Studenten stellen aus: Wandern und Siedeln in Halle

05.12.2013 von Corinna Bertz in Studium und Lehre, Campus
Eine Ausstellung wandert durch Halle: Zwei Semester lang haben Studierende der Geschichte die Schau „Wandern, Siedeln und Mitgestalten“ vorbereitet. Das Ergebnis: Zwölf bebilderte Stelltafeln zu verschiedenen Schwerpunkten rund um die hallesche Migrationsgeschichte. Seit 8. November sind sie in der Artothek der Stadtbibliothek am Hallmarkt zu sehen. „Wandern, Siedeln und Mitgestalten“ erzählt die Geschichte von Halle als eine Geschichte der Wanderung.
Zwölf Schautafeln haben die Studierenden gestaltet
Zwölf Schautafeln haben die Studierenden gestaltet (Foto: Elise Herzog)

Warum zieht es Menschen dauerhaft nach Halle? Welche Gründe gab es in der Jungsteinzeit, im Mittelalter und in den 1960er Jahren? Wer ist wohin gewandert? Ein hohes Ziel haben sich die Studierenden und ihre Seminarleiterin Dr. Dietlind Hüchtker gesetzt: „Wir wollen den Besucher einen neuen, historischen Blick auf Halle bieten“, sagt Katharina Schmelzer. Die Master-Studentin der Geschichte hat gemeinsam mit ihrem Kommilitonen die Tafel zur „studentischen Migration“ erstellt.

Woher kamen Halles erste Studenten?

Aufgabe der Seminarteilnehmer war es, mit ihren Texten und Bildern insbesondere diejenigen zu erreichen, die selten oder nie ins Museum gehen. Im ersten Semester galt es, Konzepte für die Ausstellungstafeln zu erarbeiten. Katharina Schmelzer und ihrem Kommilitonen Matthias Mann gingen unter anderem der Frage nach: Woher kamen die Studierenden kurz nach Gründung der Friedrichs-Universität?

Ein Ergebnis der angehenden Historiker: „Die meisten Studierenden kamen zunächst aus der Region, viele auch aus Westfalen. International wurden Universität und Stadt dann vor allem durch August Hermann Francke. Er brachte Kontakte und Wissen aus aller Welt nach Halle und sandte seine Ideen und die Schüler aus Halle in die Welt.“

Im Sommersemester lautete die Herausforderung dann, die Tafeln möglichst gemeinverständlich zu gestalten: „Wir haben versucht, keinerlei Fremdworte zu nutzen und alles in kurzen, einfachen Sätzen zu beschreiben.“ Passende Bilder musste gefunden und Bildrechte geklärt werden. „Mehr als die Matrikelbände, in denen der Name und die Matrikel festgehalten wurde, gab es damals von den Studenten nicht“, erzählt Schmelzer.

Das Ergebnis sind zwölf Tafeln, die noch bis Mitte Januar in der Artothek der Stadtbibliothek zu sehen sind. Weitere Stationen der Schau sind der Ratshof der Stadt, die Räume der Saalesparkasse und das Stadtmuseum. Unterstützt wurde das Projekt durch das Career-Center der MLU, das mit Transfergutscheinen finanzielle Sicherheit gab, durch das Bündnis Migrantenorganisationen Halle, das Landesamt für Denkmalschutz und das Institut für Geschichte der MLU. Corinna Bertz

Ausstellung „Wandern, Siedeln und Mitgestalten“: montags und donnerstags von 14 bis 19 Uhr in der Artothek, Stadtbibliothek, Salzgrafenstraße 2, 06108 Halle (Saale)

Projektwebseite: http://migration-halle.de

Bericht bei Radio Corax: http://halle.radiocorax.de/index.php?id=1035

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