„Nachhaltigkeit muss mitgedacht werden“

22.11.2019 von Ronja Münch in Wissenschaft, Campus
Auf der Konferenz „Innovation & Value Creation“ am Lehrstuhl für Personalwirtschaft & Business Governance der Uni geht es zum Beispiel um Geschäftsmodelle im Zuge der Digitalisierung, um neue Produkte und darum, wie Unternehmen in Zukunft arbeiten. Einen prominenten Platz räumen die Veranstalter aber auch dem Thema Nachhaltigkeit ein. In welcher Form und warum, erklärt Dr. Barbara Castrellon Gutierrez, eine der Organisatorinnen.
Auch für ein Klimaschutzprojekt im Regenwald können die Konferenzteilnehmer spenden.
Auch für ein Klimaschutzprojekt im Regenwald können die Konferenzteilnehmer spenden. (Foto: Pixabay)

Wieso haben Sie sich entschieden, Nachhaltigkeit zum Thema zu machen, obwohl es eigentlich um das Forschungsfeld Innovation und Wertschöpfung geht?
Barbara Castrellon Gutierrez: Unsere Konferenz findet in der Woche der Public Climate School statt. Auch uns als Organisatoren des 14. Forschungskolloquiums „Innovation and Value Creation 2019 (ivc 2019)“ ist es ein Anliegen, auf die Herausforderungen, welche es durch den Klimawandel gibt, aufmerksam zu machen. Zudem spielt das Thema eine zunehmende Rolle in Unternehmen. Nachhaltigkeit ist eine wichtige Anforderung an Innovationen und Wertschöpfungen der Zukunft. 

Inwiefern spielt das Thema Nachhaltigkeit eine Rolle während der Konferenz?
Nachhaltigkeitsaspekte werden im Rahmen des Forschungskolloquiums einerseits inhaltlich thematisiert. Die Vorträge beschäftigen sich aus verschiedenen Perspektiven mit der Gestaltung von Wertschöpfung in der Zukunft. Dabei müssen Fragen der Nachhaltigkeit mitgedacht und diskutiert werden. Anderseits haben wir uns dazu entschieden, bei der Planung und Durchführung neben ökonomischen auch ökologische und soziale Aspekte in den Fokus zu rücken. Wo es möglich ist, bieten wir beispielsweise Speisen ohne Geschirr an. Wenn wir Geschirr benötigen, nutzen wir bei der Veranstaltung Porzellangeschirr und Gläser, um Abfall zu vermeiden. Zudem versuchen wir mit Unternehmen aus Halle zusammenzuarbeiten, um die regionale Wertschöpfung zu erhöhen und Transportwege und somit CO2 zu reduzieren.

Barbara Castrellon Gutierrez
Barbara Castrellon Gutierrez
(Foto: Michael Deutsch)

Erstreckt sich die CO2-Kompensation auch auf die Anreise?
Das Ziel ist es CO2-Emissionen zunächst zu vermeiden, wo Emissionen anfallen, diese zu vermindern und im letzten Schritt die angefallenen CO2-Emissionen zu kompensieren. Mit einem Online-Rechner haben wir die CO2-Verbräuche unserer Veranstaltung ermittelt. Dabei beziehen wir zum Beispiel auch die Übernachtung und die Anreise mit ein. Während der Veranstaltung entscheiden dann die Teilnehmer, welchen Beitrag sie in welches Klimaschutzprojekt investieren, um die entstandenen CO2-Emissionen zu kompensieren.
 
Was erhoffen Sie sich von der Konferenz?
Unser Ziel ist es, die Theorie mit der Praxis zu verknüpfen. Neben spannenden wissenschaftlichen Impulsen möchten wir ausprobieren, was es heißt, eine solche Tagung unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu organisieren und durchzuführen.  Was funktioniert? Wo müssten wir noch mehr machen? An welcher Stelle kommen wir als Organisationsteam an unsere Grenzen und müssen nochmals genauer hinschauen? Als Lehrstuhl, der sich mit den Menschen in Organisationen beschäftigt, sehen wir es als unsere Aufgabe, immer wieder kleine Schritte in Richtung nachhaltige Entwicklung zu gehen. Uns ist bewusst, dass wir keine zu einhundert Prozent „nachhaltige Konferenz“ organisiert haben und dass es viele Dinge gibt, die wir noch besser machen können. Aber warum nicht einfach erstmal anfangen?

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