Wissenstransfer: Uni-Delegation besucht Partnerhochschule in der Mongolei

12.07.2016 von Tom Leonhardt in Varia
Eine Delegation der Uni Halle hat Ende Mai die Universität der Mongolei (NUM) in Ulan Bator besucht. Im Rahmen eines vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projekts arbeiten die beiden Hochschulen unter anderem daran, die Forschungsleistung der NUM zu steigern. Über die Reise berichtet Dr. Manja Hussner, Leiterin des International Office an der Uni Halle.
Prorektor Michael Bron überreicht NUM-Rektor Regsuren Bat-Erdene eine Reproduktion einer historischen Grußadresse der Uni Halle an die NUM.
Prorektor Michael Bron überreicht NUM-Rektor Regsuren Bat-Erdene eine Reproduktion einer historischen Grußadresse der Uni Halle an die NUM. (Foto: NUM)

Die Universitätslandschaft der Mongolei befindet sich in einem grundlegenden Erneuerungs- und Umstrukturierungsprozess. Die bisher primär lehrorientierten Universitäten entwickeln sich zu Einrichtungen, an denen Forschung in die Lehre integriert wird. Der Nationalen Universität der Mongolei kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Die an der NUM erfolgreich getesteten und implementierten Maßnahmen haben Pilotcharakter für alle übrigen staatlichen Hochschulen der Mongolei. Das DAAD-DIES-Projekt “Research and technology transfer – building up a technology transfer centre at the National University of Mongolia“ genießt in der Mongolei höchste Aufmerksamkeit. Außerdem verbindet ein Universitätsvertrag seit fast 50 Jahren die hallesche Universität mit der NUM in Ulan Bator.

Die Umstrukturierung ist ein langwieriger Prozess, der in viele Arbeitsbereiche ausstrahlt. Um die Forschungsleistung, wie von der mongolischen Regierung gewünscht, zu erhöhen, bedarf es einer grundlegenden Neuausrichtung der NUM. Wesentliche Bausteine auf dem Weg zu einer Forschungsuniversität sind exzellente Studienangebote im Masterbereich und, darauf aufbauend, postgraduale Forschung. Beides soll flankiert werden von leistungsstarken Management- und Servicestrukturen, die günstige außerfachliche Rahmenbedingungen schaffen.

Gemeinsam mit ihren mongolischen Kollegen diskutierten Uni-Vertreter aus Verwaltung, IT und dem Gründerservice über die Umstrukturierung der NUM.
Gemeinsam mit ihren mongolischen Kollegen diskutierten Uni-Vertreter aus Verwaltung, IT und dem Gründerservice über die Umstrukturierung der NUM.
(Foto: NUM)

Hier setzt unser gemeinsames DAAD-Projekt an: An der NUM soll der Auf- und Ausbau außerfachlicher Strukturen begleitet und somit ein Beitrag geleistet werden, die Forschungskapazität der mongolischen Hochschulen am Beispiel der Nationalen Universität der Mongolei zu stärken. Beteiligt von Seiten der halleschen Universität sind die Internationale Graduiertenakademie (InGrA), die Stabstelle für Hochschulplanung und Informationsmanagement, das IT-Servicezentrum und der Univations Gründerservice. Koordiniert wird das Projekt vom International Office.

Unser Aufenthalt war von Vielfalt geprägt. Neben der fachlichen Projektarbeit in mehrtägigen Workshops zu den Themen 1) Benchmarking, Berichtswesen und Informationsmanagement, 2) Entwicklung einer Promotionskultur an der NUM, 3) Aufbau und Implementierung eines Technologie- und Transferzentrums an der NUM und 4) Entwicklung der IT-Struktur an der NUM wurden Verbindungen zum DAAD, der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GIZ, dem Goethe-Institut und der deutschen Botschaft intensiviert, etwa indem Prorektor Prof. Dr. Michael Bron und Dr. Manja Hussner zu einem einstündigen Gespräch mit dem deutschen Botschafter S.E. Gerhard Thiedemann zusammenkamen.

Auch mit der Akademie der Wissenschaften der Mongolei (AdW), mit der die hallesche Universität enge persönliche Beziehungen verbinden, etwa mit dem Generalsekretär der AdW Prof. Dr. Tuvdendorjiin Galbaatar, der Alumnus unserer Universität ist, fanden zwei Treffen statt. Seit 2014 besteht ein Kooperationsvertrag zwischen der MLU und der AdW – womit wir uns in einer guten deutschen Tradition bewegen: Hermann Consten, einer der bekanntesten Mongoleiforscher weltweit, unterstützte Anfang der 1920er Jahre die Gründung und den Aufbau der AdW in der Mongolei.

Abgerundet wurde unser Aufenthalt mit einem Alumniabend – knapp 40 mongolische MLU-Alumni nahmen teil, berichteten bewegend aus ihrer Studien- oder Promotionszeit in Halle, sangen mit uns mongolische und deutsche Volkslieder und lauschten dem Gitarrenspiel von Prorektor Bron.

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