Hohe französische Ehrung für Dorothee Röseberg

27.05.2016 von Corinna Bertz in Varia, Personalia
Der Historische Hörsaal im Löwengebäude war bis zum letzten Platz gefüllt, als Prof. Dr. Dorothee Röseberg heute Mittag vom französischen Kulturrat Emmanuel Suard zum „Officier dans l’ordre des Palmes Académiques“ – einem Offizier im Orden der Akademischen Palmen –  ernannt wurde. Die Professorin für Romanische Landes- und Kulturwissenschaften der Universität Halle erhielt damit eine der höchsten Auszeichnungen Frankreichs und feierte zugleich ihren 65. Geburtstag.
In französischer Sprache bedankte sich Prof. Dr. Dorothee Röseberg für die Auszeichnung.
In französischer Sprache bedankte sich Prof. Dr. Dorothee Röseberg für die Auszeichnung. (Foto: Maike Glöckner)

Sogar aus Frankreich waren einige Kollegen angereist, um der Ehrung beizuwohnen. Mit der Aufnahme in den Orden danke die französische Regierung Dorothee Röseberg für ihre Verdienste um die deutsch-französischen Hochschulbeziehungen und ihren unermüdlichen Einsatz für die französische Sprache und Kultur, sagte der Kulturrat Emmanuel Suard, bevor er unter großem Applaus die Ordensinsignien überreichte.

Die Ordensinsignien erhielt Röseberg aus den Händen des französischen Kulturrats Emmanuel Suard.
Die Ordensinsignien erhielt Röseberg aus den Händen des französischen Kulturrats Emmanuel Suard.
(Foto: Maike Glöckner)

„Sie haben Frankreich schon zum Schwerpunkt ihrer Forschung und Lehre gemacht, noch bevor sie überhaupt die Möglichkeit hatten, unser Land zu entdecken“, sagte Suard zu Röseberg. Bereits zu DDR-Zeiten hatte die Geehrte an der Humboldt-Universität Berlin im Bereich der Landes- und Kulturwissenschaften Frankreichs gelehrt und geforscht. Die Professorin für Romanische Landes- und Kulturwissenschaften bedankte sich in französischer Sprache.

Seit 19 Jahren lehrt Röseberg an der Universität Halle. Die Bandbreite ihres Wirkens wurde in den Grußworte von Dekan Prof. Dr. Georg Maas und dem geschäftsführenden Direktor des Instituts für Romanistik Prof. Dr. Robert Fajen deutlich: Insbesondere der von Röseberg 2002 konzipierte und etablierte Studiengang Interkulturelle Europa- und Amerika-Studien (IKEAS) spiele für die gesamte Philosophische Fakultät II eine herausragende Rolle, betonte Fajen. „Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, die Hochschullehre und Forschung im Bereich der französischen Sprache und Kultur in Deutschland zu etablieren“, unterstrich der Romanist.

Rösebergs Familie, Kollegen und zahlreiche weitere Ehrengäste waren zur Festveranstaltung gekommen.
Rösebergs Familie, Kollegen und zahlreiche weitere Ehrengäste waren zur Festveranstaltung gekommen.
(Foto: Maike Glöckner)

Die Ordensträgerin hat auch den mit IKEAS verbundenen binationalen Studiengang IKEAS/Langues étrangères appliqués mit der Universität Paris X - Nanterre und nimmt zahlreiche hochrangige Ämter wahr, die sich insbesondere der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Bildungsbereich widmen. 2016 wurde sie zudem zur Vizepräsidentin der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin gewählt.

Dass Rösebergs Engagement jedoch auch über die deutsch-französischen Hochschulbeziehungen weit hinausreicht, zeigte schließlich Prof. Dr. Adjaï Paulin Oloukpona-Yinnon, Professor für Deutsche Literatur an der Université de Lomé in Togo, der die Glückwünsche seiner Universität überbrachte. Mit großem Engagement habe sich die Romanistin dafür eingesetzt, dass die Rahmenbedingungen für Kooperationen zwischen den beiden Universitäten Halle und Lomé geschaffen werden konnten. Und nicht nur das: Sie habe Halle auch mit anderen afrikanischen Universitäten in Verbindung gesetzt.

Mit einem besonderen Geburtstagsgeschenk sorgten Kollegen und Doktoranden von Dorothee Röseberg zum Schluss für eine Überraschung: Zu Ehren ihres 65. Geburtstags überreichten sie eine Festschrift mit dem Titel „Brücken bauen – Kulturwissenschaft aus interkultureller und multidisziplinärer Perspektive“. Seit mehr als 30 Jahren forscht Röseberg insbesondere zu fremdsprachlicher Kulturwissenschaft, Interkulturalitätsforschung und kulturraumbezogenen Arbeiten zu Frankreich und Deutschland. Corinna Bertz

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