MIRAI-Programm: Eintauchen in die Politik, Gesellschaft und Kultur Japans

01.02.2017 von Jan-Luca Müller in Studium und Lehre, Personalia, Campus
Johannes Gallons Augen strahlen, wenn er sich an den siebentägigen Japanaufenthalt im vergangenen Dezember erinnert. Als einer von insgesamt 80 Studierenden aus ganz Europa hatte der Jura-Student der Uni Halle die Ehre, am MIRAI-Programm 2016 teilzunehmen. Das Austauschprogramm des japanischen Außenministeriums richtet sich vor allem an Studierende der Gesellschaftswissenschaften mit herausragenden Leistungen und soll jungen Europäern einen Einblick in die Politik, Wirtschaft und Kultur des ostasiatischen Pazifikstaats gewähren.
Johannes Gallon, Student der Rechtswissenschaften an der Universität Halle, während des MIRAI-Programms vor dem Itsukushima-Schrein auf der Insel Miyajima.
Johannes Gallon, Student der Rechtswissenschaften an der Universität Halle, während des MIRAI-Programms vor dem Itsukushima-Schrein auf der Insel Miyajima. (Foto: Privat)

80 Studenten aus ganz Europa auf einer besonderen Reise durch Japan, darunter ein Student aus Halle: Während des MIRAI-Programms hatten Gallon und seine internationalen Kommilitonen die einmalige Gelegenheit, das Land kennenzulernen und in die japanische Kultur einzutauchen. Des Weiteren stand aber auch der interkulturelle Austausch unter den Studentengruppen im Fokus des Programms. „Neben Vorträgen und Seminaren hatten wir sowohl in der Universität als auch im Außenministerium immer wieder die Gelegenheit, uns auszutauschen“, erzählt Gallon. Dass sich durch das Programm ein internationales Netzwerk aus jungen Studenten mit einem Interesse für Politik und Diplomatie herausgebildet hat, dürfte ebenfalls im Interesse aller Beteiligten sein.

„Eine vollkommen neue Perspektive“

Johannes Gallon mit seiner Reisegruppe
Johannes Gallon mit seiner Reisegruppe
(Foto: Privat)

Für Johannes Gallon ging es Mitte Dezember vom Flughafen Leipzig/Halle über Frankfurt zunächst nach Tokio. Bereits die Ankunft in der japanischen Hauptstadt faszinierte den 22-Jährigen. „Es ist beindruckend, wie über 37 Millionen Menschen auf so engem Raum zusammenleben“, so Gallon.

Für die ersten Tage sah das Programm unter anderem den Besuch des Edo-Tokyo-Museums sowie Vorträge und Workshops an der renommierten Waseda Universität und im japanischen Außenministerium vor. Neben theoretischen Einblicken in die Welt der japanischen Geschichte und Politik sowie dem Austausch japanischer und europäischer Studenten gab es aber auch immer wieder Gelegenheit, die kulturellen Seiten Japans kennenzulernen.

Eines der Highlights für Johannes Gallon stellte der Besuch einer traditionellen Teezeremonie dar. „Das war ein ganz besonderer Moment des In-sich-kehrens und der inneren Ruhe“, berichtet er. Ein weiterer Höhepunkt, allerdings auf eine andere Art und Weise, sei der Aufenthalt in Hiroshima gewesen. Die Teilnehmer besuchten dort das Friedensdenkmal und hatten die Chance, mit einer Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki von 1945 zu sprechen.

Am nächsten Morgen ging es nach Kyoto, wo an der dortigen Universität verschiedene Vorträge zum Thema Außenpolitik auf die Teilnehmer warteten. „Es war ein intensives Programm, aber trotzdem unglaublich interessant und mit einer Menge Spaß verbunden. Es war eine große Ehre, an diesem Austausch teilgenommen haben zu dürfen“, erzählt Gallon.

"Mirai" - das japanische Wort für Zukunft

Das Friedensdenkmal in Hiroshima, das an die Opfer des Atombombenabwurfes während des Zweiten Weltkriegs erinnert.
Das Friedensdenkmal in Hiroshima, das an die Opfer des Atombombenabwurfes während des Zweiten Weltkriegs erinnert.
(Foto: Johannes Gallon)

Neben den kulturellen Eindrücken und politischen und diplomatischen Einblicken nimmt er vor allem eines von seiner Japanreise mit: „Eine vollkommen neue Perspektive auf das Land und auch für mich persönlich.“

Auf das Programm aufmerksam gemacht hatte ihn Prof. Dr. Gesine Foljanty-Jost, die am Institut für Politikwissenschaften und Japanologie an der Universität Halle tätig ist und sich um die Vermittlung zur japanischen Botschaft kümmerte. Anschließend konnte sich Gallon im anspruchsvollen Auswahlverfahren durchsetzen und sich die Teilnahme am MIRAI-Programm 2016 sichern.

„Mirai“ ist das japanische Wort für Zukunft. Was der Austausch für Johannes Gallons Zukunft bedeutet, kann er noch nicht sagen. Fest steht für ihn aber, dass er es jedem anderen interessierten Studenten empfehlen kann. Er hat sogar einen Tipp für die Bewerbung: „Sich nicht von den Anforderungskriterien abschrecken lassen und unbedingt bewerben, auch wenn man bisher keinen Bezug zu Japan gehabt hat.“

Weitere Informationen zum und Eindrücke vom MIRAI-Programm 2016 unter: https://mirai16blog.wordpress.com/

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