wissenschafthören: Von Opiophagen und Mörder-SWATs

04.04.2013 von Corinna Bertz in Studium und Lehre, Campus
Voll besetzt war der Saal im Kunstforum, als Prof. Dr. Jürgen Hanneder das Fach Indologie erklärte, mit Irrtümern nicht nur bezüglich indischer Gottheiten und überhaupt der Kultur aufräumte, und die Zuhörer auf einen rasanten Roadtrip ins Indien des Martin Honigbergers und an den Hofe Ranjit Singhs entführte. Von Landschafts- und Kultureindrücken über Homöopathie und viel Opium bis hin zu Massenmorden hielt der Ausflug alles bereit – nicht ohne reichlich Witz.
Eine Darstellung aus dem Reisebericht von Johann Martin Honigberger (Quelle: archive.org)
Eine Darstellung aus dem Reisebericht von Johann Martin Honigberger (Quelle: archive.org)
Prof. Dr. Jürgen Hanneder räumt auf mit Irrtümern beim wissenschafthören
Prof. Dr. Jürgen Hanneder räumt auf mit Irrtümern beim wissenschafthören
(Foto: Ramona Mitsching.)

Zum zweiten Vortrag der neuen Reihe „wissenschafthören“ luden am vergangenen Mittwoch die Vereinigung der Freunde und Förderer der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg e. V. (VFF) in Kooperation mit dem Universitätsverlag Halle-Wittenberg (uvHW) und der Steuerberatungsgesellschaft Consulere ins Kunstforum der Saalesparkasse ein. Auf unterhaltsame und informative Weise stellte Herausgeber und Indologe Prof. Dr. Jürgen Hanneder die vom uvHW im deutschen Original erstmals aufwändig nachgedruckten skurrilen „Früchte aus dem Morgenlande“ des Mediziners Johann Martin Honigberger (1795–1869) vor.

In insgesamt etwa eineinhalb Stunden wurde dem Publikum auf diese Weise ein wichtiger, jedoch beinahe vergessener, nicht zuletzt aber durch den uvHW und Prof. Hanneder wiederbelebter Text nahegebracht. Die Zuhörer wurden berauscht von den fabelhaften Erfahrungen des siebenbürgischen Apothekers, (Leib-)Arztes, autarken Orient-Forschers und vor allem auch Augenzeugen Honigberger und lernten allerlei drumherum. „wissenschafthören“ hält, was es verspricht.

Die „Wahlgeschwister“ VFF und Consulere freuen sich über den Erfolg des Formats und möchten auch weiterhin kooperieren, damit sich die Wissenschaft hören lassen kann. Dabei bietet sich gleichsam Gelegenheit zum Eintritt in besondere Räumlichkeiten: „Die Fortsetzung folgt im neuen Internationalen Begegnungszentrum (IBZ), das man auch nicht alle Tage betritt“, verriet die Geschäftsführerin der VFF Ramona Mitsching.

Text: Melanie Zimmermann

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