresistenz des Hodgkin-Lymphoms geschrieben hat. Hier ist sie in der Arbeitsgruppe von PD Dr. Martin Staege wissenschaftliche Mitarbeiterin und forscht weiterhin auf diesem Gebiet. Auch der Australier Peter C. Doherty, ebenfalls Nobelpreisträger von 1996 für Medizin, hat als „sehr bodenständiger, freundlicher und überhaupt nicht distanzierter Mensch“ auf sie Eindruck gemacht.

Kroto und Doherty stehen dabei für so einige Nobelpreisträger, die über sich erzählt haben, sagt Kewitz. Auch die drei anwesenden weiblichen Nobelpreisträgerinnen Françoise Barré-Sinoussi, Elizabeth Blackburn und Ada Yonath hätten sie beeindruckt, weil sie den Nachwuchswissenschaftlerinnen Mut gemacht hätten. Yonath sei zudem sehr lustig und habe Fotos davon gezeigt, wie sie und ihre Kollegen sich zur Weihnachtsfeier als Ribosomen verkleidet haben, berichtet Kewitz. „Man hat gesehen, dass auch Nobelpreisträger nur Menschen sind“, sagt sie. Von diesen Koryphäen der Wissenschaft über ihre Faszination für ihre Arbeit zu hören, sei außerdem für sie selbst ein Motivationsschub, in der Forschung zu bleiben.

Außerdem ist auch der Austausch mit anderen Nachwuchswissenschaftlern aus aller Welt nicht zu kurz gekommen. „Ich habe Iren, Australier oder Japaner kennengelernt. Es war leicht, ins Gespräch zu kommen“, sagt Kewitz, gerade auch, weil man im gleichen Hotel untergebracht gewesen sei. „Die Gespräche gingen oft schon beim Frühstück los.“ Für sie sei es eine Ehre gewesen, am Nobelpreisträger-Treffen teilzunehmen, denn es sei einerseits eine einmalige Erfahrung und andererseits verstehe sie es auch als Wertschätzung ihrer eigenen Forschungsarbeit, dafür vorgeschlagen worden zu sein.

Der zweite Nachwuchswissenschaftler aus Halle, der in Lindau war, ist der Chemiker Serge Alain Fobofou Tanemossu, der Doktorand am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie ist. Der Stifterversammlung für das Treffen gehören mittlerweile 200 Nobelpreisträger an. Cornelia Fuhrmann

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