Beifallsrufe für virtuose Solisten in der Aula

25.06.2014 von Corinna Bertz in Varia
Mit atemberaubenden Interpretationen begeisterten die preisgekrönten Solisten Kristóf Baráti (Violine) und Gábor Farkas (Klavier) am 24. Juni 2014 ihr Publikum in der Aula des Löwengebäudes und bereicherten die Reihe der aula konzerte halle um einen weiteren denkwürdigen Abend.
Die preisgekrönten Solisten Kristóf Baráti (Violine) und Gábor Farkas (Klavier) erhielten stürmischen Beifall beim Konzert in der Universitäts-Aula
Die preisgekrönten Solisten Kristóf Baráti (Violine) und Gábor Farkas (Klavier) erhielten stürmischen Beifall beim Konzert in der Universitäts-Aula (Foto: Maike Glöckner)

Die Darbietung umfasste die Violinsonaten Nr. 8 G-Dur, op. 30 Nr. 3 Ludwig van Beethovens, Nr. 1 a-Moll, op. 105 Robert Schumanns, sowie die Sonate Nr. 1, op. 21 Sz 75 für Klavier und Violine Béla Bartóks.

Im Unisono von Klavier und Violine eröffnete das Duo mit dem zunächst in Sechzehnteln kreisenden, anschließend in Dreiklangsbrechungen emporschnellenden Hauptmotiv des Kopfsatzes der Beethovenschen Sonate seinen Vortrag. Im Jahre 1802 und somit im zeitlichen Umfeld des berühmten „Heiligenstädter Testaments“ entstanden, markiert das Werk den Abschluss eines dreiteiligen Sonatenzyklus‘ und kontrastiert mit seinem Charakter emphatisch-überschwänglicher Heiterkeit insbesondere die Schwere der dominanten mittleren c-Moll Sonate.

Die vermeintliche Schwierigkeit der Ausdeutung des für Beethoven vermeintlich untypischen Gestus wussten die Solisten in ihrer Interpretation für sich zu nutzen: Mit eindrucksvoller spieltechnischer Brillanz offenbarten sie dem Publikum bereits im immer wieder von aufbrausenden Sechzehnteln durchzogenen Allegro assai des ersten Satzes den oftmals verkannten heiteren Charakterzug der Beethovenschen Musik.

Auch in den Folgesätzen bewiesen die Musiker und insbesondere Baráti ihr enormes Talent, etwa in der ausdrucksstarken Umsetzung des zweistimmigen Violinparts im zweiten Satz – Beethoven setzt hier anstelle eines Adagio ein Tempo di Minuetto, ma molto moderato e grazioso – und dem furiosen Finale des Allegro vivace.

Der aufbrausenden Heiterkeit der Beethovenschen Sonate folgte der abrupte Umschwung in die mollgeschwängerte Atmosphäre der Sonate Nr. 1 a-Moll, op. 105 für Klavier und Violine Robert Schumanns, deren verdüsterte Stimmung wohl Grund für den geringen Erfolg der Uraufführung im Jahre 1852 sein dürfte.

Deutlicher noch als in der vorangegangenen Sonate offenbarten dabei etwa die im ersten Satz über einem Orgelpunkt exponierten Sechzehntel-Figurationen im Klavier, gepaart mit der emotional tiefschürfenden Interpretation der Violinstimme die souveräne Kombination von Leidenschaft, Virtuosität und Ausdruckskraft des Duos.

Mit der Violinsonate Nr. 1, op. 21 Sz 75 Béla Bartóks setzten Kristóf Baráti und Gábor Farkas den fulminanten Schlusspunkt in ihrem mitreißenden Programm. Das expressionistisch anmutende Werk, das hinsichtlich seiner dissonanten Harmonik und musikalischen Formsprache Reminiszenzen an Arnold Schönbergs Phantasie für Violine mit Klavierbegleitung op. 47 erkennen lässt, bildete den Höhepunkt des Konzertabends: Von der abstrakt-träumerischen Atmosphäre des Kopf- und Mittelsatzes bis hin zu dem an spieltechnischem Anspruch kaum zu überbietenden Schlusssatz folkloristischen Charakters beeindruckte das Duo durch eine Ausdeutung höchster Virtuosität bei gleichzeitiger expressiver Klarheit.

Auf das von spannungsreichen Pizzicati vorbereitete, stürmische Finale der Komposition reagierte das Publikum mit aufbrausendem Applaus und lautstarken Beifallsrufen, wofür sich die Musiker mit zwei Zugaben bedankten und somit das Konzert abrundeten.

Text: Pascal Schiemann

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