Auf dem Weg zur nachhaltigen Universität

04.02.2021 von Katrin Löwe in Campus, Hochschulpolitik
Die Universität hat jetzt ein Nachhaltigkeitsbüro. Dort kümmert sich Frederik Bub als Koordinator um das Thema, das Rektor Prof. Dr. Christian Tietje bereits bei seiner Wahl als Schwerpunkt angekündigt hat. Geplant sind eine Nachhaltigkeitsstrategie für die gesamte MLU und „viele kleine Schritte“.
Frederik Bub ist der Koordinator im neuen Nachhaltigkeitsbüro.
Frederik Bub ist der Koordinator im neuen Nachhaltigkeitsbüro. (Foto: Markus Scholz)

Der Druck des Wissenschaftsmagazins „scientia halensis“ auf Recyclingpapier, eine Glas- und Chemikalienbörse zum Teilen von Labormaterial, ein im März 2020 gestartetes Pilotprojekt in den Geowissenschaften zur konsequenteren Mülltrennung: In Sachen Nachhaltigkeit gibt es durchaus schon Ansätze an der MLU, sagt Frederik Bub. Studiengänge wie „Management natürlicher Ressourcen“ oder „Responsible Leadership & Business Governance“ setzen einen Fokus auf Nachhaltigkeit. Und: „Auch in der Forschung gibt es viele Anknüpfungspunkte.“ Forschende  befassen sich mit dem Thema in den Naturwissenschaften ebenso wie in den Geistes- und Sozialwissenschaften, an der Uni selbst oder am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung iDiv und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, an denen MLU-Professorinnen und Professoren forschen.

Das alles zusammenzutragen und auch gebündelt zu kommunizieren, ist eine der ersten Aufgaben, denen sich Frederik Bub widmet. Seit Mitte November ist er Koordinator im neuen Nachhaltigkeitsbüro, das in der Stabsstelle für Vielfalt und Chancengleichheit des Rektors angesiedelt ist. Dort passt es auch gut hin, denn zur Nachhaltigkeit zählen weit mehr als ökologische Themen, wie Bub mit Verweis auf die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN betont. Chancengleichheit oder Geschlechtergerechtigkeit gehören zum Beispiel ebenso dazu.

Neu ist das Thema für den 31-Jährigen keineswegs: Bereits während seines Physikstudiums an der MLU hat sich Bub im Projekt „nachHALLtig“ dafür eingesetzt, dass es im Studium stärker verankert wird. Entstanden sind aus dem Projekt seit 2013 eine Ringvorlesung und das ASQ-Modul Nachhaltigkeit. Für das „netzwerk n“, eine bundesweite Initiative für eine nachhaltige Hochschullandschaft, war er als Coach an anderen Hochschulen unterwegs. Nachhaltigkeit sei für das aktuelle Rektorat mehr als ein Lippenbekenntnis, sagt Bub. Mit seiner Stelle ist sie nun auch strukturell verankert. „Europaweit gibt es nur etwa 40 Koordinationsstellen für Nachhaltigkeit an Hochschulen“, so Bub. Rektor Christian Tietje hatte das Thema bei seiner Wahl als einen Schwerpunkt angekündigt, seit Mitte 2019 gibt es mit dem Geologen Prof. Dr. Michael Stipp bereits einen Rektoratsbeauftragten für Nachhaltigkeit.

Die Arbeit beginne jetzt, sagt Bub. Zu seinen nächsten konkreten Zielen gehören eine Art „Runder Tisch“ aller Statusgruppen an der Uni, um gemeinsam eine Strategie für Nachhaltigkeit an der MLU zu entwickeln, oder der Ausbau von Netzwerken zu anderen Hochschulen. Dazu kommen „viele kleine Schritte“, wie er sagt, konkrete Projekte etwa. Ein Stichwort dabei ist die Mobilität, von Abstellmöglichkeiten für Fahrräder bis hin zur Frage von Kompensationsleistungen für Dienstreisen. Gemeinsam mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Initiative Scientists4Future plant Bub für den Sommer eine Veranstaltung zum Thema „Klimawandel und Gesundheit“. Denn der Klimawandel ist nicht nur ein Umweltproblem, sondern betrifft nahezu alle Bereiche unseres Zusammenlebens, so Bub.

Im Podcast #ScienceManagersForFuture

In der aktuellen Folge des Podcasts „#ScienceManagersForFuture“ reden Michael Stipp und Frederik Bub ausführlich über Nachhaltigkeit an der Universität Halle. Der Podcast ist hier abrufbar: https://sciencemanagersforfuture.podigee.io/4-neue-episode

Informationen des Nachhaltigkeitsbüros sind hier zu finden: www.uni-halle.de/nachhaltigkeit

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