Von Benefiz-Bingo und Studienzweiflern

21.02.2013 von Corinna Bertz in Studium und Lehre, Campus
Feierlich wurde Anfang Februar 2013 der Abschluss des ASQ-Moduls „engagiert studiert – Service Learning für Studierende“ begangen. 55 Studierende haben im Wintersemester 2012/13 in insgesamt 26 Projekte mehr als 60 Stunden ehrenamtliche Arbeit investiert, und nicht nur während der Tätigkeit selbst, sondern sie haben auch in Begleitseminaren gesellschaftliches Engagement kennengelernt. Und für so manch einen soll es nach Erhalt des Scheines weitergehen – etwa mit brasilianisch betontem Bingo und Zuversicht für Zweifler.
Nadine Bartel (l.) und die Brasilianerin Jaqueline Zermiani Brandt bei der Abschlussveranstaltung des ASQ-Moduls "engagiert studiert". Sie organisierten Benefiz-Bingo-Nachmittage mit brasilianischem Flair.
Nadine Bartel (l.) und die Brasilianerin Jaqueline Zermiani Brandt bei der Abschlussveranstaltung des ASQ-Moduls "engagiert studiert". Sie organisierten Benefiz-Bingo-Nachmittage mit brasilianischem Flair. (Foto: Marcus-Andreas Mohr)

Ob Bildung, Ökologie oder Integration – die zahlreichen, auf das Gemeinwohl ausgerichteten Projekte, in denen sich die Teilnehmer des von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e. V. veranstalteten ASQ-Moduls „engagiert studiert“ in diesem Wintersemester einbringen konnten, erstreckten sich über sämtliche Bereiche. Von der Programmierung eines virtuellen Stadtrundgangs über Deutschnachhilfe im Frauenflüchtlingshaus, Gespräche mit Kindern über Leben und Tod bis hin zur Organisation von Veranstaltungsangeboten und Werbekampagnen gab es für die Studierenden der verschiedensten Fächer die Möglichkeit, theoretisches Wissen praktisch werden zu lassen und ihre Erfahrungen im Begleitseminar zu reflektieren.

Die teilnehmenden Studierenden erwiesen sich nicht nur durch die von ihnen gewählten Studienfächer als ebenfalls sehr divers, sondern auch hinsichtlich ihrer Semesterzahl und ihrer Herkunft: Ein Viertel der Teilnehmer waren ausländische Studierende, etwa aus Südamerika und Asien. Der internationale Charakter der Veranstaltung, die durch den Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) gefördert wird, soll gewahrt bleiben, so dass – wie bereits in diesem Semester – gemischte Teams aus deutschen und internationalen Studierenden zusammengestellt werden können.

Ein solches Team bildeten Nadine Bartel und die Brasilianerin Jaqueline Zermiani Brandt, die ihr Projekt bei der Abschlussveranstaltung sowohl in deutscher als auch in portugiesischer Sprache präsentierten. Ihre Aufgabe bestand darin, das Freizeitangebot des Mehrgenerationenhauses „Pusteblume“ in Halle-Neustadt zu erweitern. Die beiden Studentinnen organisierten einen Bingo-Nachmittag mit Verpflegung und musikalischer Untermalung. Während Nadine die Moderation übernahm, sang Jaqueline, von einem Senioren am Klavier begleitet, in ihrer Muttersprache Lieder aus ihrer Heimat. Der Erlös der Veranstaltung kommt dem Seniorenbesuchsdienst „KlingelZeichen“ zu. Und da ihnen das Engagement – zumal mit internationalem Flair – so viel Freude bereitet hat, laden sie am 11. April 2013 um 15 Uhr erneut zum Benefiz-Bingo ein.

Mit einem ganz anders gestrickten, die Studierendenschaft selbst betreffenden Projekt befassten sich Jana Gansewig und Elisabeth Ritter. In Zusammenarbeit mit Tina Küstenbrück vom Career Center der MLU haben sie sich überlegt, womit man Studienzweifler auf das Beratungsangebot des Career Centers aufmerksam machen kann. „Ehrlich gesagt war das ganz und gar nicht mein Wunschprojekt“, berichtete Jana bei rückblickend. „Ich hatte keine rechte Vorstellung davon, was man tun könnte.“

Nach einigem Brainstorming und regem Austausch sollte die zündende Idee und die Freude an dem Projekt schließlich doch kommen: „Es gibt viele Prominente, die nicht nur an ihrem Studium gezweifelt, sondern es sogar abgebrochen haben. Aus denen ist offenkundig auch etwas geworden. Wir hatten eine Möglichkeit gefunden, die Nachricht klar verpackt an den richtigen Empfänger zu vermitteln.“ Inzwischen sind sie so vertieft in ihr Projekt, dass sie derzeit noch weiter an den Details der voraussichtlich bald aushängenden Plakate arbeiten. „Ich habe dabei so viel gelernt, mich selbst besser kennengelernt, weiterentwickelt und entdeckt, dass auch ich eine kreative Seite habe“, bilanzierte Jana stolz.

Und auch Frau Küstenbrück zeigte sich begeistert: „Wir hatten ein Konzept, das aus Sicht der Berater die Studierenden mit Zweifeln am Studium auf unsere Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam machen sollte. Wir wussten dabei aber nicht, ob unsere Ideen die Zielgruppe auch wirklich ansprechen und erreichen. Daher war für uns die Sicht der Studierenden, an die sich das Beratungsangebot richtet, sehr wichtig und hilfreich. Die Studentinnen brachten frischen Wind und neue Ideen mit. Das Ergebnis hat uns überrascht und unsere Erwartungen übertroffen.“

So blicken Veranstalter, Kooperationspartner, Förderer und Studierende auf ein weiteres sehr erfolgreiches, für alle Beteiligten gewinnbringendes Semester des Service Learning zurück – und damit zugleich zuversichtlich voraus auf ein nächstes Mal „engagiert studiert“.

Text: Melanie Zimmermann Über „engagiert studiert“

Das Studienmodul „engagiert studiert“ im Bereich der Allgemeinen Schlüsselqualifikationen (ASQ) ist ein Kooperationsprojekt der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e. V. und wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen des Programms zur Integration ausländischer Studierender (PROFIN) und der Volksbank Halle (Saale) eG gefördert sowie vom International Office der MLU unterstützt. Es richtet sich an alle Bachelor-Studierenden der MLU. Weitere Informationen finden Sie hier.

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