Vier MLU-Absolventen wollen Produkte spielerisch vermarkten

13.10.2014 von Corinna Bertz in Varia, Wissenstransfer, Wissenschaft
Wie kann man als junges Start-up auf sein Produkt aufmerksam machen und in kurzer Zeit eine große Menge an Leuten von seiner Innovation überzeugen? Das Team der im Juli 2014 gegründeten Crowdsell GmbH hat auf diese Fragen eine Antwort gefunden: Crowdsell.de heißt die Plattform, mit der die scidea-Preisträger jungen Unternehmen ein Gesicht geben und Internetnutzer spielerisch für neue Produkte begeistern wollen.
Ausgezeichnete Idee: Die vier Crowdsell-Gründer wollen 2015 mit ihrer neuen Plattform mindestens 50.000 Nutzer anlocken.
Ausgezeichnete Idee: Die vier Crowdsell-Gründer wollen 2015 mit ihrer neuen Plattform mindestens 50.000 Nutzer anlocken.
(Foto: Crowdsell)

Die Idee für die innovative Vermarktungsplattform kam Rico Harning und Gio­van­ni Bruno wäh­rend des gemein­sa­men Stu­di­ums der Betriebs­wirt­schafts­leh­re an der Mar­tin-Luther-Uni­ver­si­tät. Gesprä­che mit befreun­de­ten Grün­dern und Kon­tak­te zum Grün­der­netz­werk zeig­ten, dass viele Start-ups zwar tolle Pro­duk­te haben, jedoch kaum Res­sour­cen, diese effizient zu ver­mark­ten.

"Genau da möch­ten wir mit Crowd­sell anset­zen. Ein Drittel aller Start-ups scheitern laut einer Studie des KfW-Gründungsmonitors an mangelnder Wahrnehmung. Deshalb haben wir überlegt, wie junge Unternehmen schnell bekannter werden und eine große Community begeistern können – mit spielerischen Wettbewerben“, sagt Geschäftsführer Giovanni Bruno, der im Team für Marketing und Vertrieb zuständig ist.

Die Idee ist nicht ganz neu und passt dennoch hervorragend zum Freizeitverhalten der Smartphone-Besitzer von heute. „Der große Erfolg der neuen Denksport-App Quizduell mit acht Millionen Nutzern allein in Deutschland bestärkt uns in der Überzeugung, dass viele Leute Spaß am Spiel haben, sich gern mit anderen messen und sich mit eigenen Erfolgen profilieren wollen. Diesen Trend greifen wir bei Crowdsell auf“, sagt Franziska Prill, verantwortlich für das Marketing der neuen Plattform.

25 Unternehmen ziehen mit

Von ihrer Geschäftsidee konnte das Team bereits fachkundige Experten und einen sogenannten Business Angel überzeugen, der Eigenkapital investiert. Zuletzt wurde Crowdsell beim landesweiten Businessplanwettbewerb ego.BUSINESS 2014 sowie beim Ideenwettbewerb Scidea 2013 ausgezeichnet. Darüber hinaus erhalten drei der Gründer 18 Monate lang Starthilfe durch das Förderprogramm ego.-START des Landes Sachsen-Anhalt.

Das Unternehmen stellt sich bei Youtube vor:

25 junge und namhafte Unternehmen konnten zum Start der Plattform im Oktober für die spielerische Onlinevermarktung ihrer Produkte gewonnen werden. Sie gehören zu den Ersten, die so genannte Challenges – Wettbewerbe, bei denen innovative Produkte verlost werden – auf Crowdsell austragen. Die halleschen Produktdesigner IDbreeder sind darunter und stellen ihre individuellen Schreibtischlösungen vor. Designerin Anne Sommer aus Halle entwickelt Mode für Kinder mit integrierten Spielideen und lädt auf der Plattform Erwachsene zum Spielen ein. Außerdem sind das erfolgreiche Start-up Tollabox aus Berlin mit seiner kreativen Entdeckerbox für Kinder sowie die mit den Deutschen Gründerpreis ausgezeichneten Gründer des interaktiven Müsli-Onlineshops „mymuesli.com“ mit dabei.

Die Crowdseller, die Nutzer der Plattform also, müssen verschiedene Aufgaben erfüllen, um Produkte und Gutscheine des Unternehmens zu erhalten: Produkte an Freunde empfehlen, eine Umfrage des Unternehmens beantworten oder einen Blogbeitrag verfassen beispielsweise. Insgesamt muss sich jeder Teilnehmer einer von den Unternehmen vorgegebenen Anzahl an Herausforderungen stellen. Die besten Crowdseller gewinnen.

Vom Land gefördert und von Univations beraten

Unternehmen, die zwar Interesse an derartigen Wettbewerben, jedoch keine passenden Ideen oder nicht die personellen Ressourcen haben, können den Service des Crowdsell-Teams nutzen. Dieser beinhaltet je nach Wunsch die Aufgabenerstellung bis hin zur vollständigen Qualitätskontrolle der Challenges. „Die Bandbreite der Aufgaben wird in den kommenden Monaten zunehmen, das Feedback der Unternehmen und Crowdseller wird bei der Weiterentwicklung eine große Rolle spielen“, erzählt Geschäftsführer Rico Harning, der für die Verwaltung und Organisation verantwortlich ist.

Ende des Jahres will das Gründerteam zusätzlich eine kostenlose Crowdsell-App herausbringen, um die Wettbewerbe besser abbilden zu können. 2015, so ist der Plan, sollen die vorgestellten Produkte auf der Plattform direkt im eigenen Onlineshop vertrieben werden. Franziska Prill und ihre drei Mitstreiter sind optimistisch und wirken überzeugend, wenn sie die Perspektive des eigenen Start-ups beschreiben: „In fünf Jahren wollen wir mehrere Mitarbeiter beschäftigen und auf dem Markt etabliert sein. 50.000 User sollen dann auf der Plattform Mitglied sein und sich regelmäßig über neueste Produkte austauschen, gegeneinander spielen und gewinnen.“

Bei der Standortwahl für ihr Internet-Start-up musste das Team nicht lange überlegen: „Halle ist unsere Heimat, hier haben wir studiert und hier fühlen wir uns wohl. Mit der Förderung durch das Land und der Beratung durch Univations sind wir gut aufgestellt. Außerdem haben wir im Mitteldeutschen Multimediazentrum ein schönes Büro im Herzen der Stadt, für ein junges Gründerteam ein toller Start“, strahlt Franziska Prill. Annekatrin Lacroix

Mehr zu Crowdsell unter www.crowdsell.de und auf Facebook unter facebook.com/crowdsell.

Schlagwörter

Gründung

Kommentar schreiben