Die Formung jüdischer Traditionen

16.05.2019 von Katrin Löwe in Personalia, Neu berufen
Er arbeitet an einem Wissensschatz aus mehr als 3.000 Jahren. Zum 1. April ist Prof. Dr. Ottfried Fraisse an der halleschen Universität zum Professor für Judaistik/Jüdische Studien berufen worden. Der Wissenschaftler befasst sich zum Beispiel mit Fragen des Verhältnisses von Judentum und Islam in der Zeit vom Mittelalter bis in die Gegenwart.
Ottfried Fraisse
Ottfried Fraisse (Foto: Maike Glöckner)

Die „Formung der jüdischen Traditionen inspiriert durch ihre kulturelle Mehrfachzugehörigkeit  nachzuvollziehen“ gehört für Prof. Dr. Ottfried Fraisse zu den besonders spannenden Aspekten an seinem Fach. Spezialgebiete des 57-Jährigen sind vor allem die jüdisch-arabische Philosophie des Mittelalters – insbesondere die Schriftkommentare –, das sefardische Judentum unter islamischer Herrschaft und die Wissenschaft des Judentums.

An der Universität Halle hat den Wissenschaftler vor allem der Nahost-Studiengang und damit die Kooperation zwischen der Judaistik und den anderen Fächern im Orientalischen Institut überzeugt. Reizvoll sei für ihn angesichts der Multikulturalität jüdischer Traditionen eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Orientalistik, Geschichte, Germanistik, Philosophie, Theologie und Rechtswissenschaften, sagt der Forscher.

Fraisse hat Theologie, Philosophie und Judaistik in Berlin, Theologie und Semitische Sprachen in Amsterdam sowie Mahshevet Yisrael (Jüdisches Denken) und Arabisch in Jerusalem studiert. Er wurde 2003 an der Freien Universität Berlin in Judaistik promoviert und habilitierte sich 2014 in Jüdischer Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Bereits seit 2016 hatte er in Halle die Lehrstuhlvertretung am Seminar für Judaistik/Jüdische Studien inne.
 

Prof. Dr. Ottfried Fraisse
Judaistik/Jüdische Studien
Tel.: +49 345 55-23940
E-Mail: ottfried.fraisse@judaistik.uni-halle.de

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