Und es hat Klick gemacht

28.04.2016 von Corinna Bertz in Studium und Lehre, Personalia, Campus
Auf den ersten Blick passt das Berufsbild des Juristen vielleicht nicht mit dem des Fotografen zusammen. Bei Prof. Dr. Reimund Schmidt-De Caluwe ist das anders: Der Professor für Öffentliches Recht und Sozialrecht hat sich der Straßenfotografie verschrieben und eine Auswahl seiner Arbeit in dem Bildband „100 Momente Leben“ festgehalten.
Schmidt-De Caluwe mit seiner treuen Begleitung der Canon G1X
Schmidt-De Caluwe mit seiner treuen Begleitung der Canon G1X (Foto: Maria-Luise Kunze)

Gesetzessammlungen stapeln sich auf dem Tisch in Prof. Dr. Reimund Schmidt-De Caluwes Büro im Erdgeschoss des Juridicums. Doch um seine Arbeit soll es an dieser Stelle nicht primär gehen. Was viele nicht wissen: Neben seiner Tätigkeit als Professor für Öffentliches Recht und Sozialrecht an der Uni Halle ist der 59-Jährige passionierter Fotograf.

Zur Fotografie kam er durch seinen Vater. Er war Optiker und fotografierte selbst in seiner Freizeit. „Er hat mir das Medium näher gebracht“, erzählt Schmidt-De Caluwe und fügt hinzu: „Von ihm habe ich auch gelernt, wie man Filme entwickelt.“ Als Jugendlicher habe er viel Zeit in der Dunkelkammer verbracht: „Filme selber entwickeln ist ein zeitintensives Unterfangen“, so der Juraprofessor.

Im Laufe der Jahre sei die Fotografie dennoch zunehmend in den Hintergrund gerückt: Er studierte Rechtswissenschaften in Marburg, bevor es danach zurück in seine Heimatstadt Gießen ging. Die Arbeit als Jurist und seine Familie traten in den Vordergrund. Das Interesse für die Fotografie sei aber stets geblieben: „Ich habe viel zum Thema gelesen und Bildbände studiert.“

Eine Canon-Kamera ist stets treuer Begleiter

Vor ungefähr neun Jahren habe er wieder häufiger zur Kamera gegriffen: „Das Kind war groß und ich hatte wieder mehr Zeit für meine fotografische Arbeit“, so der Juraprofessor. Hinzu kam die digitale Fotografie: „Es war dadurch einfacher und schneller für mich, Bilder zu machen ohne später in die Dunkelkammer zu müssen.“ Er holt eine kleine schwarze Kamera aus seiner Jackentasche hervor: „Die Canon G1X habe ich fast immer dabei, wenn ich unterwegs bin“, sagt Schmidt-De Caluwe und fügt hinzu: „Klein, kompakt und völlig ausreichend, um ein paar Aufnahmen zu machen.“

Besonders die Straßenfotografie habe es ihm angetan: „Menschen zu porträtieren und einen charakteristischen Moment einzufangen, macht diese Art von Fotografie so spannend“, erklärt Schmidt-De Caluwe. Seit 2013 veröffentlichte der Jurist auf seiner eigenen Homepage die Werke seines künstlerischen Schaffens. „Ich möchte mit meinen Aufnahmen an die Öffentlichkeit treten und mich mit anderen darüber austauschen“, sagt der Hobbyfotograf.

Bildband zeigt Aufnahmen aus den letzten 40 Jahren

So entstand auch die Idee für einen Bildband. „100 Momente Leben“ zeigt eindrucksvoll eine repräsentative Auswahl von Porträt- und Straßenfotografien aus den letzten vier Jahrzehnten. Die in schwarz-weiß gehaltenen Aufnahmen präsentieren Szenen von Reisen in ferne Länder, aber auch Momentaufnahmen aus deutschen Städten. Der Titel des Buches verweist auf bestimmte Lebenssituationen von Personen, die in dem Bildband abgebildet sind: So hat Schmidt-De Caluwe eine Marktfrau in Thailand fotografiert, die ihre Waren verkauft. Auf einer anderen Aufnahme sind zwei ältere Damen abgebildet, die in der Altstadt von Halle unterwegs sind.

Die Auswahl der Fotografien war nicht einfach: Aus über 40 Jahren musste er sich für die ausdrucksstärksten Bilder entscheiden: „Der Bildband sollte meinen Stil und meine Entwicklung widerspiegeln.“ Auch das nächste Projekt des ambitionierten Hobbyfotografen steht schon fest: „Für Ende des Jahres ist eine Ausstellung geplant“, so Reimund Schmidt-De Caluwe. Mehr will er aber noch nicht verraten. Maria-Luise Kunze

Prof. Dr. Reimund Schmidt-De Caluwes fotografische Arbeit ist unter www.rsdc.eu abrufbar.

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