Der mit seinen Funden spricht

11.02.2021 von Lena Süßmann in Wissenschaft, Varia
Römische Schmuckstücke, Mühlsteine und Messer in germanischen Siedlungen? Klingt erst einmal nicht besonders aufregend, wenn Promotionsstudent Hannes Buchmann von der Uni Halle jedoch darüber redet, dann werden seine Funde nahezu lebendig. Das jedenfalls will er beim ArchaeoSlam der Uni Göttingen in der kommenden Woche beweisen.
Hannes Buchmann - hier bei einer Grabung - stellt seine Forschung auf dem Archaeoslam vor.
Hannes Buchmann - hier bei einer Grabung - stellt seine Forschung auf dem Archaeoslam vor. (Foto: Felix Rösch)

ArchaeoSlam? Was ist das?
Hannes Buchmann: Vom Prinzip her ist der ArchaeoSlam wie ein Science-Slam, nur, dass er der erste in Deutschland ist, der sich explizit an Archäologinnen und Archäologen richtet. Wir stellen unsere Forschungen innerhalb von zehn Minuten so unterhaltsam wie möglich vor. So sollen auch Zuschauer, die nicht in der Materie stecken, eine Vorstellung von dem bekommen, was wir in unseren Forschungen machen. Ursprünglich hätte das Ganze in Göttingen an der Uni stattgefunden, aber durch die aktuelle Lage haben wir uns dazu entschieden, den Vortrag von Zuhause aus zu halten. Die einzelnen Beiträge werden am 18. Februar live gestreamt.

Wie wollen Sie sich gegen die anderen Teilnehmer durchsetzen?
Ich habe die Idee, eine Art Hörbuch oder Hörspiel vorzuspielen, in dem ich sozusagen mit den Funden spreche, die ausgegraben wurden. Ich denke dabei an so eine Art Disney-Geschichte. Ich hoffe, dass das gut klappt und auch bei den Zuschauern ankommt. Ich könnte mir natürlich die krassesten Archäologie-Geschichten einfallen lassen und Indiana-Jones nachspielen, aber das wäre eben nicht das Prinzip des Slams – man soll ja schon über sein eigenes Thema sprechen. Dementsprechend bin ich gespannt, ob ich meine Forschung unterhaltsam rüberbringen kann. Ich hoffe und denke, dass das klappt.

Wie sind Sie eigentlich zum Slam gekommen?
Ich habe die Ausschreibung gesehen und dachte, ich versuche mal mein Glück und bewerbe mich. Erfreulicherweise wurde ich angenommen, denn Vorträge über das zu halten, was ich tue, macht mir wirklich Spaß.

Worauf freuen Sie sich am meisten?
Es ist toll, andere Forscherinnen und Forscher kennenzulernen, die vielleicht gerade auf demselben Stand sind wie ich und ähnliche Probleme bei ihrer Forschung haben. Dass man sich untereinander austauschen und kennenlernen kann, darauf freue ich mich besonders. Natürlich wird es auch spannend, fachlich neue Dinge zu erfahren.

Eine letzte Frage: Wussten Sie schon immer, dass Sie Archäologe werden wollten?
Schon als Kind habe ich mich für Ritter begeistert. Dieses Interesse ist auch nicht verschwunden. Meine erste Grabung habe ich während eines Praktikums in der 8. Klasse miterlebt. Von da an wusste ich, was ich später machen möchte. Interessant ist, dass man Sachen ausgräbt und untersucht, die seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden im Boden liegen. Dadurch kann man gewissermaßen einen Kontakt zu den Menschen aufbauen, die damals gelebt und diese Gegenstände tagtäglich verwendet haben.

 

Zum Archaeoslam der Uni Göttingen: https://www.archaeoslam.uni-goettingen.de/

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Archäologie

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Kommentare

  • Felix Rösch am 19.02.2021 11:05

    Und Hannes wurde nicht nur angenommen, sondern hat den Slam mit einer eindrucksvollen Performance, in der er in die Rollen seiner Fundstücke schlüpfte, eindrucksvoll gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

    Wer das ganze verpasst hat, kann sich den ganzen Slam nochmal auf Youtube anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=kK9cHvGfjOA -> Hannes Slambeitrag startet bei: 01:08:40