Im Seminar mit Autorin Felicitas Hoppe

15.12.2016 von Maria-Luise Kunze in Studium und Lehre, Campus
Eine Schriftstellerin im Gespräch: Teilnehmer der Literaturseminare von Dr. Kai Lorenz hatten am Dienstag Gelegenheit, Felicitas Hoppe persönlich zu ihren Werken zu befragen. Lorenz, der zurzeit Hoppes Bücher in seinen zwei Seminaren für Lehramtsstudierende behandelt, hatte die preisgekrönte Autorin eingeladen. Mit Hilfe von Hoppes Jugendbüchern könnten die angehenden Grundschullehrer künftig Schüler für Literatur begeistern.

„Gerade in der Grundschule müssen wir die Freude am Lesen vermitteln. Und es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie man Kinder nachhaltig für das Lesen begeistern kann“, so Dr. Kai Lorenz. Das will der Germanist seinen Studierenden, den zukünftigen Lehrern, vermitteln – sei es durch Theateraufführungen, Exkursionen oder den direkten Kontakt mit Autoren. Für Grundschullehramtsstudierende bietet er in diesem Semester zwei Seminare zu Hoppes Werk an. Neben „Iwein Löwenritter“ behandelt er auch den Reiseroman „Paradiese, Übersee“, Hoppes fiktive Autobiographie „Hoppe“ und den Kurzgeschichtenband „Verbrecher und Versager“.

Kai Lorenz, Felicitas Hoppe und die Studierenden im Gespräch.
Kai Lorenz, Felicitas Hoppe und die Studierenden im Gespräch.
(Foto: Maria-Luise Kunze)

Eine seiner Studierenden ist Annika Schlieker. Die 22-Jährige studiert Deutsch, Mathematik und Sachkunde auf Lehramt und hatte mit drei weiteren Kommilitonen am Dienstag die Gelegenheit, Hoppe zu interviewen. „Es ist spannend, mit der Autorin in Kontakt zu kommen und mehr über ihre Schreibmotivation und ihre Bücher zu erfahren.“

Die Idee mit der Gesprächsrunde ist nicht neu: Bevor Kai Lorenz nach Halle kam, initiierte er mit Kollegen an der Uni Bamberg eine ähnliche Veranstaltungsreihe. „Wir haben damals Autoren, die in ihren Werken das Mittelalter rezipieren, eingeladen“, erinnert sich der Germanist. Auch Georg-Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe zählte zu den Gästen.

Felicitas Hoppe
Felicitas Hoppe
(Foto: © Das blaue Sofa / Club Bertelsmann)

„Hoppes Literatur ist wichtig, da sie Spaß am Denken und an genauer Lektüre erzeugt“, sagt Lorenz, dessen Forschungsschwerpunkt die mittelalterliche Literatur ist. In ihrem Roman „Iwein Löwenritter“, dem der mittelhochdeutsche Versroman „Iwein“ von Hartmann von der Aue zugrunde liegt, ist es ihr außerdem gelungen, einem Klassiker für jugendliche Leser ein modernes Gewand zu verleihen.

Die Bücher von Felicitas Hoppe halten beide, Lorenz und Schlieker, für den Unterricht an Schulen sehr gut geeignet. „Werke wie Iwein Löwenritter sind anschaulich geschrieben und beim Lesen ist die eigene Fantasie gefragt“, so Schlieker. – In Zeiten eines Überangebots an digitalen Medien für die meisten Kinder keine leichte Angelegenheit und auch für zukünftige Lehrer eine Herausforderung.

Veranstaltungshinweis

Seit drei Jahren wird der von Hoppe neu erzählte mittelalterliche Roman „Iwein Löwenritter“ von Studierenden in den von Lorenz‘ geleiteten Einführungsseminaren zur Altgermanistik inszeniert. Das Stück von Felicitas Hoppe wird am 3. Februar 2017 um 12 Uhr im Haus 31, Hörsaal 1 in den Franckeschen Stiftungen aufgeführt.

Kontakt: Dr. Kai Lorenz
Lehrarmt an Grundschulen - Fachwissenschaft Deutsch
Tel.: +49 345 55-23646
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