Preisträger aus dem Partykeller

15.11.2012 von Sarah Huke in Varia
Parallel zur Gründerwoche Deutschland wurden gestern die drei erfolgreichsten halleschen Existenzgründer ausgezeichnet. Zwei der Preisträger kommen von der Uni Halle. Über den ersten Platz konnte sich Martin Menze mit seinem Online-Shop relaxdays.de freuen. Textoptimierung steht im Fokus der Drittplatzierten.
Das Team von relaxdays freut sich über den ersten Platz
Das Team von relaxdays freut sich über den ersten Platz (Foto: Behnelux)

Mit gerade einmal 20 Jahren startete Martin Menz seinen Online-Shop relaxdays.de, der heute mehr als 2.500 Artikel an Kunden in ganz Europa liefert. Was vor sechs Jahren im Partykeller begann, ist heute ein mittelständisches Unternehmen mit über 40 festangestellten Mitarbeitern, einer Betriebsfläche von 10.000 qm und einem enormen Entwicklungspotenzial.

Martin Menz sitzt nicht gern still, lieber bewegt er etwas. Schon während des Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der Uni Halle machte er sich selbstständig und verkaufte zunächst über eBay Kopfmassagegeräte. Ein guter Start für den damaligen Studenten, die Nachfrage war groß, das Geschäft mit Wellnessprodukten florierte. Die Marke „Relaxdays“ etablierte sich.

Großen Anteil an der guten Entwicklung hat auch sein Team: „Ohne meine Mitarbeiter wäre ich nicht dort, wo ich jetzt bin“, sagt der sympathische Firmenchef. Viele seiner Angestellten sind älter als er, manche bis zu 30 Jahre. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zeichnete ihn dafür mit dem Preis „Unternehmen mit Weitblick 2009“ aus. Martin Menz profitiert von den Berufserfahrungen seiner Angestellten und hält stets Ausschau nach neuen klugen Köpfen, die das Team bereichern.

Jeden Tag nimmt Relaxdays fünf bis zehn neue Artikel in das Sortiment auf – alles außer Lebensmittel und Kleidung. Ein eigenes Content-Team aus Textern und Fotografen testet, beschreibt und fotografiert alle neuen Produkte. Zudem hat er Mitarbeiter für den Kundendienst, Einkauf, die Verwaltung, im Lager sowie einen Fachmann für IT. Fünf Auszubildende werden bei Relaxdays zur Bürokauffrau/zum Bürokaufmann oder als Fachkraft für Lagerlogistik ausgebildet.

Aufgabe von Martin Menz ist es vor allem die Prozesse in seinem stetig wachsenden Unternehmen zu optimieren und Kontakte mit Kunden zu pflegen. Verkauft wird mittlerweile auf drei Plattformen – auf eBay, Amazon und im eigenen Internetshop. Das richtige Gespür für Trendartikel ist eine Zutat für das Erfolgsrezept von Martin Menz. Schnelle Lieferzeiten (1-2 Tage), günstige Preise und die ständige Verfügbarkeit der angebotenen Artikel seien weitere Zutaten, meint der Hallenser, der sich bei der Ansiedlung ganz bewusst für seine Heimatstadt und die Region entschieden hat.

Unterstützung durch Fremdkapital musste der junge Unternehmer bislang nicht in Anspruch nehmen, darauf ist er besonders stolz. In der Firma Relaxdays ist der Name Programm: „Meine Mitarbeiter sollen sich auch außerhalb der Arbeit verwirklichen. Auf geregelte Arbeitszeiten, Zeit für Hobbies, Familie und Freunde lege ich auch persönlich großen Wert“, sagt der Jungunternehmer.

Platz 3 für die „Institut für Textoptimierung (IFTO) GmbH“

Die IFTO GmbH ist eine Ausgründung aus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), die auf über 20 Jahre wissenschaftliche und praktische Textoptimierungs-Erfahrung der FST (Forschungsstelle zur Rehabilitation von Menschen mit kommunikativer Behinderung an der MLU) aufbauen kann. Die Fachleute der IFTO GmbH helfen, wenn TOP-Prüfungen (Textoptimierte Prüfungen) gebraucht werden.

Die beiden Geschäftsführer Dr. Susanne Wagner und Ulrich Peinhardt und ihr Team haben bereits viel Erfahrung im Bereich der Textoptimierung, Schulung und Beratung. Zu den Angeboten gehören aktuelle Regelprüfungen, die Erstellung textoptimierter Prüfungen aus einem eigenen Aufgabenfundus, Textoptimierung von Spezial-Prüfungen wie Meisterprüfungen (unabhängig von aktuellen Regelprüfungen), sowie Ausbilder-Eignungs-Prüfungen oder Führerschein-Prüfungen.

Hintergrund der Geschäftsidee ist die oft schwer verständliche Sprache von Prüfungsaufgaben. Prüflinge mit geringer Schriftsprach-Kompetenz (z.B. mit Hörbehinderung, Migrationshintergrund, Legasthenie) haben mit der komplizierten Prüfungsprache mehr zu kämpfen als Prüflinge mit guten Deutsch-Kenntnissen. Das widerspricht dem Gleichbehandlungs-Grundsatz! In den von der IFTO optimierten „TOP-Prüfungen“ wird niemand aus sprachlichen Gründen benachteiligt. Für das erste Halbjahr 2012 vermeldet IFTO den gelungenen Verlauf von 292 Textoptimierten Prüfungen in 32 verschiedenen Berufen. (kurz notiert von Christian Strebe)

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