Wechsel auf dem Julius-Kühn-Feld

01.02.2021 von Lena Süßmann in Personalia
Nach 20 Jahren an der Spitze der Versuchsstation des Instituts für Agrar- und Ernährungswissenschaften geht Dr. Helmut Eißner in den Ruhestand. Die Leitung hat er an Dr. Philipp Götze, einen Alumnus der MLU, übergeben. Dieser hat bereits erste Pläne.
Helmut Eißner (links) und Philipp Götze am Julius-Kühn-Feld. Nach 20 Jahren hat Eißner die Leitung der Versuchsstation übergeben.
Helmut Eißner (links) und Philipp Götze am Julius-Kühn-Feld. Nach 20 Jahren hat Eißner die Leitung der Versuchsstation übergeben. (Foto: Lena Süßmann)

Seit 2001 hat Dr. Helmut Eißner die Lehr- und Versuchsstation des Instituts für Agrar- und Ernährungswissenschaften, das sogenannte Julius-Kühn-Feld, geleitet. Deren bekanntestes Projekt ist der weltweit zweitälteste Dauerdüngungsversuch „Ewiger Roggenbau“, der im Herbst 1878 vom Begründer des landwirtschaftlichen Instituts Julius Kühn ins Leben gerufen wurde. Untersucht werden auf dem Feld die Langzeitwirkungen verschiedener Düngungsarten auf den Boden und die angebauten Pflanzen. „Der Dauerversuch macht jedoch lediglich einen kleinen Teil der Versuchsstation aus“, so Eißner. Zu ihr gehört außerdem eine circa 34 Hektar große Fläche, die für verschiedene Projekte in Forschung und Lehre bewirtschaftet wird.

Ende Februar geht der Agrarwissenschaftler in den Ruhestand. Die Leitung der Station hat er bereits zum 1. Januar an seinen Nachfolger Dr. Philipp Götze übergeben. Götze hat Agrarwissenschaften an der MLU studiert, wurde 2017 in Halle promoviert und hat bis vor Kurzem am Institut für Zuckerrübenforschung an der Universität Göttingen gearbeitet. Für die Zukunft der Versuchsstation hat er bereits erste Pläne. Rechtlich steht diese seit 2007 im Land Sachsen-Anhalt unter Denkmalschutz, eine andere Frage sei aber die Finanzierung, sagt er. Der neue Leiter möchte sich für einen Ausbau an technischer und personeller Ausstattung stark machen, die Besetzung einer neuen Techniker-Stelle sei bereits geplant. Ebenso sollen zukünftig vermehrt digitale Technologien der Fernerkundung, Sensorik und Spurführungssysteme, wie Sie in der landwirtschaftlichen Praxis bereits etabliert sind, auch auf der Versuchsstation zum Einsatz kommen. Die durch die Corona-Pandemie wegfallenden Präsenz-Praktika für Studierende und die Öffentlichkeitsarbeit in Form von Führungen für Schülerinnen und Schüler oder Alumni können durch die Nutzung digitaler Formate jedoch nicht vollumfänglich ersetzt werden, sagt er.

Helmut Eißner bezeichnet unterdessen die vergangenen 20 Jahre als etwas ganz Besonderes. Es sei eine erfüllende Tätigkeit gewesen, die nie langweilig war. „Man sitzt nicht nur im Büro, sondern arbeitet auch praktisch auf dem Feld, wodurch sich jeder Tag vom anderen unterscheidet“, sagt er. Der Wissenschaftler erinnert sich aber auch an Situationen, in denen es schlecht um die Station stand. Im Zuge eines Bahnprojektes zum Beispiel sollte die Zufahrtsstraße für eine Baustelle direkt über deren Felder gehen. Die Universität schaffte es damals, diese Pläne abzuwehren.

Heute ist Eißner beruhigt, dass das Institut rechtzeitig einen neuen Leiter für das Julius-Kühn-Feld gefunden hat. „So habe ich auch das Gefühl, dass die Arbeit der vergangenen Jahre nicht umsonst gewesen ist.“ Trotzdem fällt es ihm schwer, einen Strich unter seine Tätigkeit zu ziehen. Er sei nach wie vor bereit, mit Rat und Tat für die Versuchsstation zur Verfügung zu stehen, betont der ehemalige Leiter. Ansonsten möchte sich Eißner seiner Familie und seinen vier Enkeln widmen. Es wird also bestimmt nicht langweilig in seinem Leben.

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