Studenten sammeln für Hochwasser-Opfer

27.05.2014 von Corinna Bertz in Studium und Lehre, Campus
Hunderttausende Menschen auf dem Balkan leiden derzeit unter den Folgen des verheerenden Hochwassers. An diesem Montag ist vom Friendenskreis Halle e.V. ein Spendenkonto freigeschaltet worden. Die Idee zur Spendenaktion stammt von dem 21-jährigen Lehramtsstudenten Mateo Topalović und seinem Kommilitonen Elvir Bećirović. Im Interview erzählen sie, wie es zu der Aktion kam.
Menschen in Bosnien, Kroatien und Serbien sind von dem Jahrhundert-Hochwasser Mitte Mai betroffen (Quelle: Wikimedia Commons / Dalibor Platenik - Dali / CC-BY-SA-3.0)
Menschen in Bosnien, Kroatien und Serbien sind von dem Jahrhundert-Hochwasser Mitte Mai betroffen (Quelle: Wikimedia Commons / Dalibor Platenik - Dali / CC-BY-SA-3.0)

Warum wollt ihr die Menschen in Bosnien- Herzegowina unterstützen?

Mateo: Ich bin selbst bosnischer Kroate. Meine Eltern sind während der Jugoslawienkriege nach Deutschland geflohen. Ich bin jedes Jahr mehrmals da, weil wir noch viele Verwandte in Bosnien-Herzegowina haben. Unsere Heimatstadt ist von der Flut zum Glück relativ verschont geblieben. Dennoch ist eine Katastrophe derartigen Ausmaßes für ein armes Land wie Bosnien besonders schwer. Mancherorts sind ganze Dörfer weggespült wurden. Die Menschen hatten aufgrund des letzten Krieges nicht viel und stehen nun vor dem Nichts. Ich kann einfach nicht untätig rumsitzen. Beim letzten Juni-Hochwasser habe ich selbst anpacken können. Weil es diesmal nicht geht, wollen wir mit einer Spendenaktion die Helfer vor Ort wenigsten finanziell unterstützen.

Elvir: Auch ich bin in Bosnien geboren und von mir dort lebende Verwandte sind von Erdrutschen betroffen. Mateo und ich verfolgten die Nachrichten und mussten uns über das Ausmaß der Katastrophe mit Schrecken bewusst werden. Uns war klar, dass auch wir uns mit den Menschen solidarisieren müssen. Für uns war die entscheidende Frage wie wir die lokale Ebene in Halle erreichen, die Bürger und Studenten der Stadt. Daher schrieben wir verschiedenen Vereine und Hochschulgruppen an.

Die beiden Initatoren Mateo Topalović (links) und Elvir Bećirović
Die beiden Initatoren Mateo Topalović (links) und Elvir Bećirović
(Foto: privat)
Warum gerade eine Spendenaktion, die sich vor allem an Studenten richtet?

Mateo: Letztes Wochenende am Samstag haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, was wir tun können. Eine Zahl ging mir dabei nicht aus dem Kopf: 20.000. 20.000 junge Menschen studieren an der MLU, wenn jeder von ihnen auch nur einen Euro spenden würde, hätten wir schon eine beträchtliche Summe zusammen. Also schrieb ich den Kanzler und das Rektorat an.

Wie ist die Kooperation mit dem Friedenskreis Halle entstanden?

Elvir: Wir haben uns an ganz unterschiedliche Stellen gewendet. Ich habe zum Beispiel herausgefunden, dass zwischen Leipzig und der in Mittel-Bosnien gelegenen Stadt Travnik eine Partnerschaft besteht. Der dazugehörige Verein hat bereits ein Spendenkonto eingerichtet. Wir baten die Evangelische und Muslimische Studentengemeinde, sowie auch Karamba Diaby eine ähnliche Aktion in Halle zu unterstützen und auf die Tragödie in Bosnien aufmerksam zu machen – und bekamen auch von ihnen eine Zusage.

Mateo: Der Friedenskreis Halle e.V. verfügte bereits über ein Spendenkonto. Nach Absprache mit uns wurde es nun speziell für die Fluthilfe aktiviert. Mir persönlich war vor allem wichtig, dass das gespendete Geld auch bei den Menschen in Bosnien ankommt. Der Friedenskreis Halle e.V. leitet das Geld an Selbsthilfeorganisationen weiter, die ich teilweise kenne. In der multiethnischen Organisation Omladinski Centar Jajce habe ich einen einjährigen Freiwilligendienst absolviert. Daher vertraue ich ihnen und hoffe das möglichst viele Spenden zusammen kommen.

Spenden für die Opfer des Hochwasser können auf das Konto des Friedensvereins überwiesen werden:

Friedenskreis Halle e.V.

IBAN: DE17 8005 3762 0382 3008 88

BIC: NOLADE21HAL

Saalesparkasse

Verwendungszweck: Fluthilfe Bosnien

Über die Internetseite: www.friedenskreis-halle.de/fluthilfe sind Online-Spenden möglich.

Interview: Katharina Deparade

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