Doktoranden in Mitteldeutschland vernetzen sich

29.11.2012 von Corinna Bertz in Studium und Lehre, Hochschulpolitik, Campus
Für Studenten spricht der StuRa, aber wer spricht für Doktoranden? Noch haben Promovierende in Universitätsgremien keine eigene Stimme. Wie sie ihre Position durch Promovierendenvertretungen verbessern können, darüber sprachen am Donnerstag (22. 11.) Doktoranden aus Halle, Jena, Leipzig und Magdeburg im Löwengebäude der MLU. Sie diskutierten über Wege zu mehr Mitsprache und tauschten sich über ihre Erfahrungen beim Gründen von Promovierendenvertretungen aus.

An allen vier Hochschulen sind mittlerweile organisierte Promovierendenvertretungen etabliert oder derzeit im Aufbau begriffen. Die Motivation ist überall die gleiche: Es fehlt ein Ansprechpartner und Repräsentant, der die Interessen der Doktoranden an der Universität vertritt und auf ihre Lage – etwa die oft prekäre Beschäftigungsituation - öffentlich aufmerksam macht. Durch regelmäßigen Austausch und eine gute Vernetzung wollen die Teilnehmer des Treffens künftig gemeinsam an ihren Zielen arbeiten.

Sie fordern Stimme und Status: Postkartenmotiv der Promovierendeninitiative Halle (Quelle: Promovierendeninitiative Halle)
Sie fordern Stimme und Status: Postkartenmotiv der Promovierendeninitiative Halle (Quelle: Promovierendeninitiative Halle)

Alle Initiativen stehen dabei vor der Herausforderung, eine sehr heterogene Gruppe zu vertreten: Einige von ihnen sind Mitarbeiter, andere Stipendiaten, wieder andere freie Promovierende. Absprachen zwischen Promovierendenvertretungen und den Graduiertenschulen der Universitäten sind notwendig, bevor die Doktoranden und ihre Interessen erfasst und eine Promovierendenvertretung bestimmt werden können.

Als Vorreiter unter den mitteldeutschen Hochschulen berichtete Patrick Pfeil vom „ProRat Leipzig“ über die Erfahrungen bei der Einrichtung des ersten PromovierendenRates in Mitteldeutschland. Der Leipziger ProRat besitzt mittlerweile eine Grundordnung und wird von Universität, Professorenschaft und von der sächsischen Politik unterstützt. Da die Einrichtung des Rats jedoch gesetzlich nicht verankert ist, konnte er noch nicht in die Universitätsordnung integriert werden und darf deshalb ohne Stimmrecht in Unigremien nur beratend auftreten. Keine der anwesenden Vertretungen kann bislang bei universitären Entscheidungen mitstimmen.

Um ein Stimmrecht an der Universität zu erlangen, müsse der Doktorandenstatus in das Hochschulgesetz des Landes aufgenommen werden, erläuterte Frank Ursin von der Promovierendeninitative an der MLU. Dort ist er bislang noch nicht definiert. Wie die Chancen dafür stünden, wollte Dr. Barbara Witter von der Graduiertenschule der Universität Magdeburg von Ministerialrat Dr. Gerhard Wünscher (Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft) wissen, der ebenfalls anwesend war. Er äußerte sich zurückhaltend, aber zuversichtlich: Eine Verankerung im Hochschulgesetzt sei möglich, jedoch müsse zunächst der Promovierendenstatus klar definiert werden. Darauf werden die Promovierendenvertreter aus Halle, Leipzig, Jena und Magdeburg nun gemeinsam hin arbeiten. Text: Corinna Bertz

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